ifh-Studie: Mit Steuererleichterungen die Energiewende beschleunigen und Mehreinnahmen generieren

ifh Göttingen veröffentlicht Arbeitsheft zu Effekten einer steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden

Mit Steuererleichterungen die Energiewende beschleunigen

ifh-Studie: Steuerbonus könnte 883 Mio. Euro Mehreinnahmen generieren

(WK-intern) – Steuerliche Förderung, zusätzlich neben den bisherigen Instrumenten aus KfW-Krediten und -Zuschüssen, kann die Energiewende in Deutschland kräftig ankurbeln.

Dies zeigt eine aktuelle Studie des volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk (ifh) an der Universität Göttingen. Überdies belegen die Autoren der Studie anhand einer Modellrechnung, dass Mindereinnahmen aus diesen Steuererleichterungen durch Mehreinnahmen und Einsparungseffekte an anderer Stelle um mehr als 880 Mio. Euro überkompensiert würden.

Das ifh rückt einen zentralen Punkt der Energiewende wieder in den Fokus der aktuellen Diskussion: Die Verminderung der Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent, bis 2050 sogar um 80 Prozent, jeweils gegenüber dem Stand im Jahr 1990. Vor allem mit energetischer Sanierung des Wohngebäudebestands sollen die Reduktionen erzielt werden, denn auf den Gebäudebereich entfallen rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen.

Der Bundestagswahl im September 2013 war für die Energiewende eine Zäsur mit Langzeitwirkung: Ein Gesetzentwurf aus dem Jahr 2011, der die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung ermöglichen sollte, war im Vermittlungsausschuss festgefahren und musste mit Ende der Legislaturperiode ad acta gelegt werden. Die Studie greift die Zielrichtung des Gesetzentwurfs auf und verbindet sie mit Erkenntnissen, wie Steuerförderungen ausgestaltet sein sollten, damit sie einen möglichst hohen Anreiz zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden bewirken.

Die bisherige Förderung habe es nicht vermocht, genügend Modernisierungsanreize zu setzen, stellen die Autoren der Studie fest. Die Sanierungsrate sei weiterhin zu niedrig, um die Einsparungsziele der Bundesregierung zu erreichen. Eine steuerliche Förderung könne hier ansetzen und in den meisten Fällen die Amortisationszeiträume von energetischen Sanierungen deutlich verkürzen.

Eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung beurteilt die Studie als eine wirksame Ergänzung der bestehenden KfW-Förderung, weil sie durch zusätzliche Anreize deutlich attraktiver werde und damit einen größeren Kreis potenzieller Investoren erreiche. Außerdem zeige die Analyse, dass darüber hinaus aus fiskalischer Sicht mit positiven Effekten für die öffentlichen Haushalte sowie die Haushalte der Sozialversicherungsträger zu rechnen sei.

Die Studie “Effekte einer steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden” von Ullrich Kornhardt, unter Mitarbeit von Petrik Runst, ist als Arbeitsheft Nr. 74 in der Schriftenreihe “Göttinger Handwerkswirtschaftliche Arbeitshefte” bei Mecke Druck und Verlag, Christian-Blank-Straße 3, 37115 Duderstadt, erschienen.

PM: Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk

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