Atomaufsicht erteilt Zustimmung zum Wiederanfahren des Kernkraftwerks Brokdorf

Dr. Robert Habeck
Energiewendeminister Dr. Robert Habeck / Pressebild: Ministerium

BROKDORF/KIEL – Die Atomaufsicht des Energiewendeministeriums hat gestern (16. Juli) die Zustimmung zum Wiederanfahren des Kernkraftwerks Brokdorf erteilt.

Die Anlage kann damit nach Abschluss des jährlichen Brennelementwechsels und der damit verbundenen Jahresrevision wieder ans Netz gehen.

(WK-intern) – Das Kernkraftwerk Brokdorf war am 21. Juni 2014 zur Durchführung der Jahresrevision vom Netz genommen worden. Während des diesjährigen Anlagenstillstands wurden 40 neue Brennelemente – davon 12 Mischoxid (MOX)-Brennelemente- in den Reaktordruckbehälter geladen.

Schwerpunkte der Revision lagen in der Durchführung umfangreicher Prüfungen, Instandhaltungsarbeiten und Maßnahmen zum Erhalt und zur Erhöhung der Sicherheit der Anlage. Unter anderem wurden die beiden Eigenbedarfstransformatoren des Kernkraftwerkes Brokdorf vorbeugend ausgetauscht. Aufgrund von Befunden in anderen Anlagen wurden umfangreiche Untersuchungen an allen 132 Drosselkörpern durchgeführt. Bei dieser Inspektion wurden fünf Drosselkörper mit einem Bruch der Druckfeder detektiert. Dieses meldepflichtige Ereignis wird als sicherheitstechnisch weniger bedeutsam eingestuft, da die Federbrüche keine Auswirkungen auf die Funktion der Drosselkörper und keine Rückwirkungen auf angrenzende Bauteile haben. Die betroffenen Drosselkörper wurden ausgetauscht. Darüber hinaus wurde im Rahmen einer wiederkehrenden Prüfung festgestellt, dass eine Armatur im Frischdampfsystem im Anforderungsfall nicht in die vom Reaktorschutzsystem geforderte Stellung gefahren wäre. Aufgrund der Betriebsstellung ist dieser Fall nur beim Anwärmen der Anlage denkbar und wird ebenfalls als sicherheitstechnisch weniger bedeutsam eingestuft. Diese meldepflichtigen Ereignisse wurden der Atomaufsichtsbehörde fristgerecht nach der Meldekategorie „N“ und „INES = 0“ gemeldet.

Sämtliche Arbeiten wurden von der Atomaufsicht des Energiewendeministeriums und den von ihr zugezogenen Sachverständigenorganisationen intensiv kontrolliert und überwacht.

Nachdem die zum Wiederanfahren des Kernkraftwerkes Brokdorf erforderlichen Maßnahmen getroffen worden sind und die erforderliche Schadensvorsorge gegeben ist, war die Zustimmung zum Wiederanfahren der Anlage KBR zu erteilen.

PM: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein

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