EEG 2014 schafft auch für Chemiebranche grundlegend neue Belastungen

Erneuerbare Energien / Fotos: HB
Neues EEG löst keine Probleme, schafft dafür neue Belastungen / Fotos: HB

Neues EEG löst keine Probleme, schafft dafür neue Belastungen

Vergangenen Dienstag trafen sich Dr. Bernd Vogler, Hauptgeschäftsführer der Chemieverbände, und Dr. Karl Tack, Geschäftsführer bei Rhodius, mit der Bundestagsabgeordneten Mechthild Heil (CDU) in Burgbrohl.

(WK-intern) – Themen waren die Standortbedingungen in Rheinland-Pfalz: Vogler kritisierte die kurzfristige Regelung zum Eigenstrom beim EEG. Der demografische Wandel zwingt die Betriebe zum Handeln. Investitionen in die Infrastruktur sind dringend erforderlich.

Die Chemie ist mit Abstand die umsatzstärkste Branche in Rheinland-Pfalz. Damit das so bleibt, benötigen die Unternehmen langfristige Planbarkeit und dringend Ruhe bei den politisch verursachten Kosten: „Das Ende Juni vom Bundestag beschlossene EEG löst die Probleme der Energiewende nicht. Zwar wurde ein sprunghafter Kostenanstieg verhindert. Allerdings sehen wir keinen wesentlichen Fortschritt, um die Kosten der EEG-Förderung zu senken. Außerdem wurde kurzfristig der essentiell wichtige Kompromiss zum Eigenstrom zerschlagen. Das Verhalten in Berlin und Brüssel irritiert die Chemiebranche grundlegend“, so Vogler.

Eine Million Euro EEG-Umlage aus Burgbrohl

Betroffen ist auch die Rhodius-Gruppe in Burgbrohl. Die Unternehmen zahlen die volle EEG-Umlage. „Uns hat das EEG bisher ständig steigende Kosten beschert. In diesem Jahr knapp eine Million Euro. Und das Kosten-Gen ist trotz der Deckelung weiterhin enthalten. Unterm Strich rechnen wir mit weiter steigenden Belastungen“, so Tack. Beide Geschäftsführer sind sich einig, dass das EEG auch weiterhin ein zentrales Thema der Industrie sein wird.

Die Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil zeigte Verständnis für die Sorgen der Unternehmer. Sie machte aber auch klar, dass die Energiewende eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei: „Wir müssen alle unseren Beitrag leisten, um die Energiewende zu schaffen. Die Finanzierung des Projektes kann nicht nur durch einen Teil der Gesellschaft getragen werden. Dabei müssen wir auch beachten, dass die Unternehmen noch wirtschaften können.“

Demografie ist strategisches Thema

Zweiter Besprechungspunkt des Treffens war die Herausforderung des demografischen Wandels. Die Demografieanalyse bei Rhodius ergab, dass rund ein Drittel der Beschäftigten älter als 50 Jahre sind. Auch ist der Anteil der Frauen mit 20 Prozent gering. „Bei den absehbaren Nachwuchsproblemen werden wir an verschiedenen Punkten strategisch ansetzen. Zum Beispiel wollen wir zukünftig mehr Frauen für die Rhodius-Gruppe gewinnen und unsere jetzt schon familienfreundlichen Arbeitsbedingungen weiter ausbauen. Wir führen zum Beispiel gerade Lebensarbeitszeitkonten ein, die auch die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ermöglichen werden. Auch die Rekrutierung von Fachkräften aus dem europäischen Ausland werden wir in Kürze erproben. Alle Maßnahmen zusammen haben das Ziel, dass wir als frauen- und familienfreundlicher Betrieb besser wahrgenommen werden“, so Tack.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil freut sich über dieses Engagement. „Frauen haben aufgrund von Geburt und der Betreuung der Kinder meist unterbrochene Erwerbsbiografien. Unternehmen, die aktiv die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern und den Frauen wieder den Einstieg in den Beruf erleichtern, würdigen auch die Leistungen der Mütter für unsere Gesellschaft“, so Heil.

Verkehrsinfrastruktur ist wichtiger Wirtschaftsfaktor

Nicht nur das EEG, auch die fehlenden Investitionen sorgen bei den Unternehmen für Unsicherheiten. Straßen in Rheinland-Pfalz sind gesperrt, Brücken fehlen, sind baufällig oder gesperrt. „Eine hochkomplexe Branche wie die Chemie benötigt dringend eine leistungsfähige Infrastruktur im Land“, so Vogler. Die Transportwege sind für die Chemie ein neuralgischer Punkt in der Wertschöpfungskette. Allein 2012 wurden bundesweit 226 Millionen Tonnen chemische Erzeugnisse transportiert. „Der Investitionsbedarf ist hoch. Jedoch sind ausreichend staatliche Mittel vorhanden, wenn die Prioritäten richtig gesetzt werden“, so Vogler.

PM: Chemieverbände Rheinland-Pfalz

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