Gewerkschaft fordert: Kapazitätsmarkt statt Kraftwerksstilllegungen

Anlässlich der neuesten Pläne des RWE-Konzerns zu weiteren Kraftwerksstilllegungen im Rhein-Ruhr-Gebiet fordert ver.di-Bundesvorstandsmitglied Andreas Scheidt Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zum Nachsteuern bei der Energiewende auf.

„Weil sich bundesweit auch modernste und effizienteste Gas- und Kohlekraftwerke aufgrund der zunehmenden Einspeisung von Wind- und Solarstrom im bestehenden Strommarkt nicht mehr rechnen und deshalb stillgelegt zu werden drohen, muss zeitnah ein Kapazitätsmarkt etabliert werden, der die Bereitstellung von gesicherter Leistung angemessen honoriert“, betont der für Energie und Bergbau zuständige ver.di-Vorstand.

„Wenn Wind- und Photovoltaik-Anlagen zeitweilig nicht liefern können und nicht mehr genügend regelbare Ausgleichskraftwerke zur Verfü-gung stehen, um die wetterbedingten Ausfälle auszugleichen, könnte es in Zukunft zu Engpässen in der Stromversorgung kommen“, so Scheidt weiter. Nur über einen derartigen Kapazitätsmarkt hätten zukünftig ausreichend moderne Gas- und Kohle-Ausgleichskraftwerke noch die Chance, schwarze Zahlen zu schreiben. Das gelte auch für die Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, die zusätzlich zu Strom auch noch Wärme an die Haushalte und Betriebe abgeben und deshalb die Brennstoffe besonders effizient nutzen.

„Es ist volkswirtschaftlicher Wahnsinn und unverantwortlich, wenn kurzfristig hochmoderne Kraftwerke eingemottet und die dort Beschäftigten in die Arbeitslosigkeit entlassen werden, obwohl klar ist, dass wir sie spätestens morgen wieder dringend benötigen“, erklärt der Gewerkschafter.

ver.di werde am 8. Oktober 2014 einen bundesweiten Aktionstag an zahlreichen Kraftwerksstandorten in ganz Deutschland durchführen. „Damit wollen die Beschäftigten in den Stadtwerken und Energiekonzernen deutlich machen, dass nur mit einem Kapazitätsmarkt und zusätzlicher Förderung hocheffizienter Anlagen in Kraft-Wärme-Kopplung die Energiewende ohne Einschränkung für die Versorgungssicherheit konsequent weiter fortgeführt werden kann“, betont Andreas Scheidt.

PM: ver.di

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