SOS im Offshore Windpark bei Sturm

„Null Toleranz für Unfälle“ lautet ein wichtiger Grundsatz im Bereich Arbeitssicherheit in den Offshore Windparks / Pressebild:
„Null Toleranz für Unfälle“ lautet ein wichtiger Grundsatz im Bereich Arbeitssicherheit in den Offshore Windparks / Pressebild:
„Null Toleranz für Unfälle“ lautet ein wichtiger Grundsatz im Bereich Arbeitssicherheit in den Offshore Windparks / Pressebild: WINDEAcare

NOTFALL im STURM – auch während Sturmtief “Felix”

Trotz Wellenhöhen von über acht Metern und Wind mit mehr als 120 km/h konnte ein Arbeiter nach einer schweren Verletzung versorgt und in eine Klinik gebracht werden.

„Null Toleranz für Unfälle“ lautet ein wichtiger Grundsatz im Bereich Arbeitssicherheit in den Offshore Windparks. Insbesondere auf Grund der großen Entfernungen zum Festland und der oft schwierigen Umstände hat dies eine hohe Bedeutung und wird sehr ernst genommen. Aber das beste Konzept kann Unfälle nicht gänzlich vermeiden.

Die medizinische Versorgung der Menschen in Offshore Windparks stellt auf Grund großer Entfernungen zum Festland sehr hohe Anforderungen an Konzepte und Verfahren. Alle benötigten Dienste müssen stringent aufeinander abgestimmt sein und harmonisch ineinander greifen. Dazu müssen Schnittstellen zur staatlichen Daseinsvorsorge definiert und gegenseitige Prozesse abgestimmt und ständig überprüft werden. Nur dann ist eine sichere, effektive und professionelle akut- und notfallmedizinische Versorgung unter ökologisch sinnvollen Bedingungen sicher darstellbar.

Diese Anforderungen erfüllt das ganzheitliche medizinische Versorgungskonzept WINDEAcare, das in Zusammenarbeit verschiedener Kompetenzträger aus den Gebieten der Akut- und Notfallmedizin, eines Flugbetriebes und der maritimen Wirtschaft gleichermaßen, speziell für die Versorgung von Offshore-Windparks, entwickelt wurde.

Dass der Aufwand sich lohnt und die ineinander greifenden Komponenten dieses komplexen Systems funktionieren, hat sich am Freitag vergangener Woche gezeigt.

Ein Arbeiter war auf einer Konverter Plattform , mehr als 130 km von der Küste entfernt, von einer Leiter gestürzt und hatte sich eine schwere Schnittverletzung zugezogen die dringend chirurgisch versorgt werden musste.

Nach dem Unfall wurde der, rund um die Uhr auf der Offshore Plattform anwesende, WINDEAcare-Rettungsassistent alarmiert und ein Notruf an die Offshore-Notfall-Leitstelle VentusMEDIC abgesetzt. Wegen des schweren Sturmes hätte der Rettungshubschrauber zwar anfliegen und landen können, aber es war nicht möglich, die Landeplattform zu betreten und den Patienten an Bord zu nehmen. Die Gefahr war zu groß dass durch den starken Wind die Helfer samt Patienten sofort in die Nordsee geweht werden. Der alternative Transport per Schiff war auf Grund der hohen Wellen von mehr als acht Metern ebenfalls unmöglich.

Solche Situationen sind in den Konzepten von WINDEAcare schon vorher durchdacht und in Verfahrensanweisungen (Standing Order Procedures) festgeschrieben.

Also wurde der Offshore – Rettungsassistent auf der Plattform per Internetverbindung und seinem telemedizinischen Endgerät mit dem eigens dafür vorgehaltenen Mediziner am Klinikum Oldenburg verbunden. Die Verletzung und die Vitaldaten wurden über Bild- und Sprachdaten übertragen und per telemedizinischer Konsultation beurteilt. Danach bekam der Offshore – Rettungsassistent genaue Anweisungen zur Versorgung der Verletzung und der Gabe notwendiger Medikamente. Parallel planten die Disponenten der Notfall-Leitstelle zusammen mit dem ebenfalls dauernd in der Leitstelle anwesenden nautischen Offizier und den Piloten des Rettungshubschraubers, wann es ein geeignetes Zeitfenster zum Anflug des Landeplatzes auf der Plattform gab.

5 ½  Stunden nach dem Unfall wurde der Patient in die Klinik an Land eingeliefert.

“So ein Unfall macht eindrucksvoll klar, worauf es ankommt. Damit die Rettungskette auch unter solch erschwerten Bedingungen funktioniert, müssen alle Komponenten installiert und aufeinander abgestimmt sein”, erklärt Rüdiger Franz, ärztliche Leiter von WINDEAcare. In diesem Fall waren das der Rettungsassistent vor Ort und die telemedizinische Konsultation ebenso wie die Disponenten der Leitstelle und der nautische Offizier im Zusammenspiel mit der Hubschrauber-Crew.

“So ist es möglich, anspruchsvolle Medizin auch unter schwierigen Bedingungen und weit ab von Ballungszentren zu gewährleisten. Ermöglicht wird dies nicht zuletzt durch modernste Kommunikationstechnik, die uns nicht nur die telemedizinische Konsultation sondern auch die permanente Beurteilung von Lage und Witterung in den Windparks ermöglicht, sagt Rüdiger Franz.

Neben den hohen fachlichen Anforderungen an solch ein Konzept spielt höchstmögliche ökonomische Disziplin eine gewichtige Rolle. ­­Denn auch wenn die Gesundheit und die Rettung von Menschen eigentlich unbezahlbar ist, muss die Vorhaltung der Notfallkonzepte auch in einer so hohen Qualität wirtschaftlich darstellbar sein. Das haben Errichter und Betreiber der Windparks erkannt und setzen zunehmend auf Systeme wie WINDEAcare.

„Die in Notfällen lebenswichtige Notwendigkeit, den Faktor Zeit nicht aus den Augen zu verlieren, bestimmt alle notwendigen Prozesse, in denen Zeiträuber identifiziert und nachhaltig konstruktiv ausgeschaltet werden. Gleichzeitig müssen auch alle denkbaren Szenarien durchdacht und strukturiert bearbeitet werden, betont Klaus Graf, der Produkt-Manager von WINDEAcare.

WINDEAcare wurde in Kooperation mit verschiedenen Kompetenzträgern speziell für die medizinische Versorgung von Offshore Windparks entwickelt und wird fachlich von folgenden Partnern getragen (s. hierzu beiliegende Informationen):

Gesamtkoordination:  WINDEA Offshore GmbH & Co KG

Medizin: Klinikum Oldenburg gGmbH

Notfall-Leitstelle: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Regionalverband Weser-Ems e.V.

Luftrettung: Northern HeliCopter GmbH

Telemedizin: IQmed GmbH

PM: WINDEAcare

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