Dänischer Gesetzgebungsprozess zum Fehmarnbelt-Tunnel gestartet

Femern A/S legt heute die aktualisierte Finanzanalyse für den Fehmarnbelt-Tunnel zwischen der deutschen Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland vor.
Femern A/S legt die aktualisierte Finanzanalyse für den Fehmarnbelt-Tunnel zwischen der deutschen Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland vor. / Grafik: Femern A/S

Femern A/S legt die aktualisierte Finanzanalyse für den Fehmarnbelt-Tunnel zwischen der deutschen Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland vor.

(WK-intern) – Nach dem Zeitplan der dänischen Regierung soll im Februar 2015 der Gesetzentwurf für das Baugesetz zur Festen Fehmarnbeltquerung dem dänischen Folketing vorgelegt werden.

Der Entwurf für das Baugesetz wird auch den zugehörigen dänischen Bahnausbau auf einer Strecke von 119 km zwischen Ringsted auf der dänischen Insel Seeland und Rødby auf Lolland umfassen.

Im dänischen Parlament Folketing wird das Projekt von einer breiten Mehrheit aus den sozialdemokratischen und sozialliberalen Regierungsparteien sowie der Liberalen Partei, der Dänischen Volkspartei, der Sozialistischen Volkspartei, der Konservativen Volkspartei und der Liberalen Allianz unterstützt.

Femern A/S legt die Finanzanalyse für den Fehmarnbelt-Tunnel vor der ersten Lesung des Baugesetzes vor, damit das Folketing auf Grundlage aktueller Analysen und Berechnungen beraten kann. Das dänische Parlament genehmigt durch das Baugesetz das Projekt und gibt die benötigten Gelder in einem Gesamtbudget frei. Gemäß dänischen Richtlinien werden die Finanzanalyse und die zugehörigen Dokumente mit rund 600 Seiten veröffentlicht.

„Die Entscheidungsgrundlage für das Projekt basiert auf der bisher umfassendsten Analyse und Dokumentation, die je für ein Infrastrukturprojekt in Dänemark erstellt wurde. Femern A/S hat mithilfe von national und international anerkannten Methoden eine äußerst gründliche Prüfung und Aktualisierung der Verkehrszahlen sowie der wirtschaftlichen Grundlage des Tunnelprojekts vorgenommen“, erklärt Claus F. Baunkjær, Vorstandsvorsitzender von Femern A/S.

Die Finanzanalyse 2014 basiert auf einer Analyse aller wesentlichen Rahmenbedingungen, die die wirtschaftliche Grundlage des Projektes bestimmen. Dazu gehören unter anderem die voraussichtliche Verkehrsentwicklung genauso wie die Finanzierungkosten, insbesondere die Realzinsen, die zu erwartenden EU-Fördergelder und die Betriebs- und Wartungskosten des Tunnels. Die Analyse beinhaltet außerdem Sensitivitätsanalysen für eine Reihe von Rahmenbedingungen.

„Der Fehmarnbelt-Tunnel steht technisch, ökologisch und finanziell auf einem soliden Fundament. Durch die besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finanziert sich das Projekt sogar schneller als erwartet. Die aktualisierte Finanzanalyse zeigt, dass die Kosten für das gesamte Projekt – den Fehmarnbelt-Tunnel und den Bahnstreckenausbau zwischen Ringsted und Rødby – bereits in 32 Jahren von den Nutzern zurückgezahlt werden können“, so Claus F. Baunkjær, Vorstandsvorsitzender von Femern A/S.

Nach der üblichen Anpassung der Material- und Arbeitskosten vom Preisstand 2008 auf das heutige Preisniveau geht die Finanzanalyse von einer Investition von 6,2 Milliarden Euro (Preisstand 2014) aus. Die Baukostenschätzung ist somit im Vergleich zu den vorherigen Finanzanalysen unverändert und wurde lediglich an die Preisinflation der letzten sechs Jahre angepasst.

Berichte über Verkehr und Wirtschaftlichkeit der Festen Fehmarnbeltquerung*

  • „Finanzanalyse der Festen Fehmarnbeltquerung inkl. dänischer Hinterlandanbindungen“, 2014*
    „Verkehrsprognose für eine Feste Fehmarnbeltquerung“, 2014*
  • „Fehmarnbelt Forecast 2014 – Update of the FTC-Study of 2002”, INTRAPLAN Consult GmbH und BVU Beratergruppe Verkehr + Umwelt GmbH, 2014*
  • “Fehmarn Belt Forecast 2014 – Update of the FTC-Study of 2002”, ANNEX, INTRAPLAN Consult GmbH und BVU Beratergruppe Verkehr + Umwelt GmbH, 2014*
  • „Voraussichtliche Verkehrsentwicklung im Fehmarnbeltkorridor“, Tetraplan, 2014*
  • „Zusammenhang zwischen Wirtschafts- und Verkehrswachstum – eine Untersuchung möglicher Änderungen in der Zukunft“, Centre for Economic and Business Research, CBS, 2014*

*Sämtliche Dokumente sind Teil des dänischen Gesetzgebungsprozesses und liegen im Original in dänischer Sprache vor. Deutsche Übersetzungen werden in den kommenden Tagen zur Verfügung gestellt. Mehrere Factsheets fassen bereits jetzt Kernpunkte der Dokumente in deutscher Sprache zusammen – sie können über www.femern.de bezogen werden.

HINTERGRUND

Der Fehmarnbelt-Tunnel wird die Städte Puttgarden und Rødbyhavn mit einem rund 18 km langen Absenktunnel verbinden. Der kombinierte Schienen- und Straßentunnel wird von Dänemark gebaut und über Mautabgaben der Nutzer sowie durch Zuschüsse der Europäischen Union finanziert. Das Projekt leistet einen entscheidenden Beitrag, Skandinavien und Mitteleuropa über die zentrale Nord-Süd-Achse zu verbinden.

Für den Bau nimmt Femern A/S Kredite am internationalen Finanzmarkt auf, die durch dänische Staatsgarantien gedeckt sind. Dieses bewährte Staatsgarantiemodell wurde auch für die Finanzierungen der beiden Verbindungen über den Großen Belt und den Öresund genutzt.

Aktuelle, durch das dänische Verkehrsministerum zur Verfügung gestellte, Zitate des dänischen Verkehrsministers Magnus Heunicke (deutsche Übersetzung):

“Heute legen wir eine aktualisierte Entscheidungsgrundlage für das Fehmarnbelt-Projekt vor. Die aktualisierte Verkehrsprognose und die aktualisierte finanzielle Analyse sollten die Kritik verstummen lassen, dass das Projekt auf einer veralteten Entscheidungsgrundlage beruht.“

„Die aktualisierten Analysen bestätigen die Wirtschaftlichkeit des Fehmarnbelt-Tunnels und zeigen, dass der Tunnel und die dänische Hinterlandanbindung in weniger als 40 Jahren zurückgezahlt werden kann. Ebenso wird ersichtlich, dass der Tunnel die Bedeutung des Fehmarnbelt-Korridors für den Verkehr zwischen Skandinavien und Mitteleuropa stärken wird.“

„Nächsten Februar werde ich dem dänischen Parlament einen Entwurf für ein Baugesetz für das Fehmarnbelt-Projekt vorlegen. Wenn es dazu kommt, wird uns noch eine weitere finanzielle Analyse zur Verfügung stehen, die auf den konkreten Preisen basiert, die Femern A/S im Dezember für die vier großen Tunnelbauaufträge erhält. Für mich ist es wichtig, dass wir eine so solide Entscheidungsgrundlage wie möglich haben, wenn wir 2015 abschließend über dieses für Europa so wichtige Projekt entscheiden.“

PM: Femern A/S

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