Studie: Diskrepanz zwischen Anbindungskapazität und tatsächlich finanzierten Offshore-Windpark-Kapazitäten

Die Offshore-Plattform mit der Konverterstation wurde in einer Werft in Vlissingen gebaut und anschließend mit einer Barge zum endgültigen Aufstellort 125 Kilometer von der Küste entfernt auf die Nordsee geschleppt. / Pressebild: TenneT
Offshore-Plattform mit der Konverterstation  / Pressebild: TenneT

TenneT: Offshore-Anbindungskapazitäten effektiv nutzen

• Studie zeigt: Lücke zwischen Offshore-Windkapazität und Anbindungs-kapazität weiter vorhanden
• Netzanbindungskapazität bereits bei 7.100 MW; bislang nur 3.800 MW Wind-Kapazität in der Nordsee finanziert
• EEG-Reform ist wichtiger Schritt in Richtung eines effektiven Systems

(WK-intern) – Die Novelle des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG) hat die Investitionssicherheit von Offshore-Windparks gesteigert.

Das zeigen erste Finanzierungsentscheidungen für einige Offshore-Windparkprojekte in den vergangenen Wochen. Dennoch wird sich die Diskrepanz zwischen Anbindungskapazität und tatsächlich finanzierten Windpark-Kapazitäten in der Nordsee in den kommenden Monaten noch nicht verringern, so eine aktuelle Studie der Offshore Management Resources. Die Studie hat im Auftrag des Übertragungsnetzbetreibers TenneT den Umsetzungsstatus von Offshore-Windparkprojekten in der deutschen Nordsee untersucht und gibt erstmals einen fundierten Überblick über die tatsächliche Entwicklung der Offshore-Windenergie nach der Reform des EEG. Danach gibt es weiterhin eine Lücke zwischen der Errichtung der Netzanbindungssysteme und dem Zubau an Offshore-Windkapazität. Während aktuell nur 3.800 Megawatt Offshore-Windpark-Kapazität über eine Finanzierung verfügen, entstehen bereits entsprechend der gesetzlichen Vorgaben 7.100 Megawatt Netzanbindungskapazität in der Nordsee. Weitere 900 Megawatt Anbindungskapazität sind ausgeschrieben. Vor diesem Hintergrund forderte heute Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung der TenneT TSO GmbH: „Sollten Offshore-Windparkprojekte, die eine unbedingte Netzanbindungszusage besitzen, im Laufe des nächsten Jahres noch immer keine finale Investitionsentscheidung getroffen haben, erwarten wir, dass ihnen wie im EEG festgelegt die Netzanbindungszusage entzogen wird. So würde neuen Windparkprojekten eine Chance gegeben und zumindest die bereits entstehenden Anbindungskapazitäten könnten effektiv genutzt werden.“

Mit Blick auf den Umsetzungs- und Planungsstand der Offshore-Windpark-Projekte stellt die Studie fest, dass es trotz der positiven Regelungen der EEG-Novelle keinen kurzfristigen, sprunghaften Anstieg der ‚Belegungsquote‘ der in der Nordsee entstehenden Netzanbindungen geben werde. Nur einige wenige Offshore-Windparks mit einer Gesamtkapazität von 2.900 Megawatt, die über eine gesicherte Netzanbindung verfügen, würden überhaupt für eine kurzfristige Finanzierungsentscheidung in Frage kommen. Davon würde die Mehrheit planen, diese Entscheidung erst bis Ende 2015 zu treffen.

TenneT hat bereits drei Anbindungen mit einer Gesamtkapazität von knapp 570 MW fertiggestellt. Weitere neun Anbindungssysteme befinden sich im Bau; ein zehntes ist ausgeschrieben. Insgesamt erwartet TenneT, dass 8.000 Megawatt Anbindungskapazität bis 2019 in der Nordsee entstehen werden. TenneT erfüllt damit frühzeitig die Ausbau-Ziele der Bundesregierung, die bei 6.500 Megawatt bis 2020 liegen.

TenneT Offshore-Projekte in Gleichstrom (DC) und Wechselstrom (AC):
Projekt Kapazität (MW) In Betrieb / geplant

In Betrieb

alpha ventus 60 (AC) 2009
BorWin1 400 (DC) 2010
Riffgat 108 (AC) 2014

Im Bau / Auftrag erteilt

BorWin2 800 (DC) 2015
BorWin3 900 (DC) 2019
DolWin1 800 (DC) 2014
DolWin2 900 (DC) 2015
DolWin3 900 (DC) 2017
HelWin1 576 (DC) 2014
HelWin2 690 (DC) 2015
SylWin1 864 (DC) 2015
Nordergründe 111 (AC) 2016

Im Bau / Auftrag erteilt – Gesamt

7.109

Ausgeschriebene Projekte

BorWin4 900 (DC) 2019

Gesamt

8.009

PM: TenneT

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