Eine der größten Windparkanlagen Schwedens eröffnet

Copy right © 2014 / Unser erster Gastautor Bernd L. Nepomuck / Text und Bilder
Pressebild: Copy right © 2014 / Unser erster Gastautor Bernd L. Nepomuck / Text und Bilder

Eine der größten Windparkanlagen Schwedens wurde Anfang Oktober 2014 in der Kommune Arjäng im schwedischen Värmland eröffnet.

(WK-intern) – Verteilt auf zwei Bergrücken erheben sich in den Wäldern der Weiler Mölnerud im Nordwesten neun und im Südwesten, bei Furskog dreizehn Windräder einhundertachtzig Meter hoch in den nordischen Himmel.

Somit hat auch in Schwedens Mitte neben der Wasserkraft, die ökologisch erzeugte Stromversorgung durch Windenergieanlagen begonnen.

Projektiert und errichtet wurden die Anlagen von dem Unternehmen „Rabbalshede Kraft“. Geplant sind weiter Anlagen im Nordosten der Kommune, bei Smolmark, Djuv und Mörtnäs mit dreiundzwanzig Windrädern.

Dem von den Windparkanlagen erzeugten Strom steht ein Verbrauch von ca. 9 700 kommerziellen Nutzern gegenüber, mit errechneten durchschnittlichen Verbrauchswerten von je 20 000 kWh/pro Jahr und dem von privaten Haushalten mit im Durchschnitt je 6 000 kWh/pro Jahr.

Pressebild: Copy right © 2014 Bernd L. Nepomuck
Pressebild: Copy right © 2014 Bernd L. Nepomuck

Bis dato wurde der Strom über Fernleitungen aus den landesweiten Stromnetzen bezogen. Stromausfälle in diesem Teil Schwedens gehören zum Alltag und oft sind ganze Täler für viele Stunden ohne elektrische Energie. Das hat sehr negative Auswirkungen vor allem auf Betriebe, öffentliche Einrichtungen und Menschen die zu Hause arbeiten. Dem zu begegnen wurde es notwendig über die Möglichkeiten örtlicher Stromerzeugung nachzudenken, was zur alternativen Stromerzeugung durch Windkraft führt.

Dennoch gab es vor Ort einiges an Widerstände zu überwinden die sich im Wesentlichen aus der konservativen Einstellung der Landbewohner an sich ergab und den der Waldbesitzer die um Baum- und Wildbestände fürchteten. Hinzu kamen die Besorgnisse amtlicher und privater Umweltschützer die den Einfluss der drehenden Rotorblätter als Gefahr für Vogelwelt und andere tierische Waldbewohner sahen und eine Belästigung der Anwohner wegen der Geräuschemission. So können vereiste Rotorblätter im Winter Eisbrocken durch die Gegend schleudern und Bau sowie Betrieb notwendiger Straßensystem die Wanderung und den Aufenthalt von Elchen, Rehwild, Auerwild, Birkwild, Luchsen, Wölfen und den von anderer Tiere negativ beeinflussen.

Die Sorge der Jäger, die durch die Bank in Schweden auch Waldbesitzer sind, betrifft insbesondere die Wanderung der Elche und des Rehwildes. Die der Umweltschützer vor allem die der Auer- und Birkhühner, die als Bodenbrüter in dann von Wegen durchzogenen Sumpfgebieten leben müssten und die die Wipfeln der Bäume bewohnen. Es sind Vogelarten, die einst auch in Deutschland häufiger zu finden waren und dort heute zu den seltenen Tierarten gezählt werden müssen. Es sind Zivilisationsflüchter die in Schweden in der Einsamkeit der großen Wälder ungestört leben können.

Überzeugungsarbeit tat not und es war nicht einfach in dieser Hinsicht Fortschritte zu machen. Doch letztendlich konnten durch Diskussionen und Expertisen Anwohner wie Waldbesitzer überzeugt werden.
Nach erfolgten Vermessungsarbeiten wurden Grundstücke gekauft und der Bau der Straße und der vorgesehenen Standorte für die Windräder konnte im Sommer 2013 beginnen. Investiert wurden rund 800 Millionen schwedische Kronen, ca. 72 Millionen Euro, in die Errichtung des Windparks. Örtliche Subunternehmen wurden vor allem beim Bau des Straßensystems und der Fundamentlegung für die Türme der Windkraftanlagen engagiert. Sogar aus dem Osten Deutschlands kamen Spezialisten für die Eisenarmierung der Fundamente angereist.

Etwa 150 Personen waren mit Hilfe moderner Erdbewegungsmaschinen, Felsbohrer, Gesteinszertrümmerer und Transportfahrzeugen bei den Bauarbeiten beschäftigt. Hinzu kamen Montagearbeiten und der Transport des Materials. Es waren sehr häufig Sprengarbeiten notwendig um die hoch gelegene Trasse durch eine 250m über dem Meeresspiegel gelegene Hügellandschaft mit ausgeprägten Felsmassiven zu treiben. So wurden Hohlwege geschaffen, Hänge befestigt und Bodenwellen und kleine Täler aufgefüllt. Hierzu diente das aus dem Fels gesprengte Gestein das vor Ort zerkleinert wurde.

Umweltschutzauflagen entsprechend wurden bis auf die Fahrbahn alle Dämme und Seitenstreifen mit Muttererde überdeckt um die Renaturierung zu beschleunigen und so wenig wie möglich Einfluss auf die natürliche Gestaltung der Landschaft zu nehmen.

Die Standorte wurden nach ausführlichen Windmessungen Sommers wie Winters über Jahre hin festgelegt. Den errechneten Durchschnittswerten von Windgeschwindigkeit, Stärke und Dauer entsprechend, wurden die Kraftwerke hinsichtlich Höhe, Rotoren Durchmesser und Generatoren ausgelegt. Die errichteten, identischen Anlagen sind 180 Meter hoch, die Länge der Rotoren ist mit 50 Meter außergewöhnlich lang. Das Gesamtgewicht einer Konstruktion beträgt 529 Tonnen. Alle 22 Windkraftanlagen zusammen sind imstande bei entsprechenden Windverhältnissen ca. 194 Gigawatt pro Stunde zu erzeugen.

Zusammen mit Windparkanlagen im südlichen Bohuslän, an der Küste des Skagerrak, und weiteren geplanten Anlagen im Bereich des Städtchens Arjäng, das an der E18 naher der norwegischen Grenze liegt, umfasst das Investitionsvolumen von „Rabbalshede Kraft“ ca. 1,2 Milliarden schwedische Kronen, etwa 108 Millionen Euro.

PM: Copy right © 2014 “Unser erster freiberuflicher Gastautor” Bernd L. Nepomuck / Text und Bilder

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