Center for Environmental Systems Research (CESR) der Universität Kassel feiert sein 20-jähriges Bestehen

Einfluss bis in die Klimakonferenzen: Uni Kassel feiert 20 Jahre Center for Environmental Systems Research

Am 26. Juni feiert das Center for Environmental Systems Research (CESR) der Universität Kassel sein 20-jähriges Bestehen.

(WK-intern) – Das wissenschaftliche Zentrum hat in den weltweiten Debatten um die Folgen der Klimaveränderung und um die Land- und Wassernutzung eine gewichtige Stimme. Das Jubiläum wird mit einem Rückblick auf die Gründung und das Erreichte sowie einem Fachsymposium zum Thema „Nachhaltigkeitsziele für einen nachhaltigen Planeten“ begangen.

Zu den vormittäglichen Festvorträgen werden unter anderem der Co-Präsident des Club of Rome und Gründungspräsident der Uni Kassel, Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, und der ehemalige Universitätspräsident, Prof. Dr. Hans Brinckmann, erwartet. Die Veranstaltung findet in der ehemaligen Ingenieurschule an der Wilhelmshöher Allee statt und ist öffentlich. Das komplette Programm finden Sie unter www.usf.uni-kassel.de/cesr.

Das CESR bildet einen wichtigen Teil der Umweltkompetenz der Universität Kassel. Es wurde 1994 als Wissenschaftliches Zentrum für Umweltsystemforschung als Nachfolger des WZ Mensch-Umwelt-Technik (MUT) gegründet. Mit zunehmend internationaler Ausrichtung eines Großteils seiner Forschungsaktivitäten wurde es schließlich in Center for Environmental Systems Research (CESR) umbenannt.

Gegenstandsbereich des Zentrums sind Umweltprobleme, insbesondere im Zusammenhang mit Klimaänderungen und dem Ressourcenverbrauch. Charakteristisch für die Arbeitsweise sind die Systemorientierung und die Verwendung von Werkzeugen der Systemanalyse, mit denen versucht wird, unsere Umwelt ganzheitlich abzubilden. Es arbeiten dabei Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus den Naturwissenschaften und den Sozialwissenschaften zusammen, u.a. aus der Hydrologie, dem Bauingenieurwesen, der Geoökologie und der Informatik sowie aus der Psychologie, Philosophie und Politologie. Themen sind die Klimafolgenforschung, nachhaltige Land- und Wasserwirtschaft, Prozesskettenanalysen und Möglichkeiten der Verhaltensänderung der Konsumenten und Konsumentinnen.

Besondere Aufmerksamkeit erlangte das Zentrum mit seinen Analysen zu gesellschaftlich relevanten Themen, z.B. mit seiner Vorreiterrolle zur Abschätzung globaler Wasserknappheit und durch seine Beiträge zu alternativen Zukunftsszenarien unter Klimawandel. Hier wurden naturwissenschaftliche Modelle entwickelt, mit denen die weltweite Wasserverfügbarkeit und Wasserqualität sowie Landnutzungsänderungen und deren Auswirkungen auf die Umwelt abgebildet werden können. Die Ergebnisse dieser Studien haben immer wieder Eingang in nationale und internationale Politik, wie die internationalen Klimaverhandlungen, und in wissenschaftliche Gremien, wie den Weltklimarat, gefunden. Zum Beispiel wurden Weltkarten der räumlichen Ausdehnung globaler Wasserknappheit, die das CESR produziert hat, in vielen UNO- und anderen internationalen Berichten benutzt.

Im Zusammenhang mit seinen Arbeiten zum Klimawandel erhielt der geschäftsführende Direktor des CESR Prof. Dr. Joseph Alcamo 2007 vom Intergovernmental Panel on Climate Change eine Anerkennungsurkunde für seine Beiträge zur Arbeit des IPCC, für die der Friedensnobelpreis 2007 verliehen wurde. Er wurde zudem in das Nationale Komitee für Global Change Forschung der DFG berufen.

Das CESR betreibt innovative, sozialwissenschaftliche Forschung des Nutzenverhaltens im Zusammenhang mit Energie- und Wasserkonsum und nachhaltigen Lebensstilen. Das CESR stellt eine der wenigen Forschungszentren dar, das versucht, soziale Komponenten in ganzheitliche Umweltuntersuchungen und –strategieentwicklung miteinzubeziehen. So ist das Zentrum z.B. bekannt für seine Entwicklung von agentenbasierten Modellen, die menschliche Verhaltensweisen im Umweltbereich abbilden. Auch ist Prof. Dr. Andreas Ernst als Mitglied aus den Sozialwissenschaften derzeit im sogenannten „Akademienprojekt: Energiesysteme der Zukunft“, einer Aktivität der deutschen Akademien der Wissenschaften zur Unterstützung der Energiewende.

Erhebliche Beiträge hat das CESR zur Entwicklung der Idee der „Ökobilanzierung“ geleistet, die einen Überblick direkter und indirekter Umweltkonsequenzen unterschiedlicher Systeme, wie z.B. der Landwirtschaft oder einer Industriesparte, ermöglicht. Besonders hervorgetan hat sich das Zentrum hier auf dem Energiesektor, wo es sich außerdem mit Fragen nachhaltigerer Energiebereitstellung sowie Versorgungssystemen im Allgemeinen befasst. So erhielten 2006 zwei Forscher des CESR (Dr. Hartmut Hübner und Dr. Andreas Hermelink) einen von EuroSolar verliehenen Europäischen Solarpreis für ihren Beitrag zu einem internationalen, wissenschaftlich fundierten und vor allem praktisch nutzbaren Sanierungskonzept für alte, osteuropäische Plattenbausiedlungen.

Im Laufe der Jahre haben namhafte Politiker und Politikerinnen wie Hans Eichel, Anke Vollmer, Ulrich Steger, Matthias Berninger und Ruth Wagner das Zentrum besucht oder waren, wie Anke Vollmer und Matthias Berninger, Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats.

PM: Uni Kassel

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