Der Weg einer Windenergie-Anlage vom ersten Entwurf bis zur Markteinführung ist lang.

Lasteinleitung: Sechs hydraulische Zylinder übertragen die Kräfte und Momente auf die Gondel. (© Fraunhofer IWES)
Lasteinleitung: Sechs hydraulische Zylinder übertragen die Kräfte und Momente auf die Gondel. (© Fraunhofer IWES)

Windenergie: Gondeln auf dem Teststand prüfen

(WK-intern) – Gerade in der Endphase müssen die Prototypen langwierige und intensive Praxistests bestehen.

Um diese Zeitspanne zu verkürzen, geht im Frühjahr 2015 in Bremerhaven ein Teststand für Gondeln in Betrieb. Hier können Mechanik und die elektrischen Komponenten beschleunigt geprüft werden. Das BINE-Projektinfo „Gondeln im Schnelldurchlauf testen“ (15/2014) stellt den Teststand vor. Er ist für komplette Gondeln bis acht Megawatt ausgelegt. Die hier gewonnenen Daten fließen in den Zertifizierungsprozess ein und ermöglichen es, neuen Anlagen den letzten Feinschliff zu geben.

„Die Tests im Prüfstand helfen, die Zuverlässigkeit der Anlagen – besonders offshore – zu erhöhen. Zudem können die Lasten, die auf den Triebstrang wirken, durch neue Regelstrategien reduziert werden,“ fasst Martin Pilas, Projektleiter beim Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES, die Vorteile für Hersteller und Parkbetreiber zusammen. Ein Lasteinleitungssystem kann alle Kräfte und Momente simulieren, die auch im Feld auf Gondeln wirken. In der derzeit leistungsstärksten Netzsimulationsanlage der Welt wird ein Stromnetz nachgeahmt. Hier werden die elektrischen Komponenten der Windenergie-Anlagen im Hinblick auf Netzrückwirkungen, Kurzschlüsse und Notstopps untersucht.

Neben dem Gondelteststand verfügt das Dynamic Nacelle Testing Laboratory (DyNaLab), so der Name der Gesamteinrichtung, in Bremerhaven noch über Prüfeinrichtungen für Generatoren, Umrichter, Lager und Hauptwellen. Die Projektleitung obliegt dem Fraunhofer IWES.

PM: BINE

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