Dänemark will ein radioaktives Endlager einrichten

Grenzüberschreitendes SUP-Verfahren zum dänischen Plan zur Errichtung eines Endlagers / Internet: Link: S-H
Grenzüberschreitendes SUP-Verfahren zum dänischen Plan zur Errichtung eines Endlagers / Internet: Link: S-H

Strategische Umweltprüfung zu dänischem Endlager für schwach- bis mittelradioaktive Abfälle

(WK-intern) – Deutsche Öffentlichkeit kann sich bei der Abstimmung beteigigen

KIEL – Dänemark hat ein Verfahren für eine Strategische Umweltprüfung gestartet mit dem Ziel, die potenziellen Umweltfolgen eines Endlagers für schwach- bis mittelradioaktive Abfälle zu untersuchen. Die deutsche Öffentlichkeit – also Bürgerinnen und Bürger, Verbände und Behörden – können sich an diesem Verfahren beteiligen. Darauf weist das schleswig-holsteinische Energiewendeministerium heute (21.11. 2014) hin.

Für die Umweltprüfung hat das dänische Gesundheitsministerium einen Bericht vorgelegt, der für sechs verschiedene Standorte in Dänemark die möglichen Auswirkungen auf die Umwelt behandelt. Das Lager soll alle dänischen schwach- und mittelradioaktiven Abfälle aus Betrieben, Forschungsaktivitäten und dem Rückbau der Forschungseinrichtung Risø aufnehmen.

Zu den potenziellen Standorten gehört Rødbyhavn auf der Insel Lolland. Stellungnahmen können bis zum 23.01.2015 direkt an das dänische Gesundheitsministerium in Kopenhagen gerichtet werden. Das UVP-Verfahren richtet sich nach dänischem Recht. Es muss damit gerechnet werden, dass die in dem Verfahren eingehenden Stellungnahmen auch veröffentlicht werden. Darauf hat das MELUR keinen Einfluss.

Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck begrüßt, dass die Öffentlichkeit und die deutschen Behörden sich beteiligen können. „Auch wir werden eine Stellungnahme abgeben“, sagte er. „Dänemark hat im Gegensatz zu Deutschland niemals Strom aus Atomkraftwerken produziert. Das ist ausdrücklich anzuerkennen. Dennoch gibt es auch in Dänemark radioaktive Abfälle aus Forschung, Industrie und Medizin. Diese Abfälle müssen geordnet endgelagert werden. Es sei wichtig, dafür den am besten geeigneten Standort zu finden. Daher sei es zu begrüßen, dass Dänemark mehrere Standorte in den Blick nehme. Habeck erklärte zudem, er setze darauf, dass das Lager nur für dänische Abfallstoffe eingerichtet werden solle. „Atommülltourismus – zum Beispiel über den Fehmarnbelt – darf es nicht geben.“

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit:

http://www.bmub.bund.de/themen/atomenergie-strahlenschutz/nukleare-sicherheit/internationales/uvpsup/sup-endlager-daenemark/

PM: Energiewendeminister Habeck S-H

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