Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren seit der Wiedervereinigung

Foto: Trabi vor Windraedern Pressefahrt 2010 / Pressebild: Agentur für Erneuerbare Energien
Foto: Trabi vor Windraedern Pressefahrt 2010 / Pressebild: Agentur für Erneuerbare Energien

Der Umstieg auf Erneuerbare Energien ist ein Gemeinschaftsprojekt, das praktisch in allen Regionen Deutschlands begonnen hat.

(WK-intern) – Das gilt für die Produktion von Strom und Wärme aus regenerativen Quellen ebenso wie für die Herstellung von Anlagen und die einhergehenden Liefer- und Serviceketten.

Besonders hervorgetan haben sich dabei Bundesländer im Osten der Republik, wo die industrielle Basis nach der politischen Wende im Jahr 1989 in vielen Bereichen wegbrach. „Im langfristigen Trend haben die Erneuerbaren Energien in den neuen Bundesländern für einen starken Zuwachs an Beschäftigung und Wertschöpfung gesorgt“, bilanziert der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), Philipp Vohrer.

Augenfällig sind die Erfolge der neuen Bundesländer beim Ausbau Erneuerbarer Energien im Strombereich. So stammte in Sachsen-Anhalt 2011 bereits ein Anteil von rund 50 Prozent am Bruttostromverbrauch aus erneuerbaren Quellen. In Mecklenburg-Vorpommern kletterte dieser Anteil ein Jahr später auf rund 90 Prozent. Mittlerweile ist dort rechnerisch die Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien erreicht. Begleitet werden diese Zuwächse durch eine starke Präsenz von Anlagenherstellern, beispielsweise von Windkraftanlagen. So erreicht allein in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern die Bruttobeschäftigung in der Windenergiebranche mehr als 20.000 Arbeitsplätze. Beide Länder sind mit Quoten von 26,8 beziehungsweise 23,2 Jobs je 1.000 Beschäftigte in der Erneuerbaren-Branche bundesweit mit Abstand führend. Im regionalen Vergleich liegt Ostdeutschland mit einer Quote von 13,5 Beschäftigten in der Erneuerbaren Branche je 1.000 Arbeitsplätze weit vor den alten Bundesländern mit einer Quote von 8,9. Dazu trägt nicht nur der Stromsektor bei. Vielmehr hat sich Ostdeutschland zum Beispiel auch zu einem Zentrum der Biokraftstoffproduktion entwickelt.

Führungsrolle nicht nur im Stromsektor

Nicht nur im Stromsektor nehmen die neuen Bundesländer bei den Erneuerbaren Energien eine Führungsrolle ein. So setzten gerade in ostdeutschen Bundesländern in den vergangenen Jahren besonders viele Bauherren auf die Nutzung einer Wärmepumpe. Wie der Bundesverband Wärmepumpe auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes ermittelte, entschieden sich 2013 in Thüringen und Sachsen jeweils über 47 Prozent der Häuslebauer für die Installation einer erdgekoppelten oder luftbasierten Wärmepumpe in ihrem Neubau. Der Bundesschnitt wurde damit um etwa 15 Prozentpunkte übertroffen.

Frühe Fortschritte

Bei der Nutzung der Erdwärme aus großen Tiefen war man im Nordosten Deutschlands früh tätig. So wurde das Geothermieheizwerk in Waren an der Müritz noch zu DDR-Zeiten errichtet. „Die Injektionsbohrung in eine Tiefe von 1,6 km fand bereits 1986 statt und mit der korrespondierenden Förderbohrung decken wir heute den Wärmebedarf von 1.800 Haushalten. Hinzu kommen Schulen, Kindergärten und Altersheime“, erläutert der Abteilungsleiter der Stadtwerke Waren, Udo Reimer. „Die Nutzung der Erneuerbaren stand nach meinen Erfahrungen in der DDR unter dem Vorzeichen, den Mangel an fossilen Rohstoffen zu kompensieren. Heute hingegen geht es um den Umstieg auf Erneuerbare Energien im Rahmen der Energiewende“, unterstreicht Reimer.

In Ost- wie in Westdeutschland hatte man die massiven Umweltkosten der konventionellen Energien zu lange zu wenig im Blick. Kurz nach der Wieder-vereinigung wurde dann im Dezember 1990 das Stromeinspeisegesetz verab-schiedet. Es trat zum 1. Januar 1991 in Kraft und war Vorläufer des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mit seinen Einspeisevergütungen für Strom aus Erneuerbaren Energien. „Die Einspeisevergütung gewährleistet einen dynamischen Ausbau der Erneuerbaren Energien im Stromsektor. In den vergangenen Jahren ist im¬mer deutlicher geworden, dass die Erneuerbaren Energien viel für das gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenwachsen Deutschlands tun“, betont Vohrer.

PM: Agentur für Erneuerbare Energien

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