24. Niedersächsischen Hafentag in Papenburg eröffnet

Der Transport für die Offshore-Windparks ist im vollen Gange / Foto: HB
Der Transport für die Offshore-Windparks ist im vollen Gange / Foto: HB

Norddeich hat sich zu einem Offshore-Versorgungshafen entwickelt.

Über den Hafen Norddeich werden der Aufbau und die Betriebsführung verschiedener Windparks koordiniert.

(WK-intern) – Zusätzlich zu den klassischen Wachstumsfeldern Agrarwirtschaft und Kraftfahrzeuge konnte die Energiewirtschaft in den letzten Jahren für Niedersachsen Ports einen immer größeren Stellenwert erlangen.

Zukunftsprojekte im Energiebereich sind die Cuxhaven Offshore Basis und die Planung weiterer Liegeplätze für den Crew-Transport der Offshore-Windparks in Norddeich.

Wirtschaftsminister Olaf Lies hat vor rund 320 geladenen Gästen aus der maritimen Branche den 24. Niedersächsischen Hafentag in Papenburg eröffnet.

Minister Olaf Lies betonte, dass Niedersachsen seine Hafenpolitik derzeit neu ausrichtet und ein gemeinsames Auftreten der norddeutschen Häfen verfolgt. „Die norddeutschen Häfen müssen ungeachtet des Wettbewerbs der Häfen untereinander gemeinsam auftreten. Unser Ziel muss es sein, die Schlagkraft und Wettbewerbsfähigkeit im Nordverbund zu stärken. Wir müssen das Bewusstsein für den Standort Norddeutschland und die europäische Konkurrenz schärfen.”

Laut aktueller Seeverkehrsprognose ist bis zum Jahr 2030 im Bereich der Nordseehäfen mit einer Steigerung des Umschlagaufkommens von bis zu 80% zu rechnen. Um diesen erhöhten Anforderungen gerecht zu werden, müssten sich die Häfen auf ihre Stärken spezialisieren und ihre einzelnen Profile schärfen, so Lies. „Wir müssen die Schwerpunkte, die unsere Häfen schon heute herausgebildet haben, gezielt entwickeln. Unsere Politik ist auf ein leistungsfähiges Netz ausgerichtet. Dieses Netz kann sich aber nicht nur auf Niedersachsen beschränken. Häfen und Seehäfen im Besonderen sind wichtiger Bestandteil der gesamten deutschen Wirtschaft.” Um die Profile der einzelnen Häfen gesondert zu entwickeln, sind neben den Instandhaltungs- und Unterhaltungsmaßnahmen auch Neubaumassnahmen notwendig.

In Emden werden 120 Mio. Euro in den Ausbau der Nesserlander Schleuse investiert, 7,9 Mio. Euro in den Bau eines Dalbenliegeplatzes für Autotransporte und 2,3 Mio. Euro in den Neubau einer Löschbrücke für den Umschlag von Biodiesel und Düngemittel. Außerdem ist ein zweiter Großschiffsliegeplatz für Kfz- Umschlag in Planung. Die Entwicklung des Rysumer Nackens stehe weiterhin im Fokus der gemeinsamen Planungsarbeiten, betonte Lies. Der “Masterplan Ems 2050″ erfordere jedoch noch weitere Abstimmungen.

Auch im Standort Brake wird investiert: 10 Mio. Euro werden für die Erneuerung und Ergänzung eines zweiten Großschiffsliegeplatzes an der Südpier bereitgestellt. In Stade laufen derweil die Planungen für eine mögliche Hafenerweiterung, und in Wilhelmshaven geht es um Instandhaltungsarbeiten, etwa Korrosionsschutz an der Niedersachsenbrücke in erheblicher Größenordnung (6 Mio. Euro). Norddeich hat sich zu einem Offshore-Versorgungshafen entwickelt. Über den Hafen Norddeich werden der Aufbau und die Betriebsführung verschiedener Windparks koordiniert. Zudem wird laufend in die Unterhaltung und den Ausbau der Inselversorgung zu den ostfriesischen Inseln investiert. So wird in diesem Jahr für rd. 1,5 Mio. Euro der Hafenschutzdamm auf Wangerooge verstärkt, um die Sicherheit und die Reisequalität für die Urlauber zu verbessern.

Angesichts des erhöhten Umschlagsaufkommens werde vor allem der Bedarf an leistungsfähigen Hinterlandanbindungen steigen, so Verkehrsminister Lies. Daher sei ein Ausbau von Schiene, Straße und Wasserstraßen unerlässlich. Dementsprechend wird zum Beispiel in Cuxhaven ein Gleis um 280 m verlängert, um zukünftig das Aufstellen von Ganzzügen zu ermöglichen. Am Alten Fischereihafen Cuxhaven werden zunächst rund 800.000 Euro zum Erhalt des Nordseekais und Mittel für die Sanierung und den Erhalt von denkmalgeschützten Gebäuden (z.B. Netzhalle) in die Hand genommen. Außerdem laufen die Planungen für den Bau des Liegeplatzes 4 auf Hochtouren. Nach Abschluss der Verlagerung des Offshore-Testfeldes stehen jetzt weitere Gewerbeflächen für die industrielle Nutzung zur Verfügung.

Zusätzlich zu den klassischen Wachstumsfeldern Agrarwirtschaft und Kraftfahrzeuge konnte die Energiewirtschaft in den letzten Jahren für Niedersachsen Ports einen immer größeren Stellenwert erlangen. Zukunftsprojekte im Energiebereich sind die Cuxhaven Offshore Basis und die Planung weiterer Liegeplätze für den Crew-Transport der Offshore-Windparks in Norddeich.

Wirtschaftsminister Olaf Lies stellte auch die Broschüre „Die Niedersächsischen Häfen im Profil: Zahlen – Daten – Fakten” vor, die das Niedersächsische Wirtschaftsministerium zum 24. Hafentag veröffentlicht hat. Die Broschüre ist ab sofort als Download auf der Homepage des Wirtschaftsministeriums erhältlich:

Hafenbericht „Es freut mich sehr, Ihnen diese Faktensammlung vorstellen zu können, die interessante Einblicke und einen guten Überblick über die Häfen unseres Landes gibt. Dieser Profilbericht zeigt in eindrucksvoller Weise die Vielfalt, Verschiedenheit und Bandbreite unserer Häfen”, so Olaf Lies.

Der Minister lud die Vertreter der Hafenwirtschaft dazu ein, in einem gemeinsamen Dialogprozess ein Perspektivpapier mit dem Titel „Die Niedersächsischen Häfen: Perspektiven für die Zukunft” zu erarbeiten. Es soll sich den aktuell wichtigen Themen und künftigen Erfordernissen für die maritime Branche widmen. “Dies geht erfolgreich nur gemeinsam mit der Hafenwirtschaft”, betonte Lies.

Sabine Schlemmer-Kaune
Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

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