Planfeststellungsbeschluss für NordLink: Erster Abschnitt ist erlassen

SB8422 - Svendborg Bugser sind Zug- und Schiebeschiffe, welche riesige Pontons zu den Offshoreparks bewegen auf denen Kabal wie zum Beispiel für den NordLink tragen und abwickeln können / Foto: HB
SB8422 – Svendborg Bugser sind Zug- und Schiebeschiffe, welche riesige Pontons zu den Offshoreparks bewegen auf denen Kabal wie zum Beispiel für den NordLink liegen und abwickeln können / Foto: HB

Seekabel nach Norwegen: Planfeststellungsbeschluss für ersten Abschnitt erlassen – Energiewendeminister Habeck: „NordLink wird Meilenstein für die europäische Energiewende“

KIEL – Das Amt für Planfeststellung Energie in Schleswig-Holstein hat den Planfeststellungsbeschluss (Az.: AfPE L-663.48-2-1) für den ersten Abschnitt des geplanten Seekabels „Nordlink“ von Norwegen nach Deutschland erlassen.

(WK-intern) – „Mit der Entscheidung ist der nächste wichtige Baustein für das Energiesystem der Zukunft gelegt worden. Nordlink verbindet unsere Windanlagen mit den Wasserkraftwerken Norwegens. „Mit der Verknüpfung der beiden Strommärkte kann erstmals eine entsprechend große Leistung aus konventionellen Kraftwerken vollständig durch Erneuerbaren Strom ersetzt werden“, sagte Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck heute (3. Juli 2014).

Die verlustarme Gleichstromleitung NordLink besteht aus zwei See- bzw. Erdkabeln, die in der Lage sind, eine Leistung von insgesamt 1.400 Megawatt zu übertragen. An wind- und sonnenreichen Tagen soll über NordLink Strom, der im hiesigen Netz nicht verbraucht wird, nach Norwegen fließen. In Zeiten mit großer Nachfrage in Deutschland und geringer Einspeiseleistung aus Erneuerbaren Energien wird hingegen Strom aus Norwegen importiert. Nordlink verbindet damit das von den schwankenden erneuerbaren Energieträgern geprägte deutsche Energiesystem mit der gesichert abrufbaren Leistung der norwegischen Wasserkraftwerke.

„Das Seekabel nach Norwegen ist ein entscheidendes Puzzleteil für eine europäische Energiewende. Mit dem Planfeststellungsbeschluss auf schleswig-holsteinischem Gebiet wurde nun ein guter Anfang gemacht“, sagte Habeck. Er hoffe, dass nun die norwegischen Planer ihre endgültige Investitionsentscheidung zügig treffen werden. „Zusammen mit der geplanten Stromautobahn Südlink wird Nordlink auch dafür sorgen, dass Strom zwischen Nordeuropa und dem Süden Deutschlands fließen kann. Perspektivisch wird Erneuerbarer Strom so zu einer in Europa sicher zur Verfügung stehenden Handelsware ausgebaut“, betonte Habeck. Das Projekt NordLink wird von einem Konsortium geplant, an dem zu jeweils 50 Prozent der norwegische Netzbetreiber Statnett sowie die DC Nordseekabel GmbH & Co.KG (NOKA) beteiligt sind.

Der Planfeststellungsbeschluss (vom 30. Juni 2014) wird für den Abschnitt von der 12-Seemeilen-Grenze in der Nordsee bis zum Umspannwerk Wilster erlassen. Die weiteren Genehmigungen durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrologie sowie die Staaten Dänemark und Norwegen werden, wie auch die endgültige Investitionsentscheidung des Betreibers, noch in diesem Jahr erwartet.

Der festgestellte Plan für den Neubau des Nordlink ± 500-kV-HGÜ Interkonnektor Tonstadt – Wilster– Grenze bis Umspannwerk Wilster wird nach vorheriger örtlicher Bekanntmachung für 2 Wochen in folgenden Ämtern und Behörde ausgelegt werden:

  • Amt Burg-St. Michaelisdonn, Holzmarkt 7, 25712 Burg (Dithmarschen)
  • Amt Büsum-Wesselburen, Kaiser-Wilhelm-Platz, 25761 Büsum
  • Amt Mitteldithmarschen, Zingelstraße 2, 25704 Meldorf
  • Amt Wilstermarsch, Kohlmarkt 25, 25554 Wilster

in folgenden Städten:

  • Stadt Wilster, Kohlmarkt 25, 25554 Wilster
  • Stadt Brunsbüttel, Röntgen 2, 25541 Brunsbüttel

sowie im

  • Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, Amt für Planfeststellung Energie, Mercatorstraße 7, 24106 Kiel

Hintergrund:
An der NOKA halten TenneT und die KfW jeweils 50 Prozent der Geschäftsanteile. Die NOKA ist die Vorhabenträgerin für die Genehmigungsverfahren im deutschen Zuständigkeitsbereich (Außenwirtschaftszone sowie 12-Seemeilenzone/Landkabeltrasse). Bis Ende 2014 wird das Konsortium darüber zu entscheiden haben, ob das Projekt realisiert werden kann. Hierfür ist es erforderlich, dass zuvor sämtliche notwendigen Genehmigungen vorliegen. Um 2015 mit der Realisierung beginnen zu können, laufen parallel zu den Genehmigungsverfahren die relevanten Ausschreibungen für Kabel und Konverteranlagen.

PM: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein

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