Armutszeugnis – Oettinger eingeknickt: Umweltschutzorganisationen kritisiert EU-Kommission für Energieeffizienzziele

Scharfe Kritik an reduzierten Energieeffizienzzielen der EU

Die EU-Kommission hat am 23. Juli 2014 ein unverbindliches Energieeinsparungsziel von 30 % vorgeschlagen.

(WK-intern) – Dieses Ziel würde über die 25 % hinausgehen, das erreicht werden müsste, um bis 2030 eine Verringerung der CO2-Emissionen um 40 % zu erreichen, sagt die Kommission. Die angestrebten unverbindlichen 30% werden von Umweltschutzorganisationen hingegen als scharf kritisiert, ursprünglich wollte die Kommission ein Einsparungsziel von 35% vorschlagen.

„EU-Kommissar Oettinger hat die Energieeffizienz den Interessen der Kohle- und Atomindustrie geopfert und ein schwaches Energieeffizienzziel vorgelegt, bei dem die Verbindlichkeit vollkommen offen ist. Es ist eindeutig, dass Oettinger vor der britischen Generalsekretärin Catherine Day eingeknickt ist, deren Heimatland neue Atomkraftwerke plant und keine weiteren Vorgaben für Energieeffizienz und erneuerbare Energien will. Für einen Kommissar, der noch vor wenigen Monaten öffentlich ein ambitioniertes und verbindliches Energieeffizienzziel versprach, ist dies ein Armutszeugnis“, kritisiert Hartmut Vogtmann, Präsident des Deutschen Naturschutzrings.

Auch das European Environmental Bureau (EEB) schließt sich der Kritik an. Pieter de Pous, Policy Director des EEB, sagt, dass ein verpflichtendes Energieeinsparungsziel von 40% notwendig sei. „Alles, was darunter liegt, ist schlicht und einfach unverantwortlich.“

Ein Ziel von 30 Prozent würde zu einer Stagnation von Energieeffizienz führen, und das in einer Zeit, in der alle Regierungen davon reden, die massive Abhängigkeit von fossilen Energien und Gasimporten zu senken. Europa will das Klima schützen, Energiekosten sparen und Arbeitsplätze schaffen, doch der Vorschlag würde die vorhandenen Möglichkeiten nicht ausnützen, kritisiert der DNR.

DNR: Oettinger knickt vor Atom- und Kohleinteressen ein
EEB Pressemitteilung (Englisch)
EU-Kommission Pressemitteilung

PM: EU-Umweltbüro

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