Fukushima: Weitere Verseuchung der Region und des Meeres in der Region droht

Ortstafel Fukushima City Dez 2012 / Urheber: GLOBAL 2000/Lydia Matzka-Saboi
Ortstafel Fukushima City Dez 2012 / Urheber: GLOBAL 2000/Lydia Matzka-Saboi

Atomkraft-Ruine Fukushima: Abgebrannte Brennelemente aus Reaktor 4 geborgen

(WK-intern) – Langer Weg bis zu dem geschmolzenen Kernbrennstoff in den Reaktoren 1 bis 3 – IAEA-Reform nötig

TEPCO, der Betreiber des völlig zerstörten Atomkomplexes von Fukushima Daiichi, gab heute bekannt, dass alle 1.331 abgebrannten Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 geborgen werden konnten – inklusive von 11 hochradioaktiven Brennelementen, die teilweise durch die Zerstörung der Reaktorhülle nach der Explosion am 15. März 2011 in „V“-Form verbogen wurden und nicht in den Standard-Behältern transportiert und gelagert werden können. Weiteres informierten sie, dass die Arbeiten dabei ohne Zwischenfälle von Statten gingen.

„Die Atom-Betreiberfirma kämpft völlig allein mit einer der zwei größten Atomkatastrophen der Geschichte: neben Tschernobyl ist die Verstrahlung der Umgebung ein konstanter Begleiter der Arbeiten“, erinnert Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. „Die VertreterInnen der internationalen Staatengemeinschaft, allen voran Österreich, müssen aufhören, in der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA mit Sitz in Wien dabei tatenlos zuzusehen und ein internationales Mandat für die Aufräumarbeiten einfordern.“

In Reaktor 1 waren am Tag nach dem Tsunami 400 Brennelemente geschmolzen und als Corium-Klumpen durch das Containment durchgebrannt, 70 Tonnen geschmolzener Kernbrennstoff haben sich bis zu 65 Zentimeter in die äußere Stahlbetonhülle gefressen. In den Reaktoren 2 und 3 sind sogar jeweils 548 Brennelemente zu einem hochradioaktiven Brennstoff-Klumpen geschmolzen. Weltweit hat es noch keine Bergung von geschmolzenen Brennstoff aus einer solchen Umgebung gegeben.

Weitere Verseuchung der Region und des Meeres in der Region droht – IAEO muss eingreifen

Völlig überfordert ist TEPCO mit der Eindämmung der immer nachlaufenden Wassermassen, die in den Kellern der Atom-Ruine mit dem geschmolzenen Kernbrennstoff in Kontakt kommen: 400.000 Liter fließen täglich von den Bergen vor der Nuklearanlage nach, werden radioaktiv verstrahlt und sammeln sich in immer neuen riesigen Wassertanks in der Anlage, wo nur Teile der Radionuklide entfernt werden können und immer neue Zwischenfälle zum Auslaufen des Wassers in den Pazifik führen.

„Österreich hält bis Herbst 2015 den Vize-Vorsitz im 35-köpfigen IAEO-Gouverneursrat und kann hier eine Reform der Atomenergie-Behörde weg von einer Atom-Förderorganisation in Richtung zu einer internationalen Notfall-Hilfsorganisation einbringen“, fordert Uhrig. „Weiteres Zuwarten wird zu weiterer schwerer Verseuchung der Fukushima-Region und des Meeres vor den Reaktor-Ruinen führen.“

PM: Global 2000

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Top