Moore sind einmalige Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere und Klimaschützer, da sie CO2 binden

Auen- und Moorwälder / Foto: HB
Auen- und Moorwälder / Foto: HB

Umweltminister Robert Habeck zum Naturschutztag:  „Moore sind einmalige Lebensräume und Klimaschützer“

(WK-intern) – RENDSBURG. Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck hat die Bedeutung des Schutzes von Mooren und Auenwäldern hervorgehoben. Anlässlich des Naturschutztags in Rensburg sagte er: „Moore und Auenwälder stehen für die wiederzuentdeckenden Naturschätze Schleswig-Holsteins. Sie sind wunderbare und einmalige Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere. Moore sind unfassbare Klimaschützer, da sie CO2 binden. Auenwälder sind wichtige Pufferzonen, um die Gewässer zu schützen. Deshalb ist es so wichtig, dass sie endlich nach Jahrzehnten der Zerstörung wieder an Bedeutung gewinnen.“

Bis 1920 waren 190.000 Hektar des Landes Moore, 80 Prozent davon waren Niedermoor, der Rest Hochmoor. Heute ist kein schleswig-holsteinisches Moor mehr im natürlichen Zustand, sie sind verändert oder gar zerstört. „Die unwirtlichen Moore, die einst weite Teile unserer Heimat bedeckten, wurden entwässert, ihr Torf abgestochen, ihre Böden umgebrochen. Auenwälder wichen Deichen, Flüsse wurden begradigt und zerstörten die Auenlandschaft“, sagte Habeck.

„Heute aber bekommt das zurückgedrängte wilde Schleswig-Holstein wieder mehr Raum. Einst wertloses Land spielt inzwischen als ökologische Systemdienstleistung eine besondere Rolle. Vor allem aber sind Moore und Auenwälder Orte eines besonderen Naturerlebnisses. Gerade ihre Unwirtlichkeit und Wildnis lassen uns Freiheiten spüren und Weiten ahnen, die im engen Alltag sonst verstellt sind.“

Für die Landesregierung habe der Schutz von Mooren und Auen daher hohe Bedeutung, betonte der Minister. Zum Schutz habe sie etwa ein gesetzliches Umbruchverbot von Dauergrünland in Mooren erlassen. Über das Moorschutzprogramm wird die Renaturierung von Mooren gefördert, von 2010-2013 mit insgesamt 6 Millionen Euro, im laufenden Jahr sind rund 1,5 Millionen veranschlagt. Darüber hinaus sind Moore und Auen wichtige Bestandteile des europäischen Schutzgebietes Natura 2000 und werden auch künftig ein wesentlicher Eckpfeiler der Naturschutz- und der Gewässerbezogenen Umweltpolitik sein.

Habeck machte deutlich: „Bruch- und Auenwälder können nur gemeinsam von Natur- und Gewässerschützern mit den Aktiven vor Ort entwickelt werden. Gewässer- und Naturschutz zusammen mit Landwirtschaft und den Wasser- und Bodenverbänden und der Forstverwaltung müssen hier an einem Strang ziehen. Nur dann können wir wirklich Erfolg haben.“

Hintergrund:

Moore sind unverrottete Pflanzenreste. Sie verrotten nicht, weil sie unter Wasser liegen und dort kein Sauerstoff herankommt. Wenn man sie trockenlegt und die Pflanzenreste mit Sauerstoff in Kontakt kommen, beginnt der Zersetzungs-Prozess und Kohlendioxid wird freigesetzt. 2,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gehen aus entwässerten schleswig-holsteinischen Mooren in die Atmosphäre. Das sind mehr als 9 Prozent der schleswig-holsteinischen Treibhausgasemissionen. Wachsende Hochmoore dagegen binden jährlich 0,8 Tonnen CO2 pro Hektar als Torf, die Schließung von Entwässerungsgräben ist damit der einfachste Klimaschutz.

Auen sind prägend für Gewässer mit einem sehr großen Einzugsgebiet. Sie werden bei Hochwasser überflutet. In der Aue selber wachsen je nach Überflutungsdauer Weichhölzer wie Weiden und Harthölzer wie Eichen. Gemeinsam bilden sie die europaweit geschützten Wälder der Weichholz- und Hartholzaue. Weichholzauen kommen in Schleswig-Holstein auf nur noch 1.200 ha, davon befinden sich 800 ha in Natura 2000 Gebieten. Ihr Erhaltungszustand wird mit schlecht eingestuft.

Wo es die örtlichen Verhältnisse zulassen, sollen sich gehölzbestandene Randstreifen entwickeln können. Schattenwerfende Gehölze kühlen die Gewässer und sind eine Anpassung an steigende Temperaturen und ermöglichen es auch sensiblen Fischarten wie Forellen, in unseren Gewässern dauerhaft zu überleben. Auch das ist ein Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel.

PM: Umweltministerium S-H

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