Neue Analyse zeigt: Erneuerbare Energien tragen zu 50% zur CO2-Einsparung bei

Neue Analyse zeigt: Erneuerbare Energien tragen zu 50% zur CO2-Einsparung bei / Foto: HB
Neue Analyse zeigt: Erneuerbare Energien tragen zu 50% zur CO2-Einsparung bei / Foto: HB

In letzter Zeit wurde oftmals behauptet, der Ausbau der Erneuerbaren Energien würde nicht effektiv zum Klimaschutz beitragen.

Denn der CO2-Ausstoß Deutschlands ist im Jahre 2013 gestiegen. Eine völlig absurde Betrachtungsweise: Wie sollen sich denn weitgehend emissionsfreie Erneuerbare Energien negativ auf die CO2-Bilanz auswirken?

Der Hintergrund des gestiegenen Treibhausgasausstoßes in Deutschland ist komplexer. Aufgrund der sinkenden Stromgestehungskosten von Wind- und Solarkraft wächst das Ökostrom-Angebot. Allerdings wird mit dem klimafreundlichen erneuerbaren Strom die fossile Stromerzeugung nicht in dem Maße zurückgefahren, wie es der Ausbau der Erneuerbaren Energien ermöglichen würde.

Dies liegt unter anderem daran, dass sich der Emissionshandel als völlig untauglich erwiesen hat.

Daher gibt es derzeit ein Überangebot an Stromerzeugung in Deutschland und der Strompreis an den Strombörsen fällt. Das hat zur Folge, dass mehr Strom ins Ausland exportiert wird und die Nachbarländer massenhaft günstigen in Deutschland erzeugten Strom kaufen.

Mit einem Erneuerbare-Energien-Anteil von 28,5 % verursacht der deutsche Strom, trotz gestiegenem Braunkohleanteil, dennoch wesentlich weniger CO2-Emissionen als der Strommix der meisten Nachbarländer, der dadurch verdrängt wird. Somit ist es durchaus plausibel, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland in der Summe zu einer verbesserten CO2-Bilanz in Europa insgesamt führt, obwohl der CO2-Ausstoß in Deutschland 2013 zunahm.
Während im Jahr 2012 in Deutschland 315 Mio. Tonnen CO2 im Vergleich zu 1990 eingespart werden konnten, waren es 2013 nur noch 297 Mio. Tonnen. Da aber der Ausbau der Erneuerbaren Energien weiterging, hat ihr Anteil an der Emissionsreduktion zugenommen und liegt mit 148 Mio. Tonnen bei ca. 50 % der Gesamteinsparung. Dies hat eine neue Analyse der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) ergeben. Einen ebenso großen Anteil hat der am Anfang der 90er Jahre eingeleitete Niedergang der klimaschädlichen ostdeutschen Wirtschaft. Dies sind jedoch fast die einzigen positiven Faktoren für die CO2-Reduktion in Deutschland. Energieeffizienz und Emissionshandel spielen mit einem Anteil von jeweils etwa 0,5% keine nennenswerte Rolle.
Es wird Zeit, den völlig erfolglosen Emissionshandel endlich abzuschaffen und stattdessen eine CO2-Steuer einzuführen. Eine schnelle Strategie mit dem Ziel 100% Erneuerbare Energien, wie sie die neue schwedische Regierung vorgestellt hat, ist unerlässlich. Erst wenn 100% Erneuerbare Energien erreicht sind, wird es keine Emissionen mehr geben. Ohne Erneuerbare Energien wäre der deutsche CO2-Ausstoß auch heute deutlich höher. Daher ist der konsequente Ausbau der Erneuerbaren der einzige richtige Weg, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Es besteht kein Zweifel daran, dass Erneuerbare Energien die alles entscheidende und schon heute erfolgreichste Klimaschutzmaßnahme sind.

Die genauen Anteile der CO2-Emissionsreduktion Deutschlands im Jahre 2013 finden Sie hier.

 

EnKliP-Studie: Änderungen des EEG sind obsolet

Die wesentliche Begründung von Bundeswirtschaftsminister Gabriel für die letzte EEG-Novelle waren Kosteneinsparungen und die Verhinderung eines weiteren Anstiegs der Strompreise. Das ausgegebene Ziel der Bundesregierung ist dabei die Einspeisevergütung für Neuanlagen auf 12 Ct/kWh bis 2015 zu senken. Eine Studie der Energie- und Klimapolitik Beratung EnKliP im Auftrag von Greenpeace zeigt nun, dass eben dieses Ziel bereits nahezu 2013 auf Basis des alten EEG erreicht wurde: während die durchschnittliche Einspeisevergütung für Neuanlagen im Jahr 2010 noch 25 Ct/kWh betrug, fiel sie massiv auf 12,5 Ct/kWh im Jahr 2013. Darüber hinaus sind die tatsächlichen Kosten für die Stromverbraucher EEG-finanzierter Neuanlagen noch stärker gesunken. In diesem Zusammenhang ist auch die erstmalige Senkung der EEG-Umlage ein Verdienst des alten EEG und nicht etwa, wie Gabriel behauptet, ein Erfolg der im August in Kraft getretenen EEG-Novelle. Aus Sicht der Kosten sind die Änderungen der EEG-Novelle somit obsolet. Die Studie zeigt einmal mehr, wie Gabriel die Kostendebatte als Vorwand genommen hat, seine EEG-Novelle zugunsten der alten fossilen und nuklearen Energieindustrie durchzuboxen, obwohl die Erneuerbaren Energien schon längst nicht mehr der Strompreistreiber sind.

Die EnKliP-Studie finden sie hier.

Video der Pressekonferenz zum Erneuerbare Energien Forum (REF) in Kiew

Das Video zur Pressekonferenz auf dem 6. Internationalen Forum für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (REF) in Kiew finden Sie auf der Seite der Ukrainischen Unabhängigen Informationsagentur (UNIAN).
Die Einführung gab Alexander Dombrovskyi, ukrainischer Parlamentsabgeordneter und persönlicher Berater des Präsidenten Poroschenko. Ab Minute 38:50 sehen Sie meine Handlungsempfehlung für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Ukraine.

Info Brief von Hans-Josef Fell

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