Erstmals langfristiges Beobachtungsnetz im Meer etabliert

Argo-Floats sind ca. ein Meter große Treibbojen, die physikalische Daten wie Temperatur, Salzgehalt und Wasserdruck für die Ozean-, Wetter- und Klimaforschung erheben. / Pressebild: BSH
Argo-Floats sind ca. ein Meter große Treibbojen, die physikalische Daten wie Temperatur, Salzgehalt und Wasserdruck für die Ozean-, Wetter- und Klimaforschung erheben. / Pressebild: BSH

Erstmals verpflichten sich europäische Länder mit der Teilnahme am ERIC EuroArgo (ERIC: European Research Infrastructure Consortium), wichtige Meeresdaten über einen langen Zeitraum kontinuierlich zu erfassen und aufzubereiten.

Sie stellen sie für Nutzer wie z. B. Wirtschaft und Verwaltung und für die Forschung bereit. Der ERIC EuroArgo übernimmt eine Schlüsselrolle in den internationalen Erdbeobachtungssystemen.

(WK-intern) – Hamburg – „Damit ist der ERIC EuroArgo ein Meilenstein für die Entwicklung der operationellen Ozeanographie. Dauerhaft bereitgestellte, verlässliche Daten sind eine unabdingbare Voraussetzung für Vorhersage- und Warndienste und für die Klima- und Meeresforschung. Das Meer verlangt nach einer länderübergreifenden Kooperation. Das ERIC EuroArgo zeigt, dass die Zusammenarbeit funktioniert“, betont Monika Breuch-Moritz, Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) anlässlich des Starts des Forschungsinfrastruktur-Konsortiums am 17. Juli 2014.

Das Beobachtungsprogramm EuroArgo, an dem elf Länder beteiligt sind, ist der europäische Beitrag zum internationalen Ozeanbeobachtungsprogramm Argo. Argo besteht aus ca. 3.500 sogenannten Argo-Floats, knapp 650 davon werden von europäischen Betreibern eingesetzt. Sie messen physikalische Daten zwischen 2.000 m Tiefe und der Meeresoberfläche. Gemeinsam mit Satelliten – Beobachtungen ist Argo ein wesentliches Element des globalen Ozean-Beobachtungsprogramms (Global Ocean Observing System – GOOS) zur Analyse der Rolle der Meere für das Klima der Erde und die Hauptquelle von Daten für die Meeres- und Klimaforschung.

ERIC ist eine besondere europäische wissenschaftliche Kooperationsform. Verschiedene Forschungsverbünde arbeiten gemeinsam an Aufbau und Unterhalt von Forschungsinfrastrukturen, um damit länderübergreifend Aktivitäten zu bündeln. Das führt zu einer Verbesserung der Forschungsergebnisse. Das ERIC EuroArgo wird das Argo-Projekt weiterentwickeln. Die Datenerfassung beginnt zukünftig in einer Tiefe von mehr als 2.000 Meter. Zusätzlich nehmen die Floats chemische und biologische Daten auf, die dem Aufbau und den Funktionen von Ökosystemen zugrunde liegen (sogenannte biogeochemische Daten). Die Beobachtungen sollen auch auf die eisbedeckten Polarregionen ausgedehnt werden.

Das BSH ist maßgeblich am Management von EuroArgo und an der wissenschaftlichen und technischen Weiterentwicklung des Argo-Programms beteiligt. Es koordiniert und betreut den deutschen Beitrag zu EuroArgo und stellt die dauerhafte Datenerfassung sicher. Zu den deutschen Teilnehmern gehören neben dem BSH die Universität Hamburg, das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) sowie das Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (Geomar). Einsatzgebiete der inzwischen rund 180 deutschen Argo-Floats sind der Nordatlantik, das Europäische Nordmeer, der Antarktische Ozean und das Mittelmeer. Rund 35 neue Argo-Floats jährlich betreut das BSH im Rahmen seiner Daueraufgabe, den Zustand der Meere zu überwachen und zu analysieren. Die deutsche Meeresforschung ergänzt das Projekt mit rund 15 über Drittmittel finanzierte Floats.

Argo-Floats sind ca. ein Meter große Treibbojen, die physikalische Daten wie Temperatur, Salzgehalt und Wasserdruck für die Ozean-, Wetter- und Klimaforschung erheben. Üblicherweise werden sie von Forschungsschiffen ausgelegt. Bis zu fünf Jahre lang führt ein Float vertikale Profilmessungen durch. Nach dem Ausbringen sinkt es in eine Wassertiefe von 1.500 m, treibt zehn Tage mit der Strömung, sinkt dann selbständig auf 2.000 m und beginnt anschließend einen etwa zehnstündigen Aufstieg zur Datenerhebung. Nach dem Auftauchen werden die Messdaten per Satellit an die globalen Datenzentren gesendet. Ein neuer Tauchzyklus beginnt.

Das BSH ist Partner für Seeschifffahrt, Umweltschutz und Meeresnutzung, der Seeschifffahrt und maritime Wirtschaft unterstützt, Sicherheit und Umweltschutz stärkt, nachhaltige Meeresnutzung fördert, Kontinuität von Messungen gewährleistet und über den Zustand von Nord- und Ostsee kompetent Auskunft gibt.

Das BSH mit Dienstsitz in Hamburg und Rostock ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

PM: BSH

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