juwi Rotorblatttransport macht Rodungen überflüssig

Bei der Unterquerung der Stromtrasse wird das Rotorblatt hydraulisch abgesenkt. / Pressebild
Bei der Unterquerung der Stromtrasse wird das Rotorblatt hydraulisch abgesenkt. / Pressebild

Weltweit einzigartiger Rotorblatt-Transporter stellt Windradflügel fast senkrecht hoch und macht große Rodungen überflüssig / Anlagen auf dem „Bocksrück“ bis Jahresende ans Netz

Wenn es darum geht, Energiewende und Naturschutz optimal miteinander zu verbinden, beschreitet die Wörrstädter juwi-Gruppe auch ungewöhnliche Wege. So wie beim Bau des Windparks „Bocksrück“ südwestlich von Kirchheimbolanden (Rheinland-Pfalz).

Statt für den Transport der rund 50 Meter langen Rotorblätter große Schneisen in den Wald zu schlagen, setzten die juwi-Experten auf ausgefeilte Technik: Den weltweit einzigartigen Flügeltransporter FTV 300. Der 500 PS starke Selbstfahrer der Spedition Bender aus dem nordrhein-westfälischen Freudenberg kann das knapp 20 Tonnen schwere Rotorblatt auf dem Weg durch den Wald zur Baustelle um 60 Grad aufrichten und kommt so spielend um die engsten Kurven.

„Neben dem wesentlich geringeren Eingriff in den Baumbestand reduzieren wir mit dem Einsatz des Hydraulik-Flügeltransporters auch die Störungen der Tierwelt auf ein notwendiges Minimum“, sagt der zuständige juwi-Projektmanager Robert Petek. Die für den Transport der Rotorblätter auf klassischen Tiefladern vorgesehene Route wäre fast fünfmal so lang gewesen, der gesamte Anlieferungsprozess hätte sich über mehrere Wochen hingezogen. „Mit dem FTV 300 konnten wir alle Rotorblätter in nur sechs Arbeitstagen zu den jeweiligen Baustellen transportieren“, freut sich Petek.

Dabei funktionierte die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten hervorragend und störungsfrei. Nachts wurden die Flügel mit speziellen Tiefladern quer durch Deutschland von Aurich in Ostfriesland bis in die Pfalz kutschiert. „An der Anschlussstelle Winnweiler verließen die Transporter die A 63 und fuhren über ein kurzes Stück Landstraße zu einem festgelegten Umladeplatz“, berichtet juwi Construction Manager Nico Baumann. Nach Tagesanbruch verlud dann ein Kran jedes einzelne Rotorblatt auf den bereitstehenden Flügeltransporter. Dort wurde das tonnenschwere Teil sicher an die Hebehydraulik angeflanscht. Danach ging es im Schritttempo den kurvenreichen Weg hinauf zur Baustelle. „Der FTV 300 hat acht Achsen, alle einzeln lenkbar“, erklärt Nico Baumann. Außerdem handelt es sich bei dem Spezialtransporter um einen sogenannten Selbstfahrer. Heißt: Es gibt kein Führerhaus, der Transporter wird von einem Spezialisten der Spedition ferngesteuert.

Doch der größte Vorteil dieses weltweit einmaligen Super-Trucks zeigt sich spätestens bei der ersten Kurve. Wie von Zauberhand stellt die Hydraulik das mächtige Rotorblatt fast senkrecht in die Höhe. Nico Baumann:  „Nur so schaffen wir Kurven mit einem derart engen Radius.“

Eine knappe Stunde dauert jede einzelne Fahrt. An der Baustelle angekommen wird das Rotorblatt vorsichtig abgelegt. Hier lagert es bis Turm und Maschinenhaus fertiggebaut sind. Dann werden jeweils drei Flügel in luftiger Höhe an der Nabe des Windrades befestigt.

Der Windpark „Bocksrück“ auf der Gemarkung der Ortsgemeinde Sippersfeld besteht aus drei modernen Windrädern des Typs Enercon E 101, die bis Ende des Jahres fertiggestellt und an das Netz angeschlossen werden sollen. Die Anlagen haben jeweils eine Nennleistung von drei Megawatt. Zusammen können sie Jahr für Jahr rund 20 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom produzieren – genug für 6.000 Drei-Personen-Haushalte.

PM: juwi

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