Umweltfreundliches Vibrationsrammen von Offshore-Wind-Fundamenten könnte Kosten senken

Pressebild: RWE-Offshore-Arbeiten
Pressebild: RWE-Offshore-Arbeiten

Pilotprojekt gestartet: Vibrationsrammen von Fundamenten könnte Kosten der Offshore-Windenergie senken

  • RWE Innogy, DONG Energy, EnBW, E.ON und Vattenfall führen mit Unterstützung von Carbon Trust Wind Accelerator (OWA) und der Offshore-Lieferindustrie einen einjährigen Test durch, um das Vibrationsrammen großer Monopile-Fundamente zu untersuchen.
  • Diese Methode könnte Kosten, Risiken und Schallemissionen bei der Errichtung von Monopiles im Rahmen zukünftiger europäischer Offshore-Windprojekte senken
  • Testergebnisse werden für Ende 2014 erwartet

Essen – Durch Forschungs- und Entwicklungsprojekte können Potentiale zur Reduzierung von Kosten und Bauzeiten bei der Errichtung von Offshore-Windparks erschlossen werden.

(WK-intern) – In dieser Woche wurde ein weiteres Projekt im Rahmen des Carbon Trust Offshore Wind Accelerator (OWA) – ein weltweit führendes Forschungs- und Entwicklungsprogramm zur Reduzierung der Kosten der Offshore-Windenergie, gestartet: Die Entwickler und Betreiber von Offshore-Windparks RWE Innogy, DONG Energy, EnBW, E.ON und Vattenfall führen in der Nähe von Cuxhaven an der deutschen Nordseeküste ein einjähriges Onshore-Pilotprojekt durch, um das Vibrationsrammen von Monopile-Fundamenten im Vergleich zu und als Weiterentwicklung der gegenwärtigen Methode des Schlagrammens dieser Pfähle zu bewerten. Der erhoffte Nutzen liegt in einer schnelleren und umweltfreundlicheren Installation der Pfahlfundamente für Meereswindparks.

In Zusammenarbeit mit den Zertifizierungs- und Regulierungsbehörden werden drei Monopiles durch Vibrationsrammen installiert und mit weiteren drei Monopiles verglichen, die mit herkömmlicher Schlagrammung in den Untergrund getrieben wurden. Ihr Verhalten wird in einer Reihe von Tests gegenübergestellt. Bilfinger Construction ist der verantwortliche Projektpartner für die Installation der Testpfähle und Koordinierung der Baustellenaktivitäten. Der Spatenstich an dem Testfeld in Cuxhaven Altenwalde ist für Anfang Mai geplant, die Testergebnisse werden für Ende 2014 Ergebnisse erwartet.

Durch das Pilotprojekt soll gezeigt werden, dass die Querbelastbarkeit von vibrationsgerammten und schlaggerammten Pfählen in Sand vergleichbar ist. Darüber hinaus soll nachgewiesen werden, dass das Vibrationsrammen von Monopiles gegenüber schlaggerammten Pfählen mit einem niedrigeren Lärmpegel einher geht, geringere Ermüdungserscheinungen für die Pfähle hervorruft und schneller sowie kostengünstiger in der Umsetzung ist. Zu guter Letzt soll dieses Verfahren das Einbringen großer Monopiles erleichtern, da es für die Errichtung von Offshore-Windturbinen weniger Werkzeuge und Hilfsmittel erfordert.

„Es wurde zum Teil in einzelnen Offshore-Anwendungen bereits nachgewiesen, dass der Einsatz des Vibrationsrammens die Installationszeit gegenüber dem Schlagrammen um mehr als die Hälfte verkürzt. Innovationen wie diese können die Kosten für die Offshore-Windindustrie insgesamt deutlich senken,“ erläutert Jan Matthiesen von Carbon Trust und fügt hinzu: „Wir sind sehr froh, dieses Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der Industrie und den Betreibern sowie im direkten Austausch mit den Zertifizierungs- und Regulierungsbehörden durchführen zu können. Wir hoffen, dabei wertvolle Erkenntnisse gewinnen zu können, um das Vibrationsrammen zur Marktreife zu führen.“

RWE Innogy leitet das Projekt und führt den Versuch durch. Das Projektbudget von sechs Millionen Euro ermöglicht die Herstellung, Installation und die Prüfung der 21 Meter langen Pfähle mit einem Durchmesser von 4,30 Metern, die zurzeit in der neu errichteten Monopile-Fertigungsanlage von Steelwind Nordenham in Norddeutschland hergestellt werden.

Die Versuchsergebnisse werden sich unmittelbar auf laufende Projekte in Europa auswirken: So werden beispielsweise zeitnah Ergebnisse verfügbar sein, um den laufenden Konstruktionsprozess des durch RWE geplanten Offshore-Windparks Nordsee One zu verbessern, dessen Standort etwa 40 Kilometer nördlich der Nordseeinsel Juist liegt.

RWE Innogy
RWE Innogy bündelt die Kompetenzen und Kraftwerke des RWE-Konzerns im Bereich Erneuerbare Energien.
Das Unternehmen plant, errichtet und betreibt Anlagen für regenerative Stromerzeugung und Energiegewinnung.

Carbon Trust Offshore Wind Accelerator (OWA)
Offshore Wind Accelerator (OWA) ist das Programm mit Modellcharakter von Carbon Trust zur Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung. Seit seinem Start im Jahr 2008 sind an diesem gemeinsamen Industrieprojekt neun Entwickler von Offshore-Windenergie mit einem Anteil von 77% (36 GW) der genehmigten Kapazität in Großbritannien beteiligt. Ziel von OWA ist es, die Kosten für Offshore-Wind bis 2015 um 10% zu senken. Kostenreduzierungen werden durch Innovation erreicht.

DONG Energy
DONG Energy ist einer der führenden Energiekonzerne Nordeuropas. Das Geschäft erstreckt sich auf die Beschaffung, Erzeugung, Verteilung und den Handel von Energie und verwandten Produkten in Nordeuropa. DONG Energy beschäftigt ca. 6.500 Mitarbeiter und hat seinen Sitz in Dänemark. Der Konzern erzielte 2012 einen Umsatz von DKK 67 Milliarden (€ 9,0 Milliarden).

EnBW
EnBW Energie Baden-Württemberg AG zählt zu den größten Energieunternehmen in Deutschland und Europa.
EnBW hat vier große Offshore-Projekte in Nord- und Ostsee mit einer Gesamtleistung von 1.200 MW entwickelt. 2013 begannen die Bauarbeiten am zweiten Offshore-Projekt EnBW Baltic 2.

E.ON Climate & Renewables
E.ON Climate & Renewables ist für die weltweiten Aktiviäten von E.ON im Bereich der Erneuerbaren Energien im industriellen Maßstab verantwortlich. Das Unternehmen ist ein internationaler, mit verschiedenen Technologien arbeitender Entwickler, Errichter, Betreiber und Asset-Partner von Erneuerbaren Energien.

Vattenfall
Vattenfall ist ein führendes europäisches Energieunternehmen und der zweitgrößte Betreiber von Offshore-Windparks weltweit mit einer installierten Leistung von ca. 850 Megawatt. Vattenfall beabsichtigt, seine CO2-Emissionen signifikant zu senken. In diesem Zusammenhang spielt die Entwicklung von Windenergie eine bedeutende Rolle. Mit einer installierten Leistung von ca. 1.600 MW in Windparks an Land und auf See erzeugt das Unternehmen bereits ca. 4 Milliarden Kilowattstunden an klimafreundlicher elektrischer Energie. Damit können umgerechnet über eine Million Haushalte mit Elektrizität versorgt werden.

Bilfinger Construction
Bilfinger Construction GmbH ist Spezialist für intelligente Ingenieurbauleistungen in den Bereichen Mobilität und Energie. Seit über 10 Jahren ist Bilfinger im Bereich der Offshore-Windenergie tätig und hat in dieser Zeit über 550 Fundamente für Windturbinen, Messmaste und Umspannstationen auf See installiert. Als EPCIGeneralunternehmer betreut Bilfinger den gesamten Lebenszyklus eines Offshore-Windparks angefangen beim Design und der Fertigung von Fundamenten, über den Transport, die Logistik und Installation der Fundamente und Windkraftanlagen, bis hin zur Wartung und Rückbau.

PM: RWE Innogy GmbH

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