Das Land braucht eine breit aufgestellte Lebens- und Futtermittelüberwachung

Ob die neue Länderöffnungsklausel überhaupt juristisch haltbar ist? / Foto: HB
Wir brauchen eine breit aufgestellte Lebens- und Futtermittelüberwachung / Foto: HB

Staatssekretärin Silke Schneider stellt Jahresbericht des Landeslabors 2013 vor. „Wir brauchen eine breit aufgestellte Lebens- und Futtermittelüberwachung“

NEUMÜNSTER –  Eine breit aufgestellte, qualitativ hochwertige Überwachung von Lebens- und Futtermitteln ist für den Verbraucherschutz essentiell.

(WK-intern) – Das machte Staatssekretärin Dr. Silke Schneider bei der Vorstellung des Jahresberichts des Landeslabors Schleswig-Holsteins heute (9. September 2014) deutlich. „Das Landeslabor hat eine wachsende Palette von Aufgaben. Neben der Kontrolle von Futter- und Lebensmitteln trägt es durch seine Überwachungstätigkeit zum Schutz vor Tierseuchen und zur Verbesserung der Tiergesundheit bei“, sagte Silke Schneider. Zudem hat das Landeslabor dieses Jahr als neue Aufgabe die Überwachung des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung übernommen.

„In den letzten beiden Legislaturperioden wurde die Arbeit des Landeslabors vor allem daran gemessen, wie sich Einsparungen erzielen lassen. Das ist nicht der richtige Weg“, sagte Schneider. „Wir brauchen eine Trendumkehr.“ Damit das Landeslabor den gestiegenen Anforderungen des Verbraucherschutzes gerecht werden könne, wolle das Ministerium für Umwelt, Energiewende, Landwirtschaft und ländliche Räume das Budget um eine Million Euro aufstocken, vorbehaltlich der Zustimmung des Landtags. Die Mittel könnten angesichts des Investitionsstaus aber nur ein Anfang sein. „Hier suchen wir nach einem geeigneten Weg“, sagte Schneider.

Schwerpunkte 2013: Schimmelpilz in Futtermittel

Um ein hohes Maß an Verbraucherschutz zu gewährleisten, ist es nach den Worten von Staatssekretärin Dr. Silke Schneider nicht nur erforderlich, die Unbedenklichkeit von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen zu überwachen. „Der gesundheitliche Verbraucherschutz setzt vielmehr schon in der Produktion an“, sagte sie. „Deshalb sind wir 2013 auch neue Wege im Rahmen der Futtermittelüberwachung gegangen und haben erstmals gegenüber allen Futtermittelunternehmen des Landes eine Allgemeinverfügung zum vorbeugenden Verbraucherschutz erlassen“.

Hintergrund dieser Anordnung war der Transport von mit dem Pilzgift Aflatoxin B1 belastetem Futtermais nach Deutschland, der auch in geringen Mengen nach Schleswig-Holstein gelangt war. Um eine Beeinträchtigung der Tiergesundheit zu verhindern, waren alle Futtermittelunternehmen in Schleswig-Holstein frühzeitig  verpflichtet worden, jede im Land gelöschte Schiffsladung Mais aus bestimmten osteuropäischen Ländern der Futtermittelüberwachung anzuzeigen und auf das Vorhandensein von Aflatoxin B1 zu untersuchen.

Gemäß dieser Anordnung wurden in der Zeit vom 25. März bis 30. September 2013 37 Mais-Schiffstransporte mit einer Gesamtmenge von 33.500 Tonnen angemeldet. Die angeordneten Untersuchungen ergaben in allen Fällen die Unbedenklichkeit des Maises. Parallel führte die Futtermittelüberwachung des Landeslabors 25 Kontrollen durch, die die Einhaltung der Verfügung bestätigten.

Im Bereich der Lebensmittelüberwachung bildete im Berichtsjahr die Überwachung von Fleischprodukten einen Schwerpunkt, weil Anfang 2013 Pferdefleisch in als Rindfleischerzeugnis deklarierten Lebensmitteln entdeckt worden war. Dabei wurden insgesamt 32 Einsendungen molekularbiologisch auf Pferdefleischbestandteile untersucht. Bei drei Einsendungen (alle Corned Beef) konnte qualitativ Pferdefleisch nachgewiesen werden.

„Dieser Fall macht deutlich, wie unterschiedlich die Beeinträchtigungen von Lebensmitteln heute sein können. Verbraucher erwarten zu Recht Transparenz und Ehrlichkeit: Sie wollen wissen, was in den Waren enthalten ist“, so die Staatssekretärin.

Insgesamt seien rund 10.700 Proben von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen untersucht worden, von denen 1.514 Proben beanstandet wurden. 604 Proben wurden wegen Mängeln bei der Kennzeichnung und Aufmachung beanstandet. Darüber hinaus gab es wegen mikrobiologischer Verunreinigungen 466 Beanstandungen, wegen der Zusammensetzung von Lebensmitteln 127. Insgesamt lag die Beanstandungsquote bei 14,1 Prozent.

Hintergrund:

Das Landeslabor Schleswig-Holstein mit seinem Sitz in Neumünster ist die zentrale Untersuchungsstelle für Lebensmittel und Bedarfsgegenstände. Daneben untersucht das Amt Proben im Rahmen der Tiergesundheit, der Tierseuchendiagnostik und des Umweltmonitorings. Außerdem nimmt das Labor landesweit die Aufgaben der Futter- und Tierarzneimittelüberwachungsbehörde sowie die Aufgaben der Überwachung des Handelsklassenwesens wahr.

Am 31.Dezember 2013 gehörten 185 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zum aktiven Personal des Landeslabors. Das Landeslabor hatte 2008 noch 10,6 Millionen an Mitteln aus dem Lande erhalten. Bis 2012 sank der Betrag auf 9,1 Millionen Euro. In 2013 und 2014 nahm das Land dem Landeslabor bei einem Zuschuss von 8,8 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich die Bewirtschaftungskosten im Wert 1,3 Millionen Euro ab. Von 2015 an soll das Landeslabor neben der Entlastung bei den Bewirtschaftungskosten noch rund eine Million Euro mehr erhalten – und damit 9,8 Millionen insgesamt.

Stichwort Aflatoxin

Aflatoxine gehören als natürlich vorkommende Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen zu den Mykotoxinen (Pilzgifte). Diese gelten unter anderem als krebserregend. Deshalb werden auch Lebensmittel auf das Vorhandensein von Aflatoxinen untersucht, um die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgehalte zu überprüfen.

PM: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume S-H

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