Erfolgreicher Tests der Gleichstromanbindung von BorWin2

Um den Offshore-Windstrom in das deutsche Netz einspeisen zu können, muss er eine beachtliche Entfernung zurücklegen: Rund 200 Kilometer trennen die Offshore-Plattform BorWin2 von der Landstation im ostfriesischen Diele. Die Kabeltrasse verläuft durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der seit 2009 Teil des UNESCO-Naturerbes ist. Zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt gelten in diesem Naturschutzgebiet besondere Regeln: Die Verlegearbeiten durften beispielsweise nur in einem bestimmten Zeitfenster stattfinden und mussten schonend mit Spezialgerätschaften durchgeführt werden. Vorab musste das Wasser- und Schifffahrtsamt Emden eine Genehmigung für alle Arbeiten erteilen. Für den Bau der Kabeltrasse hat der italienische Konsortialpartner Prysmian zwei Kabel mit einer Gesamtlänge von 200 Kilometern geliefert und die ersten 125 Kilometer im Wattenmeer verlegt, während die restlichen 75 Kilometer der Kabeltrasse an Land verlaufen. Über die beiden Kabel wird künftig der Gleichstrom mit 300 Kilovolt Spannung fließen. / Siemens
Um den Offshore-Windstrom in das deutsche Netz einspeisen zu können, muss er eine beachtliche Entfernung zurücklegen: Rund 200 Kilometer trennen die Offshore-Plattform BorWin2 von der Landstation im ostfriesischen Diele. Die Kabeltrasse verläuft durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der seit 2009 Teil des UNESCO-Naturerbes ist. Zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt gelten in diesem Naturschutzgebiet besondere Regeln: Die Verlegearbeiten durften beispielsweise nur in einem bestimmten Zeitfenster stattfinden und mussten schonend mit Spezialgerätschaften durchgeführt werden. Vorab musste das Wasser- und Schifffahrtsamt Emden eine Genehmigung für alle Arbeiten erteilen. Für den Bau der Kabeltrasse hat der italienische Konsortialpartner Prysmian zwei Kabel mit einer Gesamtlänge von 200 Kilometern geliefert und die ersten 125 Kilometer im Wattenmeer verlegt, während die restlichen 75 Kilometer der Kabeltrasse an Land verlaufen. Über die beiden Kabel wird künftig der Gleichstrom mit 300 Kilovolt Spannung fließen. / Siemens

Probebetrieb der Netzanbindung BorWin2 gestartet

  • Kommerzielle Inbetriebnahme für Anfang 2015 geplant
  • Übertragungsleistung von 800 MW reicht aus um 800.000 Haushalte zu versorgen

(WK-intern) – Nach erfolgreichen Tests haben Netzbetreiber TenneT und Siemens jetzt den Probebetrieb der Gleichstromanbindung BorWin2 aufgenommen.

Nach einem mehrwöchigen Probebetrieb kann die Netzanbindung nach erfolgreichem Abschluss in den ersten Monaten 2015 in den geregelten Betrieb übergehen.

Die Netzanbindung BorWin2 kann mit einer Übertragungsleistung von 800 Megawatt (MW) rund 800.000 Haushalte mit sauberem Strom versorgen. Zusätzlich zu der schon im Probebetrieb befindlichen Anlage HelWin1 bereitet Siemens derzeit für TenneT zwei weitere Netzanbindungen zur Hochspannungsgleichstrom-Übertragung (HGÜ) in der Nordsee für den kommerziellen Betrieb vor. Den Auftrag über eine fünfte Gleichstromanbindung hat Siemens im Frühjahr 2014 erhalten.

Bereits im Sommer hat Siemens die HGÜ-Plattform BorWin2 rund 100 Kilometer nordwestlich der Nordseeinsel Borkum installiert. Die Verlegung von zwei 200 Kilometer langen Seekabeln hat Konsortialpartner und Kabelexperte Prysmian verantwortet. Nach der erfolgreichen Installation der Plattform waren umfangreiche Inbetriebsetzungsmaßnahmen notwendig, für die zeitweise bis zu 100 Mitarbeiter gleichzeitig auf der Plattform tätig waren. Nach dem erfolgreichen Anschluss des Windkraftwerkes Global Tech 1 konnte bei ersten Tests Anfang September zum ersten Mal Strom über die Verbindung BorWin2 eingespeist werden. Fünfzig Prozent der Netzanschlusskapzität ist außerdem für einen anderen Windpark vorgesehen. Da mit dem Bau der Windenergieanlagen noch nicht begonnen wurde, rechnet TenneT damit, dass der 800 MW starke Anschluss für mindestens die nächsten zwei Jahre nur zur Hälfte genutzt wird.

Um den von den Windkraftwerken erzeugten Strom effizient an Land zu bringen, kommt die HGÜ-Technologie von Siemens zum Einsatz. Diese ist sowohl auf der Offshore-Plattform als auch in der Konverterstation an Land im ostfriesischen Diele installiert. Der Windstrom wird zunächst als Wechselstrom auf die Konverterplattform BorWin2 geleitet, dort in Gleichstrom umgewandelt und via Seekabel an Land gebracht. In der Landstation wird der Gleichstrom wieder zurück in Wechselstrom transformiert und ins Höchstspannungsnetz eingespeist. Ab einer Kabellänge von mehr als 80 Kilometern ist HGÜ die einzig effiziente Übertragungslösung mit einem maximalen Verlust von nur vier Prozent inklusive Kabel.

Die von Siemens eingesetzte sogenannte HVDC Plus-Technologie ist weniger komplex und besonders platzsparend, was auf hoher See zwingend notwendig ist. Im Gegensatz zur klassischen HGÜ-Variante, die bei Landverbindungen weit verbreitet ist, können sich Anlagen mit HVDC Plus selbst stabilisieren. Da bei der Stromerzeugung durch Windkraft mit Schwankungen zu rechnen ist, wird die Netzsicherheit durch den Einsatz der HVDC-Plus-Technologie von Siemens deutlich erhöht.

Insgesamt realisiert Siemens fünf Nordsee-Netzanbindungen für TenneT. Die bisherigen Projekte sind: HelWin1 (576 MW) und HelWin2 (690 MW) vor Helgoland, BorWin2 (800 MW) und BorWin3 (900 MW) vor Borkum sowie SylWin1 (864 MW) vor Sylt. Den Auftrag für die Anbindung BorWin3 hat Siemens erst im Frühjahr 2014 erhalten, die anderen vier Netzanbindungen sind im Fertigstellungsgrad bereits fortgeschritten und sollen sukzessive zwischen 2014 und 2015 in Betrieb gehen.

PM: Siemens

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