Fünften Außerordentlichen Internationalen Hydrographischen Konferenz

Yachthafen in Bibione setzt auf thermische Solaranlagen / Foto: HB
Weltkonferenz der Internationalen Hydrographischen Organisation findet unter deutscher Präsidentschaft statt / Foto: HB

Weltkonferenz der Internationalen Hydrographischen Organisation findet unter deutscher Präsidentschaft statt

Während der „Fünften Außerordentlichen Internationalen Hydrographischen Konferenz“ vom 6. Oktober bis zum 10. Oktober 2014 diskutieren rund 300 Delegierte aus 78 Staaten und 12 internationalen Organisationen über neue Techniken und Standards in der Hydrographie.

(WK-intern) – 30 Unternehmen präsentieren neue Technologien für die Seevermessung, die Wracksuche, das Datenmanagement und die digitale Seekartographie. Der Präsident der Weltkonferenz und Vizepräsident des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Dr. Mathias Jonas, leitet die Konferenz.

Einen breiten Raum werden die Beratungen über die strategische Ausrichtung und die sich daraus ergebende Zuordnung der Ressourcen zu den Schwerpunktthemen der Weltorganisation einnehmen. „Ich möchte erreichen, dass wir in der IHO verstärkt an fachübergreifenden Standardisierungsprojekten, vor allem aber an S-100 arbeiten. Dieses Datenmodell erlaubt uns die intelligente Kombination des Wissens der Hydrographie mit Informationen der verwandten Wissenschaftsdisziplinen wie Ozeanographie und Meteorologie“, definierte Dr. Mathias Jonas ein Ziel der Konferenz.

Die zunehmende Nutzung der Meere über die Seeschifffahrt hinaus, aber auch die Umsetzung Internationaler Übereinkommen zum Schutz der Meere benötigt hydrographische Informationen als Handlungsgrundlage. Die nationalen hydrographischen Dienste müssen zukünftig neben amtlichen Seekarten vor allem hochgenaue und aktuelle maritime Geodaten vorhalten. Das BSH stellt diese Daten für Deutschland in dem Internetportal www.geoseaportal.de bereit. Die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer werden Unterstützungsmöglichkeiten für Schwellenländer beim Aufbau moderner hydrographischer Dienste (IHO Capacity Building Programme) diskutieren, um auch diese IHO-Mitglieder auf das digitale Zeitalter auszurichten. In diesem Zusammenhang betont der Konferenz-Präsident: “In der regionalen Zusammenarbeit müssen wir die Übertragung erfolgreicher Kooperationsmodelle wie zum Beispiel der baltischen Staaten auf andere Regionen verbessern.“

Hohe Aufmerksamkeit der Fachleute werden auch die Präsentationen neuer Vermessungstechnologien und Softwarelösungen genießen. Sie sollen zukünftig ein Abbild des Meeresbodens in bisher unerreichter Genauigkeit und Detaillierung mit geringeren Kosten liefern.

Neben dem Stand der weltweiten Produktion von digitalen Seekarten (Electronic Navigational Charts ENC) werden die Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsstaaten auch die Weiterentwicklung des E-Navigation-Programms der IMO und deren Auswirkungen auf die Arbeit der IHO beleuchten.

Die IHO wurde 1921 als eine zwischenstaatliche Organisation gegründet, die die Sicherheit in der Navigation und den Schutz der maritimen Umwelt unterstützen soll. Sie soll unter anderem sicherstellen, dass alle befahrbaren Seegewässer untersucht und kartiert werden. Der Anspruch an die alle zweieinhalb Jahre in Monaco stattfindende Konferenz besteht darin, trotz teilweise konträrer nationaler Auffassungen die Zusammenarbeit auf allen Ebenen der Hydrographie konstruktiv fortzusetzen.

Die Hydrographie untersucht die Oberflächengewässer der Erde und trägt die zugehörigen Daten und Informationen zusammen. Ergebnisse der Arbeit sind zum Beispiel Seekarten, Informationen über Unterwasserhindernisse oder Zustandsbeschreibungen der Gewässer.

Das BSH ist Partner für Seeschifffahrt, Umweltschutz und Meeresnutzung, der Seeschifffahrt und maritime Wirtschaft unterstützt, Sicherheit und Umweltschutz stärkt, nachhaltige Meeresnutzung fördert, Kontinuität von Messungen gewährleistet und über den Zustand von Nord- und Ostsee kompetent Auskunft gibt.
Das BSH mit Dienstsitz in Hamburg und Rostock ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

PM: BSH

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