SolarContact-Index: Eigenverbrauchsumlage sorgt für Zubauboom über 10 kWp

Der SolarContact-Index verharrt im August bereits zum vierten Mal in Folge mit 83 Indexpunkten / Foto: HB
Der SolarContact-Index verharrt im August bereits zum vierten Mal in Folge mit 83 Indexpunkten / Foto: HB

Der SolarContact-Index ist im August zum vierten Mal in Folge konstant geblieben.

(WK-intern) – Dieser Seitwärtstrend wird durch die aktuellen Zubauzahlen an PV-Kleinanlagen im Juli bestätigt.

Hamburg – Demgegenüber boomte der Zubau im PV-Anlagensegment größer 10 kWp. Dieser Boom dürfte jedoch nur ein kurzfristiger Vorzieheffekt sein, um die Eigenverbrauchsumlage ab August zu vermeiden.

Der SolarContact-Index verharrt im August bereits zum vierten Mal in Folge mit 83 Indexpunkten (Vormonat Juni: 89) im Durchschnitt der zurückliegenden 12 Monate auf einem niedrigen Niveau. Das Interesse an PV-Angeboten erreicht damit sogar einen neuen Jahrestiefstand – nur der saisonal bedingt schlechte Dezember sorgte mit 74 Indexpunkten für einen Ausreißer nach unten. Das unterdurchschnittlich niedrige Interesse an PV-Kleinanlagen von Privatleuten ist vermutlich sowohl auf die Unsicherheit bei der praktischen Umsetzung des neuen EEG 2014 als auch auf die an sich geringe Förderung durch die Solarvergütung zurückzuführen. Die Entwicklung des SolarContact-Index deutet jedoch auch darauf hin, dass ein Branchenabsturz zunächst nicht eintreten wird.

Vergleicht man den konstanten Verlauf des SolarContact-Index mit den aktuellen Zubauzahlen, so drängt sich insbesondere gegenüber dem Zuwachsboom im Juli 2014 mit einem Wachstum der installierten Anlagen von 51% auf insgesamt 10720 (Vormonat Juni: 7078) PV-Anlagen ein Widerspruch auf. Denn diesem Boom hätte auch eine Steigerung der Anfrageintensität im Mai und Juni vorweggehen müssen. Differenziert man jedoch den Anlagenzubau des Juni und Juli nach Anlagengrößen bis und über 10 kWp Leistung, so wird deutlich, dass der Juni mit einer Steigerung von 145% (+ 2525 Anlagen) auf insgesamt 4266 Anlagen insbesondere in der Größenklasse ab 10,00 kWp boomte. PV-Anlagen unter 10 kWp sind nur leicht von 5337 auf 6454 um 1117 Anlagen (+ 25%) angestiegen.

Die sehr unterschiedliche Entwicklung der Zubauzahlen ist vermutlich nur ein einmaliger Effekt und auf das Inkrafttreten der Eigenverbrauchsumlage für PV-Anlagen</a> größer 10 kWp ab 01.08.2014 zurückzuführen. Denn Anlagen, die vor diesem Datum errichtet werden, sind unter Berücksichtigung spezieller Anforderungen an den Eigenverbrauch von der Abführung eines Anteils der EEG-Umlage befreit. Aktuell ist die Abführung der Eigenverbrauchsumlage jedoch ausgesetzt. Grund dafür ist, dass die Verordnung nach § 91 Nr. 7 EEG 2014, in der das Verfahren zur Abwicklung der EEG-Umlage für Eigenversorger geregelt werden soll, vom Bundeswirtschaftsministerium noch nicht vollends ausgearbeitet wurde. Von anderer Stelle heißt es, der Entwurf zur Verordnung soll im Herbst vorliegen und spätestens Anfang 2015 in Kraft treten.

Der SolarContact-Index stützt sich auf die Nachfrage nach allen Gewerken rund um Photovoltaikanlagen im Internet und wird von der DAA Deutsche Auftragsagentur aus Hamburg erhoben. Die DAA ist einer der größten deutschen Internet-Anfragedienstleister für regenerative Energietechnik und ist u.a. auf die Projektvermittlung für Solaranlagen, Heiztechnik sowie Dämmungs- und Sanierungsarbeiten spezialisiert.

PM: DAA Deutsche Auftragsagentur GmbH

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