Erdwärme aus größeren Tiefen sicher erschließen!

Prof. Rolf Bracke (Direktor des Internationalen Geothermiezentrums an der Hochschule Bochum, rechts), Dietmar Spohn (Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum Holding GmbH, 2.v.r.) und Prof. Rudolf Staiger (Vizepräsident für Forschung und Lehre der Hochschule Bochum, links) begrüßen Prof. Erik Saenger (2.v.l.) in Bochum.
Prof. Rolf Bracke (Direktor des Internationalen Geothermiezentrums an der Hochschule Bochum, rechts), Dietmar Spohn (Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum Holding GmbH, 2.v.r.) und Prof. Rudolf Staiger (Vizepräsident für Forschung und Lehre der Hochschule Bochum, links) begrüßen Prof. Erik Saenger (2.v.l.) in Bochum. / Pressebild: GZB

Neuer Stiftungsprofessor Dr. Erik Saenger arbeitet an einem der zentralen Ziele der Geothermieforschung: Erdwärme aus größeren Tiefen sicher erschließen!

Dr. Erik H. Saenger ist neuer Professor für Reservoir Engineering und Gesteinsphysik an der Hochschule Bochum. Zum 1. September  ist Prof. Saenger von der ETH Zürich nach Bochum gewechselt und unterstützt dort das Team des Internationalen Geothermiezentrums (GZB) an der Hochschule Bochum.

(WK-intern) – Ermöglicht wurde der neu ins Leben gerufene Lehrstuhl durch die Unterstützung der Stadtwerke Bochum, die den Stiftungslehrstuhl insgesamt fünf Jahre finanzieren.

Nach dem Studium der Physik und anschließender Promotion in Karlsruhe und Berlin hat Erik Saenger über 10 Jahre an der FU Berlin und der ETH Zürich an verschiedenen herausragenden Forschungsprojekten mitgewirkt. Zuletzt war er in Zürich Sprecher der gesteinsphysikalischen Forschungsgruppe der ETH. Reservoir Engineering – der Titel seines neuen Lehrstuhles in Bochum – bedeutet, sich mit der Erkundung, der Beschreibung und der Erschließung tiefer geothermischer Vorkommen zu beschäftigen. Oder anders gesagt: Wie sind die Gegebenheiten in großen Tiefen und wie lassen sich diese nutzen und nutzbar machen, um Wärme aus dem Untergrund zu gewinnen. Die besondere Herausforderung dabei ist, Verfahren zu entwickeln und zu verfeinern, mit denen man über die Verhältnisse in großen Tiefen (4.000m Tiefe und mehr) von über Tage verlässliche Aussagen treffen kann.

Prof. Rolf Bracke – Direktor des GZB – ist froh, den neuen Kollegen nun endlich in Bochum begrüßen zu dürfen. „Sein Know-how im Bereich Reservoir Engineering ist genau das, was uns im Team am GZB noch gefehlt hat. Wir freuen uns alle, dass wir mit Erik Saenger einen solch kompetenten und geschätzten Kollegen für unsere Aufgaben in Bochum gewonnen haben.“

Dem Reservoir Engineering kommt innerhalb der Geothermie eine bedeutende Aufgabe zu, wenn Geothermie kurz- und mittelfristig verstärkt auch im Kraftwerksmaßstab genutzt werden soll. Die grundlastfähige Energieform ist ein bedeutender Baustein, um die Energiewende – insbesondere im Wärmemarkt – zu bewältigen. Sie kann z.B. dazu beitragen, das bestehende große Fernwärmenetze zukünftig statt mit fossilen Energieträgern klimafreundlich betrieben werden.
Die Hochschule Bochum vervollständigt mit der Berufung von Erik Saenger ihr Kompetenzprofil. Neben der Bohrtechnik und Technologien der oberflächennahen Geothermie können in dem Forschungsverbund des GZB so nun auch Fragestellungen in größeren Tiefen bearbeitet werden.

Die Stadtwerke Bochum fördern die Stiftungsprofessur über fünf Jahre hinweg mit einem jährlichen Betrag von 100.000 Euro. „Den Stadtwerken geht es darum, die Präsenz der Geothermie im deutschen und internationalen Markt zu verbessern und die dazu nötige Ingenieurausbildung hier am Standort Bochum voranzutreiben“, erläutert Dietmar Spohn, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum. Der Lehrstuhl wird Projekte der Stadtwerke im Bereich der Geothermie wissenschaftlich begleiten. „Wir erhoffen uns von den Forschungsaktivitäten des Geothermiezentrums Unterstützung bei unserem Vorhaben, eines Tages die gewonnene geothermische Energie in unsere Netze einspeisen zu können. Auf diese Weise können wir die schon jetzt hervorragende Ökobilanz unserer Wärmeerzeugung weiter  verbessern“, führt Dietmar Spohn aus.

Das Internationale Geothermiezentrum (GZB)

Das GZB, gegründet 2003, ist eine Verbundforschungseinrichtung der Wissenschaft und der Wirtschaft. Angesiedelt an der Hochschule Bochum stellen die Ruhr-Universität Bochum, die RWTH in Aachen, die Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, die Hochschule Osnabrück, die Hochschule OWL und die TU Darmstadt die weiteren universitären Träger. Hinzu kommen assoziierte Universitäten aus Chile, Neuseeland, Kroatien, Griechenland und der Türkei. Neben weiteren Institutionen Öffentlichen Rechts (EnergieAgentur.NRW, Bezirksregierung Arnsberg, Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr GmbH, Stadt Bochum und der IHK Mittleres Ruhrgebiet) sind über 25 Firmen der Geothermiebranche aktive Partner des GZB. Das Internationale Geothermiezentrum ist seit Anfang 2011 Sitz des geothermischen Weltverbandes IGA (International Geothermal Association) mit über 5000 Mitgliedern aus fast 70 Ländern sowie des Internationalen Büros des Bundesverbandes Geothermie.
Das GZB fungiert als One-Stop-Shop für alle Fragestellungen der Geothermie.

PM: GZB

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