Analyse: EEG 2014 reduziert Flexibilitätsanreize – folgen jetzt höhere Strompreise?

Steuersprudel, neben den großen Stromkonzernen fließt dem Finanzminister der größte Batzen der Strompreiserhöhung zu / Bild: HB
Anhand des fundamentalen Energiemarktmodells Power2Sim wurden Strompreisszenarien bis zum Jahr 2040 modelliert, Energy-Only-Markt sagt einen potentiellen Rückgang der Preisextreme und steigende Strompreise voraus / Bild: HB

Ist das EEG-Ziel, stabiler Strompreise durch die Reform komplett verfehlt?

Eine Analyse von Energy Brainpool zu den Auswirkungen der EEG-Novelle 2014 auf die Entwicklung der Strompreise am Energy-Only-Markt sagt einen potentiellen Rückgang der Preisextreme und steigende Strompreise voraus.

(WK-intern) – Berlin, 15. Juli 2014: Letzte Woche wurde die EEG-Reform 2014 durch den Bundesrat verabschiedet. Erklärtes Ziel der EEG-Reform 2014 ist, „die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte zu verringern […].“ (Quelle: Gesetzentwurf des novellierten EEG, BMWI, 2014).

Energy Brainpool analysierte in diesem Zusammenhang die Entwicklung der Strompreise am Energy-Only-Markt (Base- und Peakload). Untersucht wurden die Auswirkungen der Neuerungen des EEG 2014 im Vergleich zum EEG 2012. Anhand des fundamentalen Energiemarktmodells Power2Sim wurden Strompreisszenarien bis zum Jahr 2040 modelliert. Grundlegend waren eigene Annahmen für den Ausbau der erneuerbaren Energien auf Basis des Energiekonzepts 2010 sowie den Zubauzielen im EEG 2012 und EEG 2014.

Die Ergebnisse zeigen, dass der geringere und langsamere Zubau der Erneuerbaren, maßgeblich der Photovoltaik, im EEG-2014-Szenario dazu führt, dass sich die Strompreise um durchschnittlich drei Prozent gegenüber dem EEG-2012-Szenario erhöhen. Auffällige Auswirkungen zeigt auch die Entwicklung der Preisextreme: Im EEG-2014-Szenario treten 9 Prozent weniger positive Preisextreme (> 100 €/MWh) und 13 Prozent weniger negative Preisextreme (< 0 €/MWh) auf.

Gemäß § 24 EEG 2014 wird bei einem Auftreten von mehr als sechs aufeinander folgenden Stunden negativer Preise der anzulegende Wert für die Marktprämie auf null gesetzt. Die Modellierung zeigte, dass diese Zeiträume erst ab dem Jahr 2020 gehäuft auftreten werden, aber bis zum Jahr 2040 deutlich zunehmen. Im Jahr 2030 können bereits mehr als 60 solcher Intervalle verzeichnet werden.

„Anreize zur Flexibilität entstehen am Strommarkt maßgeblich durch Preisspreads. Durch den Rückgang an Preisextremen werden die wirtschaftlichen Flexibilitätsanreize z. B. für regelbare Kraftwerke und Lastmanagement reduziert. Dieser Effekt wird durch die Sechs-Stunden-Regelung des EEG 2014 weiter verstärkt.“, sagt Tobias Kurth, Senior Manager und Experte für die Vermarktung erneuerbarer Energien bei Energy Brainpool. „Auch die Wirkung der Regelung auf die Direktvermarktungsverträge sowie das Vermarktungs- und Abschaltverhalten muss im Zusammenhang mit der EEG-Reform 2014 noch detailliert untersucht werden“.

Energy Brainpool stellt das White Paper zur Analyse der Auswirkungen der EEG-Reform 2014 auf die Strompreisentwicklung im Vergleich zum EEG 2012 kostenlos zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns für nähere Details.

PM: Energy Brainpool GmbH & Co. KG

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