EnBW: Operative Ergebnisentwicklung im Rahmen der Erwartungen

EnBW Windpark Türkei / Foto: HB
EnBW Windpark / Foto: HB

Erstes Halbjahr 2014

  • Gesamtprognose für 2014 unverändert
  • Hohe Wertberichtigungen auf Kraftwerkspark
  • Strategieumsetzung auf Kurs

Karlsruhe – Der EnBW-Konzern erzielte im ersten Halbjahr 2014 mit 19.926 Mitarbeitern und einem nahezu unveränderten Umsatz von rund 10,4 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis (Adjusted EBITDA) von 1.271,5 Millionen Euro.

(WK-intern) – Das Ergebnis lag 9,9 Prozent unter dem des ersten Halbjahres 2013. Die operative Ergebnisentwicklung verlief damit im Rahmen der Erwartungen.

Wertberichtigungen auf den Kraftwerkspark und erhöhte Drohverlustrückstellungen für nicht mehr kostendeckende Strombezugsverträge verursachten Sonderbelastungen in Höhe von insgesamt rund 1,58 Milliarden Euro und in der Folge einen hohen Konzernfehlbetrag. Finanzvorstand Thomas Kusterer: „Ursache dieser Sonderbelastungen im neutralen Ergebnis sind die aufgrund umfassender Marktanalysen deutlich verschlechterten Erwartungen bezüglich der langfristigen Strompreisentwicklungen. Eine Verbesserung der Marktsituation ist mittelfristig nicht in Sicht. Deshalb mussten wir die zukünftig zu erwartenden Ergebnisbeiträge aus dem Kraftwerkspark und als Konsequenz den bilanziellen Wert nach unten korrigieren. Diese Wertberichtigung hat jedoch keinen direkten Einfluss auf die operative Entwicklung des Unternehmens oder auf seine Finanzkraft.“. Für das Geschäftsjahr 2014 bestätigt die EnBW ihre bisherige Prognose und erwartet, dass das Adjusted EBITDA auf Konzernebene unverändert zwischen 0 Prozent und -5 Prozent unter dem Niveau von 2013 liegen wird.

Im Segment Vertriebe lag das Adjusted EBITDA in den ersten sechs Monaten 2014 bei 132,2 Millionen Euro und verbesserte sich damit um 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (119,2 Millionen Euro). Das Ergebnis im Stromvertrieb konnte durch Optimierungsmaßnahmen im Kundenportfolio im Zuge der Umsetzung der Strategie EnBW 2020 deutlich gesteigert werden. Im Gasvertrieb lag das Ergebnis infolge des milden Winters unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Das Adjusted EBITDA im Segment Netze verringerte sich im Berichtszeitraum um 13,0 Prozent auf 470,3 Millionen Euro (Vorjahr: 540,6 Millionen Euro). Diese Ergebnisentwicklung ist vor allem bedingt durch geringere Netznutzungsentgelte infolge der niedrigeren Durchleitungsmengen aufgrund des witterungsbedingt gesunkenen Strom- und Gasabsatzes. Zudem entfielen positive Einmaleffekte aus der vorangegangenen Regulierungsperiode.

Durch geringen Niederschlag und niedrige Wasserstände unter Normalmaß, erzeugten die Laufwasserkraftwerke weniger Strom gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Vor allem deshalb ging das Adjusted EBITDA des Segments Erneuerbare Energien im ersten Halbjahr 2014 um 21,8 Prozent zurück und lag bei 81,1 Millionen Euro (Vorjahr: 103,7 Millionen Euro). Dieser Effekt wird im Laufe des Jahres nicht mehr kompensiert werden können. Vor diesem Hintergrund und aufgrund des langsameren Hochlaufs der Inbetriebnahme des Offshore-Windparks EnBW Baltic 2, hat die EnBW ihre Prognose für das Adjusted EBITDA des Segments Erneuerbare Energien von +5 Prozent bis +15 Prozent auf -5 Prozent bis -15 Prozent reduziert.

Im Segment Erzeugung und Handel sank das Adjusted EBITDA von 656,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum um 9,3 Prozent auf 595,7 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2014. Der Rückgang ist vor allem durch im Periodenvergleich geringere positive Bewertungseffekte aus Derivaten sowie gesunkene Preise in der Stromproduktion bedingt.

Der auf die Aktionäre der EnBW AG entfallende Adjusted Konzernüberschuss (ohne neutralen Konzernfehlbetrag) belief sich im Berichtszeitraum auf 381,0 Millionen Euro. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahreswert von 475,5 Millionen Euro einem Rückgang um 19,9 Prozent. Der neutrale Konzernfehlbetrag verschlechterte sich durch die oben genannten Entwicklungen von -285 Millionen Euro im Vorjahr auf -1.116,1 Millionen Euro. Dadurch entstand insgesamt ein Konzernfehlbetrag in Höhe von -735,1 Millionen Euro (Vorjahr: 190,5 Millionen Euro). Der Operating Cashflow erhöhte sich von 746,0 Millionen Euro im Vergleichszeitraum um 41,3 Prozent auf 1.054,2 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2014. Dies lag im Wesentlichen am Saldo aus Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, welcher von der milden Witterung sowie EEG-Sachverhalten beeinflusst ist.

Das Investitionsvolumen des EnBW-Konzerns hat sich im Rahmen der Umsetzung der Strategie EnBW 2020 im ersten Halbjahr 2014 mit 752,1 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum (378,4 Millionen Euro) nahezu verdoppelt. Der Anteil der Investitionen in Wachstumsprojekte wie dem Gas- und Dampfturbinen-(GuD-)

Kraftwerk Lausward, dem Großprojekt EnBW Baltic 2 sowie dem Netzausbau erreichte 82 Prozent der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Der Free Cashflow verringerte sich trotz der gestiegenen Investitionen nur um 11,4 Prozent auf 474,6 Millionen Euro.

Ende Mai nutzte die EnBW erneut das günstige Kapitalmarktumfeld und emittierte einen Senior Bond mit einem Volumen von 500 Millionen Euro. Bereits im März 2014 wurde erfolgreich eine Hybridanleihe in Höhe von 1 Milliarde Euro begeben. Thomas Kusterer: „Das Marktumfeld zum Zeitpunkt der Anleihe war sehr positiv. Wir haben dieses genutzt, um künftige Fälligkeiten vorzufinanzieren und die Ausgewogenheit des Fälligkeitsprofils der EnBW-Anleihen weiter zu stärken.“

Die im Juni 2013 begonnene strategische Neuausrichtung der EnBW ist auf gutem Kurs. Kusterer: „Wir machen bei der Umsetzung der Maßnahmen und Projekte erfreuliche Fortschritte. Mit der Übernahme des 50prozentigen Anteils der Eni Gruppe an der EnBW Eni Verwaltungsgesellschaft mbH konnten wir unsere Position im Gasgeschäft signifikant ausbauen und ein wichtiges Wachstumsfeld erschließen. Unser Offshore-Windpark EnBW Baltic 1 läuft über Erwarten gut und bei EnBW Baltic 2 beginnen wir jetzt mit dem Aufbau der Turbinen. Unser Joint-Venture in der Türkei hat vor kurzem einen weiteren Windpark in Betrieb genommen und wir haben grünes Licht für weitere fünf Windparks gegeben. Im Segment Vertrieb konnten wir in den letzten Wochen mit dem Abschluß einiger Großaufträge Erfolge verbuchen.“

PM: EnBW

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