Schleswig-Holstein Netz investiert 14 Millionen Euro für die Aufnahme von Windstrom

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Schleswig-Holstein Netz investiert 14 Millionen / Foto: HB

Neues 110.000-Volt-Kabel: Schleswig-Holstein Netz investiert 14 Millionen Euro für die Aufnahme erneuerbarer Energien in Nordfriesland.

Die neue Leitung schafft eine wichtige Voraussetzung dafür, Windenergie in das Höchstspannungsnetz abzuleiten und in die Verbraucherschwerpunkte im Süden weiter transportieren zu können.

Das Bauprojekt für das 110-kV-Kabel zwischen Jardelund und Weesby schreitet planmäßig voran: Seit Beginn der Bauarbeiten Anfang Juli sind vom Umspannwerk Weesby ausgehend bereits über zwei Kilometer Kabelgraben für das neue Hochspannungserdkabel, das die Umspannwerke Weesby und Jardelund verbinden wird, ausgehoben worden.
(WK-intern) – In 1,75 Metern Tiefe werden Stück für Stück jeweils sechs 20 Meter lange Leerrohre nebeneinander in den Graben gelegt und die Teilstücke miteinander verbunden. Auf diese Weise entstehen sechs Leerrohrsysteme, in die die Erdkabel zum Schluss eingezogen werden können.

„Jeden Tag schreitet die Baugrube etwa 300 Meter voran. Im Anschluss werden dann die Leerrohre verlegt und der Aushub wieder verfüllt“, sagt Till Klages, Projektleiter bei Schleswig-Holstein Netz.

In einem ersten Schritt wurde der Mutterboden auf der Gesamtstrecke von sechs Kilometern Länge abgeschoben, der bis zur Wiederverfüllung gesondert neben der Baustrecke gelagert wird. Dabei wurde abschnittsweise in Abstimmung mit den Landwirten vorgegangen, so dass alle Felder vorher abgeerntet werden konnten. Im Anschluss wurde mit speziellen Baggermatten die Baustraße errichtet. Sie dient dem Schutz der örtlichen Straßen und Böden, die nicht für die Lasten der schweren Baumaschinen ausgelegt sind. Bevor mit den Tiefbauarbeiten begonnen werden konnte, wurden außerdem Drainagen entlang der Trasse verlegt, die das Grundwasser absenken.
Während der Tiefbauarbeiten erstreckt sich die Baustelle auf dem jeweiligen Teilstück auf eine Breite von circa 25 Metern, die der aufgeschüttete Mutterboden, der Baugraben, die Baustraße und die gelagerten Leerrohre benötigen. Um die Auswirkungen für Flora und Fauna so gering wie möglich zu halten, hat Schleswig-Holstein Netz eine ökologische Baubegleitung mit der Überwachung der Arbeiten beauftragt. Um die Ertragskraft der Böden nach Ende der Arbeiten bestmöglich wiederherstellen zu können, wurde für das Projekt zudem eine bodenkundliche Baubegleitung hinzugezogen.

Die Inbetriebnahme des Hochspannungserdkabels ist noch für dieses Jahr geplant. Das Kabel wird eines der leistungsfähigsten und modernsten seiner Art in Deutschland sein und über eine Transportkapazität von rund 200 Megawatt verfügen. Dies ist etwa die Leistung, die eine Stadt von der Größe Kiels benötigt.

Dieses Großprojekt der Schleswig-Holstein Netz soll die angespannte Situation bei der Einspeisung regenerativer Energien im Kreis Nordfriesland entschärfen. Denn mit derzeit rund 1.600 MW Einspeiseleistung ist diese Region Spitzenreiter bei der Einspeisung von regenerativ erzeugtem Strom in Schleswig-Holstein.

Die neue Leitung schafft eine wichtige Voraussetzung dafür, Windenergie in das Höchstspannungsnetz abzuleiten und in die Verbraucherschwerpunkte im Süden weiter transportieren zu können. Die Kabelverbindung ist ein Baustein im Netzausbaukonzept in Schleswig-Holstein. Es wurde im Rahmen der Netzentwicklungsinitiative zwischen der Landesregierung und den Netzbetreibern im Jahr 2010 vereinbart.

PM: sh-netz

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