E-Control versagt bei Reparatur des Regelenergiemarktes

Grafik: IG Windkraft
Grafik: IG Windkraft

Kosten für Regel- und Ausgleichsenergie um mehr als 70 % höher als im Vorjahr.

Trotz Ankündigungen des Regulators steigen die Kosten für Regelenergie nach neuesten Zahlen weiterhin steil nach oben.

(WK-intern) – „Derzeit liegen die Regelenergiekosten um mehr als 70 % über jenen des Vorjahres“, erklärt Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft und setzt fort: „Heuer steuern wir bereits auf einen weiteren Negativrekord von über 200 Millionen Euro Gesamtkosten zu.“

Laut neuesten Daten der Austrian Power Grid, dem für die Regelenergiebeschaffung verantwortlichen Netzbetreiber, liegen die Kosten für die Regelenergie derzeit in Summe um mehr als 70 % über jenen des Vorjahreszeitraumes. Insgesamt wurden heuer bis Ende Juli bereits mehr als 115 Millionen Euro ausgegeben. Im selben Zeitraum des Vorjahres wurden dafür lediglich rund 70 Millionen Euro aufgewendet. „Die angekündigten Maßnahmen wirken offensichtlich nicht ausreichend. Die E-Control versagt bisher bei der Schaffung eines funktionierenden und effizienten Marktes für die Regelenergie“, beklagt Moidl. In den letzten 2 Jahren haben sich die Kosten für Regelenergie um knapp 100 Millionen Euro auf über 170 Millionen Euro im Jahr 2013 fast verdoppelt. Setzt sich die aktuelle Entwicklung fort, wird es im Jahr 2014 zu einem Negativrekord von mehr als 200 Millionen Euro kommen.

Marktversagen im österreichischen Ausgleichs- & Regelenergiemarkt

Im europäischen Vergleich schneidet der österreichische Ausgleichs- und Regelenergiemarkt besonders schlecht ab. So liegen die Kosten für die Regelenergiebeschaffung in der Schweiz und in Deutschland um 50 % bzw. 70 % unter jenen in Österreich. Und das obwohl prozentual in Deutschland fast dreimal soviel Strom von Wind und Sonne ins Netz eingespeist wird und fast keine regelbare Wasserkraft verfügbar ist.

Der Regulator ist gefordert

Die vor drei Jahren umgesetzte Marktumstellung wurde offensichtlich mangelhaft vorbereitet und es ist bisher nicht gelungen einen effizienten Markt aufzubauen. „Die E-Control ist gefordert, ihre träge Haltung aufzugeben und als dafür verantwortlicher Regulator endlich brauchbare Marktbedingungen für den Regelenergiemarkt zu schaffen“, so Moidl.

Ausgleichsenergie belastet heimische Ökostromproduktion

Mittlerweile sind die gesamten Belastungen von Ausgleichsenergie und Netzgebühren für einige Windkraftwerke auf 50 % des Strommarktpreises angestiegen und liegen bei rund 1,6 Cent pro Kilowattstunde. Gleichzeitig werden auch über laufend steigende Kosten alle Erzeuger und Stromkonsumenten in Österreich mit Gebühren belastet. „Es besteht die skurrile Situation, dass ausländische Stromerzeugung, etwa aus Kohlekraftwerken, im Vergleich zur österreichischen begünstigt wird, weil diese nicht die hohen Regelenergiekosten in Österreich bezahlen muss“, erklärt Moidl.

Vorschläge liegen auf dem Tisch

Die IG Windkraft hat in einer Studie der Tiroler e3-Consult bereits Vorschläge zur Verbesserung der aktuellen Lage gemacht. „Am Ausgleichs- und Regelenergiemarkt sind viele seit langem offensichtliche Verbesserungen schnell umsetzbar“, so Moidl. „Allerdings ist die aktuelle Situation sehr bequem für einige wenige Unternehmen, die hier auf Kosten der Konsumenten und der erneuerbaren Energien hohe Umsätze machen.“

PM: IG Windkraft

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