Biogas schließt Lücken in der Stromversorgung und beim Klimaschutz

Biogas kann und muss eine entscheidende Rolle bei der Energieversorgung der Zukunft spielen!

(WK-intern) – Diese klare Botschaft richtete der Präsident des Fachverbandes Biogas, Horst Seide, an die Teilnehmer der 24. Internationalen Biogas Jahrestagung und Fachmesse.

„Jetzt werden in Berlin die Weichen gestellt und jetzt müssen die richtigen Entscheidungen getroffen werden“, forderte Seide mit Blick auf die aktuelle Diskussion um das Strommarktdesign.

Während die großen Energiekonzerne Kapazitätsmärkte fordern, um ihre alten fossilen Kraftwerke am Markt zu halten, setzt die Regenerativbranche auf „energy only“, die flexible und bedarfsgerechte Bereitstellung von Strom aus dezentralen Kraftwerken wie Windrädern, Photovoltaik- und Biogasanlagen. Und haben mit dieser Einstellung sowohl Wirtschaftminister Sigmar Gabriel als auch Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ihrer Seite. Letztere versicherte auf dem Neujahrsempfang des Bundesverbandes Erneuerbarer Energien (BEE): „Ich teile Ihre Skepsis zu Kapazitätsmärkten.“

In einem flexiblen Strommarkt kommt nach Meinung des Fachverbandes Biogas dem flexiblen Energieträger Biogas eine ganz besondere Rolle zu. Denn Biogas ist speicherbar und kann jederzeit die Lücke schließen, die sich bei den fluktuierenden Energien Sonne und Wind ganz natürlich ergeben. Schon heute sind rund 2.200 der insgesamt knapp 8.000 Biogasanlagen für den flexiblen Anlagenbetrieb bei der Bundesnetzagentur gemeldet. Damit stehen aus Biogas 1,2 Gigawatt flexible elektrische Kraftwerksleistung bereit.

„Bei der ganzen Diskussion um das Strommarktdesign dürfen wir nicht vergessen, warum wir die Energiewende eingeleitet haben: um das Klima zu schützen“, erinnerte Horst Seide. Vor dem Hintergrund, dass das vergangene Jahr als das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte eingehen wird, sei es ein dringendes Gebot der Stunde, jetzt zu handeln. Durch die Energieerzeugung in Biogasanlagen würden schon heute knapp 18 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr eingespart. Mit entsprechenden Anreizen und Maßnahmen ließen sich alleine aus der Vergärung von Gülle und Mist zusätzlich mehr als sieben Millionen Tonnen einsparen, betonte Seide. „Um das zu erreichen dürfen keine unnötigen Hürden – beispielsweise aus der Anlagenverordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) oder der Düngeverordnung – diesen Weg verbauen“, forderte Seide. „Sonst“, so prognostizierte der Verbandspräsident weiter, „werden auch die bestehenden Anlagen stillgelegt und die Klimagasemissionen steigen wieder“.

„Biogas ist die große Chance für den Klimaschutz – in Deutschland und weltweit“, ergänzte der Vizepräsident des Fachverbandes Biogas, Hendrik Becker. Die Nachfrage nach deutscher Biogastechnologie sei nach wie vor groß, erklärte der Geschäftsführer eines großen deutschen Biogas-Unternehmens. „Doch ohne funktionierenden heimischen Markt werden viele deutsche Firmen nicht überleben können.“ Während im Jahr 2011 noch circa 25.000 Arbeitskräfte mit dem Bau von Biogasanlagen beschäftigt waren, sind es heute weniger als 5.000.

„Wir brauchen klare und verlässliche Rahmenbedingungen und ein deutliches Signal pro Biogas, damit auch die bestehenden Biogasanlagen nach Auslaufen der EEG Vergütung weiter betrieben werden“, forderte Becker mit Blick auf die politischen und genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen, die der Biogasbranche das Leben aktuell sehr schwer machen. „Es wäre grundfalsch, Biogas in der jetzigen Situation den Hahn abzudrehen. Biogas ist die Chance für eine sichere regenerative Energieversorgung – weltweit. Die Klimaerwärmung ist ein globales Problem – Biogas ein Teil der Lösung. Die Branche ist bereit, diese Aufgabe anzupacken“, bekräftigte Hendrik Becker.

PM: www.biogas.org

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