Energiewende gestalten: Nachwuchsingenieure zeigen Ideen für den Klimaschutz

Die Experten auf dem Podium, v.l.: Franz-Gerhard Hörnschemeyer, Nicole Wilke, Norbert Hüttenhölscher, Alfred Geißler, Franz-Josef Radermacher / Foto: Carmen Tomlik/TFH
Die Experten auf dem Podium, v.l.: Franz-Gerhard Hörnschemeyer, Nicole Wilke, Norbert Hüttenhölscher, Alfred Geißler, Franz-Josef Radermacher / Foto: Carmen Tomlik/TFH

Wie schaffen wir es, den Klimawandel zu stoppen?

Die Beantwortung dieser Frage entscheidet über die Zukunft der Menschheit.

(WK-intern) – Um Lösungen im Sinne einer globalen, nachhaltigen Entwicklung zu finden, sind die Wissenschaftler von heute und morgen gefragt. Studierende der Technischen Fachhochschule (TFH) Georg Agricola stellten sich dieser Aufgabe:

Auf dem Studierenden-Tag „Energiewende gestalten – die zentrale Herausforderung des Klimawandels“ präsentierten sie am 25.6. hochrangigen Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ihre Ideen für innovative Technologien. Organisiert hatte den Studierenden-Tag der AStA der TFH in Zusammenarbeit mit dem Senat der Wirtschaft.

„Ich bin überzeugt davon, dass die Beiträge des Studierendentags spannend, interessant und eine Anregung sein werden.“, eröffnete der AStA-Vorsitzende Julian Kampmann die Veranstaltung. TFH-Präsident Prof. Dr. Jürgen Kretschmann spannte in seinem Grußwort den Bogen zum Namenspatron der TFH: „Das Anliegen des Senats der Wirtschaft einer auf Humanität und Nachhaltigkeit basierenden sozialen Marktwirtschaft passt gut zu unserer Hochschule. Schon Georg Agricola war vor 500 Jahren ein Allrounder, dessen Denken ganzheitlich und verantwortungsbewusst ausgerichtet war.“

In seinem Impulsvortrag „Ökosoziale Marktwirtschaft: Navigieren in schwierigen Zeiten“ stimmte der Präsident des Senats der Wirtschaft, Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher, auf die Thematik ein. Radermacher ist Vorstand des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung in Ulm und einer der profiliertesten Nachhaltigkeitsexperten in Deutschland. „Der wichtigste Beitrag, den Sie als Studierende leisten können, ist Verstehen. Es geht beim Klimaschutz um sehr komplexe Themen. Was wir brauchen, sind Erkenntnis und Aufklärung. Genau dafür sind Hochschulen da.“, wies Rademacher auf die besondere Rolle hin, die die angehenden Ingenieurinnen und Ingenieure im Prozess der Energiewende spielen.

Wie man den Klimaschutz mit ingenieurwissenschaftlichen Mitteln vorantreiben kann, dafür hatten drei studentische Arbeitsgruppen zukunftsorientierte Ideen entwickelt, die von einer Expertenjury ausgezeichnet wurden: Die Gewinner des ersten Preises, Lucas Schröer und Matthias Hintz, zeigten anhand eines Modells, wie Hausspeicherbatterien in Kombination mit vorhandenen Solaranlagen in Privathaushalten dazu beitragen könnten, den Strom aus erneuerbaren Energien wirtschaftlich zu speichern und die Stromnetze zu entlasten. Mit dem zweiten Preis wurden Sabrina Metz und Jan Lippok für ihr Konzept eines großmaßstäblichen Hybridkraftwerks ausgezeichnet: Da erneuerbare Energien heute noch nicht in großem Umfang gespeichert werden kann, schlagen die beiden vor, die solarthermische Parabolrinnentechnologie mit konventionellen Kraftwerken zu koppeln, um eine klimaschonende und verlässliche Energieversorgung zu gewährleisten. Den dritten Preis erhielten Bennet Schnurr und Lukas Menke für ihre Zukunftsvision, Elektrofahrzeuge innerhalb eines intelligenten Energieversorgungs- und -verteilnetzes als Energiespeicher zu nutzen.

In einer von Zukunftsenergie-Professor Dr. Norbert Hüttenhölscher geleiteten Podiumsdiskussion hatten die Jurymitglieder zuvor aus ihrer jeweiligen Expertensicht Aspekte der Klimaschutzthematik beleuchtet:

Ministerialrätin Nicole Wilke aus dem Bundesumweltministerium gab einen Einblick in ihre Arbeit als Leiterin des deutschen Verhandlungsteam bei internationalen Klimakonferenzen: „Staaten beteiligen sich am Klimaschutz, weil sie nationale Interessen verfolgen. Und die Kosten, den Klimawandel zu bekämpfen, sind geringer, als die Kosten, sich an den Klimawandel anzupassen.“

„Steinkohlenkraftwerke stellen das Rückgrat der Energieversorgung dar und sind eine Brückentechnologie auf dem Weg in die Energiewende. Wir betreiben 10 Steinkohlekraftwerke und über 200 Anlagen mit erneuerbaren Energien. In diese Technologien investiert ein Unternehmen dann, wenn es sich rechnet.“, wies auch Alfred Geißler, Arbeitsdirektor des Energieversorgers STEAG GmbH, auf die ökonomischen Aspekte der Energiewende hin.

„Die drei Säulen der Nachhaltigkeit, die soziale, ökonomische und ökologische, sind aus Sicht der IG BCE gleich wichtig. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn sie bezahlbar bleibt und sozial gerecht ist.“, ergänzte Franz-Gerhard Hörnschemeyer, Leiter der Abteilung für Wirtschaft und Industriepolitik der IG BCE, aus gewerkschaftlicher Perspektive.

PM: Stephan Düppe Pressestelle
Technische Fachhochschule Georg Agricola

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