Energienetzgutachten: Offshore-Netzanbindungen soll staatliche Netzgesellschaft übernehmen

Der Transport für die Offshore-Windparks ist im vollen Gange / Foto: HB
Der Transport für die Offshore-Windparks ist im vollen Gange / Foto: HB

Die gemeinsam von den Wirtschaftsministerien in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Thüringen in Auftrag gegebene Studie analysiert Organisations- und Finanzierungsmodelle für einen zügigen und effizienten Ausbau der Übertragungsnetze in Deutschland.

Bis 2023 besteht ein Investitionsbedarf in die Übertragungsnetze in Deutschland von etwa 30 Milliarden Euro. Etwa die Hälfte entfällt auf Offshore-Netzanbindungen.

(WK-intern) – Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, ob ausreichend Kapital für die für den Netzausbau erforderlichen Investitionen zur Verfügung steht und inwieweit Hemmnisse bestehen, die insbesondere auch langfristig orientierte Investoren, wie beispielsweise die Versicherungswirtschaft, daran hindern, sich an der Finanzierung der anstehenden Projekte zu  beteiligen. Darüber hinaus ist untersucht worden,  ob zur Beschleunigung des Ausbaus eine staatliche Netzgesellschaft notwendig ist.

Kosteneffizienz nicht ausreichend gewährleistet

Der Gutachter stellt fest, dass es derzeit keine akuten Finanzierungsprobleme gibt. Die bestehende Regulierung erscheint ihnen als ausreichend attraktiv, um ein hohes Interesse auch externer Investoren zu wecken. Ebenfalls Versicherungen werden als geeignete Investoren gesehen. Um hier weitere Hürden abzubauen, sollte die Einführung einer “Infrastruktur-Katalog-Anlageklasse” in der Anlageverordnung beziehungsweis im Rahmen der Solvency-II-Regelungen geprüft werden.

Die Kosteneffizienz sei im derzeitigen Regulierungsregime, so urteilt der Gutachter, jedoch nicht ausreichend gewährleistet. Seiner Auffassung nach könnten im Offshore-Bereich derzeit Kosten weitgehend durchgereicht werden, wodurch wenige Anreize für Kosteneffizienz bestehen. Auch im Onshore-Bereich sieht der Gutachter Verbesserungspotenzial durch eine stärkere Trennung von Bestandsgeschäft und Neuinvestitionen. Darüber hinaus regt der Gutachter an, eine öffentliche Beteiligung im Offshore-Netzausbau zu prüfen.

Zu den Empfehlungen des Gutachtens haben die drei Wirtschaftsminister Nils Schmid (Baden-Württemberg), Uwe Höhn (Thüringen) und Garrelt Duin (Nordrhein-Westfalen) am 21. Juli 2014 Stellung genommen:

Gemeinsame Erklärung Energienetzgutachten (PDF, 9,31 kB)

Gutachten als Vollversion (PDF, 2,86 MB)

Gutachten als Management Summary (PDF, 194 kB)

PM: NRW-Wirtschaftsministerium

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