Feldversuch econnect Germany vernetzt Elektroautos auf Basis der EEBus-Technologie

Stadtwerke Aachen (STAWAG) treten EEBus Initiative bei:

  • Fahrzeuge mit E-Motoren werden dank standardisiertem Informations-Austausch auf IP Ebene (SHIP) zu fahrenden Energiespeichern
  • Großes Potential für Lastverschiebung
  • Umsetzung im Rahmen eines Projektes der Bundesregierung

(WK-intern) – Die EEBus Initiative, in der sich internationale Unternehmen der Branchen Energie, Elektronik sowie Informations- und Kommunikationstechnologie zusammenschließen, wird um ein neues Mitglied erweitert.

Die STAWAG, die Stadtwerke Aachen AG, tritt dem Verbund bei, der gewerke- und branchenübergreifend eine intelligente Kommunikation technischer Geräte über das Vernetzungskonzept EEBus ermöglicht.

In dieses werden jetzt gezielt Anwendungen rund ums Auto integriert, beispielsweise mit Hilfe des am heutigen Freitag startenden Feldversuchs econnect Germany. Dieser erfolgt im Rahmen eines Projektes der Bundesregierung (www.econnect-germany.de).
Bei econnect Germany erhalten zehn Privatkunden der STAWAG ein Elektrofahrzeug, um dessen Nutzung in den Alltag zu integrieren. Ziel des Projektes ist die Vernetzung von Smart Home und Smart Grid. „Das ist ein entscheidender Schritt für die Alltagstauglichkeit des Vernetzungskonzeptes“, betont Peter Kellendonk, 1. Vorsitzender der EEBus Initiative: „Fahrzeuge mit Elektro-Motoren können so zu fahrenden Energiespeichern werden.“

Für Dr. Christian Becker, Vorstand der STAWAG, Stadtwerke Aachen AG ist der Eintritt in die EEBus-Initiative eine wichtige strategische Entscheidung: „Die Energieversorgung der Zukunft wird stark von Dienstleistungs- und Bündelprodukten bestimmt werden. Die Vernetzung zwischen Kunden einerseits und dem Energiedienstleister andererseits wird neue Geschäftsfelder eröffnen.“ Es gelte dabei, die Erzeugung und den Stromverbrauch aufeinander abzustimmen und damit einhergehend Lasten, etwa von Elektrofahrzeugen, oder die dezentrale Energieeinspeisung in einem Haushalt, beispielsweise aus einer Photovoltaik-Anlage, intelligent zu steuern.

Im Hinblick auf gesamtwirtschaftliche Entwicklungen ist eine Konnektivität mit den Elektroautos sogar dringend angezeigt. Denn nach den Plänen der Bundesregierung fahren in einigen Jahren eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen. Deren Betankung mit Strom wird dann dank des umfassenden Informationsaustausches auf Zeiten verlagert, in denen die Energieversorger dringend nach Abnahme-Möglichkeiten für Ökostrom suchen. „Eine solche intelligente Vernetzung stabilisiert die Stromnetze und ermöglicht es, dass Autos als motorisierte Stromspeicher und Stromabnehmer fungieren“, so Kellendonk. Der Anpassungsdruck steigt in den nächsten Jahren deutlich, weil der Anteil von Wind- und Solarstrom nach den Plänen der Großen Koalition von derzeit etwa 25 auf bis zu 45 Prozent im Jahre 2025 und auf bis zu 60 Prozent im Jahr 2035 wachsen soll. Funktioniert die Vernetzung mit den Autos, ermöglicht das zudem weitere komfortable Anwendungen in Fahrzeugen. „Das wird für die Kunden äußerst wichtig, denn dazu gehört nicht nur eine bessere Verkehrssteuerung, sondern alle Fragen rund um die individuelle Mobilität“, so Kellendonk. Beispielsweise erfolgt dann ein direkter Abgleich von Einträgen im Terminkalender mit Zielvorgaben im Navigationssystem. Gleichzeitig werden Informationen an das Kommunikationssystem zu Hause übermittelt, damit dieses sich hierauf optimiert.

Die intelligente Vernetzung haben STAWAG und EEBus Initiative bereits erfolgreich gemeinsam geprobt, etwa beim viel beachteten Feldversuch Smart Watts mit 250 Haushalten. Auf dessen Ergebnissen wird jetzt quasi mit econnect Germany aufgebaut, mit dem Schwerpunkt Elektromobilität. Außerdem wird in eConnect erstmals eine rein auf IP Technologie basierende Kommunikation, der sog. SHIP (Smart Home IP) verwendet. Beide Feldversuche erfolgen im Rahmen von Projekten der Bundesregierung. STAWAG-Vorstand Dr. Becker: „Um uns auf die vielfältigen Herausforderungen des intelligenten Stromnetzes optimal vorzubereiten, wollen wir die Zusammenarbeit durch unsere Mitgliedschaft in der EEBus Initiative weiter intensivieren.“

Inzwischen gehören nahezu 50 Unternehmen der EEBus-Initiative an, beispielsweise ABB, Bosch, Bosch und Siemens Hausgeräte, E.ON, EnBW, Gira, Intel, Jung, Kabel Deutschland, Liebherr, Miele, Schneider Electric, SMA, SolarWorld, Telekom, der TÜV Süd oder Vaillant (eine vollständige Liste der Mitglieder steht im Internet unter: http://www.eebus.org/eebus-initiative-ev/mitglieder/). Die Initiative hat bereits Anwendungen realisiert, bei denen Produkte von mehr als 20 Unternehmen die Status- sowie Steuerungsinformationen ausgetauscht und den Einsatz aufeinander abgestimmt haben, unabhängig von Marken, Gerätetypen und bisheriger Kommunikation.

Um das Potential eines standardisierten Informationsaustauschs optimal zu nutzen, strebt die Initiative eine weltweite Anwendung der EEBus-Technologie an. Deshalb erfolgt ein großer Teil der Arbeit der Initiative auf internationaler Ebene und in den dort tätigen Normierungsgremien. „Gerade im Automobilbereich ist die Konnektivität einer der Innovations-  und Wachstumsmotoren der Zukunft, und zwar weltweit“, erwartet Kellendonk: „Der EEBus-Ansatz mit einem offenen System, in das alle technischen Geräte integriert werden können, ist dafür der ideale Ansatz.“

Über die EEBUS Initiative e.V.
Die als Verein organisierte EEBus Initiative vernetzt international führenden Unternehmen, Verbände und Akteure der Branchen Energie, Telekommunikations- und Elektronikwirtschaft. Der Verein verfolgt den Zweck, EEBus als standardisierten und konsensorientierten Kommunikationsstandard zu etablieren. Startend mit Smart Grid und Smart Consumern, soll der Ansatz über Smart Home und Building hinaus zu einem ganzheitlichen Konzept für nahezu alle Smart Devices entwickelt werden. Dabei fungiert der Verein als offizielle Plattform für Normungsinitiativen sowie Meinungsbildung. Durch die gebündelte Stärke und Kompetenz wird so ein neuer übergreifender Markt für smarte Konnektivität eröffnet. Das Ziel: ein Plus an Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit zum Wohle von Verbrauchern, Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft.
Die EEBus Initiative kooperiert mit Verbänden und Gremien auf internationaler Ebene, um die Grundlagen für eine weltweite Interoperabilität zu schaffen. Eine vollständige und aktuelle Liste der Mitglieder der Initiative EEBus e.V. steht im Internet unter: http://www.eebus.org/eebus-initiative-ev/mitglieder/

Über die STAWAG:
Die STAWAG ist ein zukunftsorientiertes Unternehmen für Energie und Wasser in Aachen. Sie liefert täglich Strom, Erdgas, Fernwärme und Trinkwasser an über 130 000 Kunden. Außerdem betreibt sie im Auftrag der Stadt Aachen das Abwassersystem. Den Wettbewerb in der Energiewirtschaft hat sie genutzt, um vom reinen Energieversorger zu einem vielseitigen Dienstleister zu werden. Für die Elektromobilität engagiert sie sich schon lange und ist an mehreren Bundesforschungsprojekten beteiligt. Sie betreibt ihre Ladestationen mit Ökostrom und fördert ihre Kunden bei der Anschaffung von Elektrofahrzeugen.

PM: EEBUS Initiative e.V.

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