Offshore-Windpark Nordsee Ost das letzte Rotorblatt wurde erfolgreich installiert

Rotorsterne an Bord des Installationsschiff "Victoria Mathias" / Pressebild: RWE
Rotorsterne an Bord des Installationsschiff “Victoria Mathias” / Pressebild: RWE

Halbzeit bei der Turbineninstallation für den Offshore-Windpark Nordsee Ost

  • Die Hälfte aller Windkraftanlagen ist vollständig fertiggestellt
  • Erste Windturbinen ab Herbst am Netz
  • Vollständige Inbetriebnahme geplant für Frühjahr 2015

Hinter dem Installationsteam des Offshore-Windparks Nordsee Ost liegen ereignisreiche Wochen. Rund 30 Kilometer nördlich der Insel Helgoland wurde am Wochenende das letzte Rotorblatt der 24. Windkraftanlage erfolgreich installiert.

(WK-intern) – Damit ist nun – rund drei Monate nach der ersten Anlage – die Hälfte aller 48 Windkraftanlagen vollständig errichtet.
„Bei einem Fußballspiel wäre jetzt Halbzeitpause. Doch beim Windpark Nordsee Ost läuft ohne Unterbrechung bereits die zweite Spielzeit, denn neben den 24 vollständig errichteten Anlagen stehen bereits sämtliche Türme mit den dazugehörigen Gondeln im Wasser“, erklärt Marcel Sunier, Projektdirektor für den Windpark Nordsee Ost bei RWE Innogy. „Insbesondere Dank der guten Zusammenarbeit auf unserem Errichterschiff ‚Victoria Mathias‘ konnten wir die Installation der Turmsegmente und Gondeln Anfang Oktober erfolgreich abschließen.“

Während die „Victoria Mathias“ in den vergangene Monaten die Türme und Gondeln errichtet hat, installiert das zweite Installationsschiff – die „Friedrich Ernestine“ – die Rotorblätter der Windkraftanlagen. Dafür wurde erstmalig auf die sogenannte Einzelblattmontage gesetzt, bei der die Rotorblätter nicht als vormontierter Rotorstern installiert, sondern alle Rotorblätter auf hoher See einzeln an der Nabe angebracht werden. Die schifffahrtsrechtlichen Beschränkungen auf der Weser hatten das Auslaufen des Installationsschiffs mit einem vorinstallierten Rotorstern an Bord aufgrund der Breite nur eingeschränkt gestattet. Immerhin hat der Rotorstern der 6-Megawatt-Turbine vom Typ Senvion 6.2M126 einen Durchmesser von 126 Metern. Die überstrichene Fläche entspricht in etwa der Größe von zwei Fußballfeldern.

„Inzwischen haben sich die Bedingungen zugunsten der Rotorsternmontage geändert“, erklärt Sunier. „Für insgesamt sieben Ausfahrten mit je zwei Rotorsternen an Bord haben wir eine schifffahrtspolizeiliche Genehmigung erhalten. So können wir von der ‚Victoria Matthias‘ aus die traditionelle Rotorsternmontage durchführen. Davon erhoffen wir uns eine zusätzliche Zeitersparnis. Bereits in der vergangenen Woche ist unser Errichterschiff zum ersten Mal mit zwei vorinstallierten Rotorsternen an Board ausgelaufen und hat am Wochenende das Baufeld erreicht, wo wir unmittelbar mit der Installation begonnen haben. Der erste der beiden Rotorsterne ist bereits fest mit der Gondel verbunden. Wenn das Wetter uns keinen Strich durch die Rechnung macht, sollten wir dieses Jahr alle Windkraftanlagen vollständig installiert haben.“

Die einzelnen Komponenten der 6-Megawatt-Turbine der Firma Senvion beeindrucken mit ihren gewaltigen Dimensionen: Mit rund 160 Metern Höhe vom Meeresspiegel bis zur Blattspitze überragt die Windkraftanlage den Kölner Dom. Die Gondel hat ein Gewicht von ca. 320 Tonnen und etwa die Abmessungen eines Einfamilienhauses. In ihrem Inneren befinden sich die Maschinenkomponenten wie Getriebe und Generator. Der Turm, bestehend aus zwei einzelnen Segmenten, ist insgesamt 70 Meter lang und wiegt über 240 Tonnen. Jedes Rotorblatt ist über 60 Meter lang und wiegt rund 23 Tonnen. Dies entspricht dem Gewicht von etwa sechs ausgewachsenen Elefanten.

„Mit dem Bau des Windparks Nordsee Ost geht es gut voran“, betont Sunier. „Seit Mitte März sind alle Fundamente fest im Meeresboden verankert, im Juni konnten wir die parkinterne Verkabelung fertigstellen und im Juli das Umspannwerk auf See errichten. Vollständig in Betrieb nehmen wollen wir den Park im kommenden Frühjahr. Die ersten Windkraftanlagen sollen aber bereits in diesem Herbst den Betrieb aufnehmen und Strom ins Netz einspeisen.“

Nach Fertigstellung wird der Offshore-Windpark Nordsee Ost über eine installierte Leistung von rund 295 Megawatt verfügen und umgerechnet rund 300.000 Haushalte im Jahr mit Strom versorgen. Ausgestattet mit den derzeit leistungsstärksten Offshore-Turbinen gehört Nordsee Ost zu den größten kommerziellen Windkraftprojekten vor der deutschen Küste.

PM: RWE

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