Mittwoch verabschiedet das Bundeskabinett die Verordnung zur Pilotausschreibung für Solarenergie

Solarenergie / Foto: HB
Energiepolitik-Verordnung zur Pilotausschreibung für Solarenergie / Foto: HB

VDMA: Ausschreibungen – Bei jedem Schritt ans große Ganze denken

Trotz wachsender Ungeduld der Anlagenhersteller ruft ihr Fachverband die Energiepolitik zur Sorgfalt auf.

Das künftige Energiesystem müsse als Ganzes funktionieren.

Frankfurt/Berlin – „Die Stromerzeugungssparte des deutschen Maschinenbaus vermisst verlässliche Bedingungen, um neue Kraftwerksprojekte und Anlagenparks sinnvoll zu planen und abzusichern. Die Anlagenhersteller müssen besser heute als morgen abschätzen können, wie künftig die Auswahlkriterien aussehen, nach denen der Zubau von erneuerbarer Energie realisiert wird. Der Systemwechsel hin zu wettbewerblichen Bedingungen ist gut und kann Innovationen fördern. Wir haben aber in anderen Märkten auch gesehen, dass ein schlecht gemachtes Ausschreibungssystem eine gute Entwicklung abwürgen kann“, sagt Gerd Krieger, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes Power Systems im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA Power Systems). Am Mittwoch wird das Kabinett jene Verordnung verabschieden, mit der die Vergütung und der Zubau von erneuerbarem Strom mittels Ausschreibungsverfahren getestet werden. Die Verordnung betrifft ausschließlich Solaranlagen, die auf Freiflächen betrieben werden. Doch auch Hersteller von anderen Stromerzeugungsanlagen haben ein Interesse daran, wie die Verordnung ausgestaltet sein wird. Denn sie bildet die Grundlage für weitere, technologiespezifische Ausschreibungsverordnungen.

Die Ungeduld mit der Energiepolitik wächst in der Branche. Dennoch wäre ein übereilter, wenig durchdachter Ausschreibungsmodus für die Technologieanbieter auf ihrem Heimmarkt schmerzlich. „Wir haben wechselhafte Jahre hinter uns. Mal versetzen uns die ungewissen Rahmenbedingungen in eine Starre, mal halten Vorzieheffekte die ganze Wertschöpfungskette auf Trapp. Eine seriöse Entwicklung des Systemwechsels mit klar definierten Zeiträumen und Meilensteinen bringt die Chance, dieses Auf und Ab zu beenden. Wir haben diese erste Photovoltaik-Verordnung konstruktiv aber kritisch kommentiert und die Erfahrung des Maschinenbaus aus Ausschreibungsverfahren anderer Länder eingebracht. Die Ausschreibungen und das neue Strommarktdesign müssen ein Erfolg werden. Etwas anderes können wir uns auch als Technologieführer in Deutschland nicht leisten“, so Gerd Krieger weiter.

Ein erfolgreiches Ausschreibungsverfahren beinhaltet für den Fachverband Power Systems vor allem vier wesentliche Elemente: Die Ausbauziele 2020 für die verschiedenen Erzeugungsanlagen müssen, wie im EEG 2.0 letztes Jahr festgelegt, erreicht werden – die Ausschreibungsverfahren müssen dazu beitragen. Zweitens muss sie den Gebrauch innovativer Technologie anreizen, was dem Gesamtsystem dienlich ist. Ein Ausschreibungsdesign, das nicht versucht, effiziente Technologien in den Markt zu bringen, mag zwar die einzelne Kilowattstunde billiger machen, würde aber schließlich zur Belastung für das Gesamtsystem und damit für die Versorgungssicherheit führen. Drittens müssen Ausschreibungen die spezifischen Besonderheiten der Technologien berücksichtigen, die sich ebenso technologiespezifisch auf die Kosten, die Planungs- und die Bauphasen von Projekten auswirken. Die Inhalte der Verordnung zu Ausschreibungen können darum nur sehr bedingt auf andere Technologien angewendet werden. Und viertens muss der administrative Aufwand für die Ausschreibungsteilnehmer niedrig gehalten werden, so dass sich auch kleine Akteure wie die in Deutschland charakteristischen Bürgerbeteiligungen weiter engagieren können.

PM: VDMA

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