Deutschlands erstes Energie-Plus-Klärwerk

Wichtigster Schritt in Richtung einer Energieversorgung aus regenerativen Energien war die Gründung des Vereins Stadt ohne Watt, im Jahr 2003. / Pressebild zeigt EK Grevesmuehlen / PF: Agentur für Erneuerbare Energien e.V.
Wichtigster Schritt in Richtung einer Energieversorgung aus regenerativen Energien war die Gründung des Vereins Stadt ohne Watt, im Jahr 2003. / Pressebild zeigt EK Grevesmuehlen / PF: Agentur für Erneuerbare Energien e.V.

Die Energie-Kommune Grevesmühlen erzeugt dank der Erneuerbaren Energien mehr Strom, als in den Haushalten verbraucht wird.

Ein wichtiger Baustein dabei ist Deutschlands erstes Energie-Plus-Klärwerk.

(WK-intern) – Grevesmühlen wurde daher von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) als Energie-Kommune im Juni ausgezeichnet.

Grevesmühlen, zwischen Wismar und Lübeck gelegen, setzt auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Eines der ersten Projekte in der Kommune war die energetische Nutzung des Klärschlamms in einem Klärwerk des kommunalen Zweckverbands Wasser und Abwasser Grevesmühlen. „Wichtigster Schritt in Richtung einer Energieversorgung aus regenerativen Energien war die Gründung des Vereins Stadt ohne Watt, im Jahr 2003“, so Grevesmühlens Bürgermeister Jürgen Ditz. Mitglieder in diesem Verein sind neben der Stadt selber auch die Stadtwerke und der kommunale Zweckverband Wasser und Abwasser Grevesmühlen. „Die Arbeit des Vereins Stadt ohne Watt mit der Kooperation des Zweckverbandes Wasser- und Abwasserbeseitigung und den Stadtwerke und weiteren Partnern ist für uns alle eine Erfolgsgeschichte der Stadtpolitik.“

Bereits 1996 begann die Wärme- und Stromproduktion in den Klärwerken Grevesmühlen. Mittlerweile versorgt das Klärwerk in Grevesmühlen drei weitere Klärwerke und speist den überschüssigen Strom ins örtliche Stromnetz ein. Zur Nutzung der Wärme wurde dieses Jahr ein Fernwärmenetz fertiggestellt, welches den Industrie- und Gewerbepark am Klärwerk versorgt. Die Anlage besteht ähnlich einer Biogasanlage aus Fermentern und Blockheizkraftwerken (BHKW). Die Fermenter, in denen Mikroorganismen das organische Material zersetzen und dabei das Gas freisetzen, heißen Faultürme. Zwei davon stehen auf dem Gelände des Klärwerks. Die BHKWs nutzen das Gas und erzeugen so Strom. Dabei entsteht Wärme, die im Klärwerk und für das Wärmenetz genutzt wird.

Auch die Stadtwerke Grevesmühlen engagieren sich für die regionale Energiewende ein. Die Stadtwerke Grevesmühlen betreiben heute zwei Biogas- und drei Photovoltaikanlagen sowie eine Windkraftanlage in der Region. Die Stadtwerke Grevesmühlen produzieren mit Windkraft, Biogas und Solarenergie so viel Strom aus Erneuerbaren Energien, dass der komplette Strombedarf der 11.000 Einwohner von Grevesmühlen gedeckt werden kann. „Der Grundsatz der Stadtwerke ist es hierbei, die Region zu stärken: Die gesamte Energie, die in Grevesmühlen erzeugt wird, wird auch hier verbraucht“, bestätigt Bürgermeister Ditz.

„Grevesmühlen zeigt, dass das Potenzial der Bioenergie sehr vielzeitig ist“, bemerkt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der AEE. „Um diese regional einzubinden ist aber immer auch Kreativität gefragt.“

PM:  Agentur für Erneuerbare Energien e.V.

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