Neu entwickelte Schwergewichtsfundamente für 6-MW Offshore-Windturbinen ohne Rammpfähle

Das neue „leichte“ Schwergewichtsfundament TEXBASE

Ein neuartiges Schwergewichtsfundament wurde in ersten Berechnungsreihen durch die TH-Mittelhessen geprüft und als machbar eingestuft

(WK-intern) – Bremen  – Die Maritime Offshore Group GmbH hat in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Mittelhessen, Giessen, Fachbereich „Civil Engineering und Architecture“ Frau Prof. Dr. Christine Döbert in erste Berechnungsreihen für ein in Leichtbauweise geplantes Schwergewichtsfundament erfolgreich abgeschlossen.

Obwohl sich die beiden Begriffe zu widersprechen scheinen, so ist die Kombination beider Eigenschaften in voller Absicht geplant worden. Das neue Fundament, das unter dem Namen „TEXBASE“ vermarktet werden soll, baut auf der bereits beim HEXABASE-Fundament erfolgreich verwendeten Leichtbauweise aus Stahlrohren in Längsnaht- und Spiralverschweißung auf.

Das hohe Einsatzgewicht erhält das TEXBASE durch sechs ringförmig in der Struktur angeordnete Sandballastbehälter, die mit bis zu 3.000 Tonnen Sand gefüllt werden sollen. Ihre Besonderheit ist die geplante Fertigung der Ballasttanks aus sogenannten Geotextilen, widerstandsfähigen Kunstfasergeweben, die zwar für Wasser, aber nicht für Sand durchlässig sind. Die oberhalb des Bodenniveaus angeordneten Tanks sollen durch das Einfüllen eines Wasser-Sandgemischs befüllt werden.

Das Wasser wird dabei durch die Poren des Gewebes wieder abgeben werden und der Sand wird sich verfestigen.

Das Gesamtgewicht eines TEXBASE wird sich – geplant für eine markttypische 6-MW Windkraftanlage bei etwa 40 Metern Wassertiefe – ohne Ballast auf etwa 750 Tonnen.

Die gesamte Konstruktion ruht auf sechs Standfüßen, die als Rohrrahmen ausgebildet sind und mit besonders starken Geotextilgeweben bespannt werden. Das Fundament kann nahezu ohne Vorbereitung des Bodens mit einem Kran auf dem Seeboden aufgestellt werden.

Durch den Wegfall der Rammpfähle werden auch gleichzeitig die Hauptlärmquelle und der Stein des Anstoßes für die Umweltbehörden und –Organisationen entfallen. Die Installation des TEXBASE wird im Prinzip nur noch vom Wetter abhängig sein.

Das TEXBASE ist genau wie das HEXABASE von Beginn an für eine kostensparende Serienproduktion ausgelegt worden. Viele identische Bauteile- und Gruppen ermöglichen eine rationelle Aufteilung der Fertigung auf verschiedene Fertigungslinien unter voller Ausnutzung des aus der Automotivindustrie bekannten Serieneffekts.

Die Stahlbauteile des neuen Fundaments sollen durch eine neue Kunststoffbeschichtung auf PU-Basis gegen Korrosion geschützt werden. Dabei wird nach der Endmontage der Stahlbauteile in der Produktion eine mit einem Primer vorbehandelte Ober fläche im Kaltsprühverfahren mit einer Schicht von ca. 2 bis 3 Millimetern Stärke überzogen werden.

Das neue TEXBASE wird in den nächsten Monaten weiteren Studien und Berechnungsläufen unterzogen werden, um es für die Zertifikation bei einer anerkannten Klassifikationsgesellschaft vorzubereiten und die Konstruktion in allen Aspekten zu perfektionieren.

PM: Maritime Offshore Group GmbH

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