Elektronische Superbikes: Power aus dem Akku

(WK-intern) – Automobilhersteller wie zum Beispiel BMW, Renault, Tesla, Toyota und Volkswagen setzen bereits auf den Elektromotor und bieten den Kunden erste Serienmodelle an. Erste Gehversuche gibt es auch von Motorradherstellern in der Superbike-Klasse. Honda, Kawasaki, Lightning Motorcycles, Saroléa und Voxan stellten in den vergangenen Jahren und Monaten Konzeptstudien und Prototypen vor.

Bild: Die Superbikes werden aktuell in ihrer Konzeption überdacht. Weg vom Verbrennungs- hin zum Elektromotor. – Foto: Stihl024 / pixelio.de

Nach der MotoGP-Klasse gilt die Superbike-Klasse als populärste Rennsportklasse des Motorradrennsports. Bei den Superbikes handelt es sich um Motorräder mit 1.000 ccm und einer Straßenzulassung. Der Begriff wurde in den achtziger Jahren geprägt.
Mission-Motors stellte im Jahr 2009 mit seinem elektrischen Superbike einen Geschwindigkeitsrekord von 240 Kilometern in der Stunde auf. Mission-Motors-Gründer Edward West erklärte in einer Pressemitteilung auf Pressetext:
“Das ist ein Wendepunkt für Elektrofahrzeuge und läutet die Ära elektrischer Supermotorräder ein. Elektro ist nicht mehr länger die Zukunft leistungsfähiger Motorräder, es ist die Gegenwart.”

Die LS-218 von Lightning Motorcycles

Im Mai dieses Jahres präsentierte das Unternehmen Lightning Motorcycles auf einer Veranstaltung in Kalifornien die LS-218. Das Superbike besitzt eine Straßenzulassung und wird von einem 149 kW (203 PS) starken Elektromotor angetrieben.

Details:

  • PS: 203
  • Höchstgeschwindigkeit: 350 Kilometer pro Stunde
  • Reichweite: rund 160 Kilometer
  • Ladegeschwindigkeit
  • Schnellladestation: Weniger als eine halbe Stunde.
  • Normale Ladestation: Zwei Stunden
  • Preis: 38.888 US-Dollar

Mit einem Preis von knapp 40.000 Dollar gehört das Superbike von Lightning Motorcycles zu den teuersten E-Motorrädern. Die Preise von normalen Superbikes liegen bei www.autoscout24.de zwischen 4.000 und 26.000 Euro. Wobei ein Großteil der Bikes bereits ab 6.000 Euro zu haben ist.

Der Wattman von Voxan
Im Dezember letzten Jahres wurde das Superbike Wattman der Firma Voxan vorgestellt. Das Geschoss beschleunigt in 3,4 Sekunden von null auf hundert Kilometer die Stunde. In 5,9 Sekunden liegt die Geschwindigkeit bereits bei 160 km/h. Verbaut wurde ein Elektromotor mit Riemenantrieb und einer Leistung von 147 kW (200 PS).

Details:

  • PS: 200
  • Höchstgeschwindigkeit: 170 Kilometer pro Stunde
  • Reichweite: 180 Kilometer
  • Ladegeschwindigkeit: In einer halben Stunde sind die Akkus an einer Schnellladestation zu 80 Prozent geladen.
  • Preis: Keine Angaben

Der Wattman soll Anfang 2015 in den Markt eingeführt werden. Das Superbike wird in Handarbeit produziert. Der Preis dürfte deshalb weit oberhalb der Marke von 30.000 Euro liegen.

Das J-Concept von Kawasaki
In Tokyo wurde auf der Motorshow 2013 die Konzeptstudie J-Concept von Kawasaki vorgestellt. Das Motorrad wirkt sehr futuristisch und wartet mit einigen interessanten Funktionen auf. Der Fahrer kann zwischen zwei verschiedenen Fahrmodi wählen: „Komfort“ und „Sport“. Im Komfort-Modus wird die vordere Gabel gespreizt. Dadurch wird der Fahrer in eine aufrechte Position gebracht. Beim Sport-Modus verändert sich das Motorrad dahingehend, dass der Fahrer fast auf dem Motorrad liegt. Dadurch wird der Luftwiderstand verkleinert und der Fahrer wird eins mit seiner Kawasaki.

„Auch wenn es sich beim Kawasaki J-Modell um ein Konzeptmotorrad handelt, erhält der Betrachter weit reichende Einblicke in die Weiterentwicklung unterschiedlichster Technologien bei Kawasaki Heavy Industries. Wie alle Kawasaki-Fans weltweit blicken wir mit großem Interesse auf die nächsten Schritte unserer fantasievollen Entwicklungsingenieure“, sagt Yasushi Kawakami, Geschäftsführer von Kawasaki Motors Europe.

Ob das J-Concept wirklich in Serie geht, bleibt fraglich. Das Motorrad könnte direkt aus dem Blockbuster „Transformers“ entsprungen sein. Der verwendete Elektromotor wurde von der Firma Gigacell entwickelt und wird von einem Nickel-Metallhydrid-Akku mit Strom versorgt. Aktuell hüllt sich Kawasaki in Schweigen und macht auch keine Angaben zum Preis.

Das SP7 von Saroléa
Der belgische Motorradhersteller Saroléa hat im April 2014 auf einer Rennstrecke in Belgien die Saroléa SP7 vorgestellt. Gemeinsam mit dem Reifenhersteller Bridgestone wird das Superbike entwickelt.

Details:

  • PS: 180
  • Höchstgeschwindigkeit: 250 Kilometer pro Stunde
  • Reichweite: Keine Angaben
  • Gewicht: 200 Kilogramm
  • Preis: Keine Angaben

Der Elektromotor beschleunigt das 200 Kilogramm schwere Superbike in 2,8 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde. Das Unternehmen Bridgestone beteiligte sich an dem Projekt, weil es sich für eine nachhaltige Mobilität einsetzt und die Natur in seiner Schönheit bewahren möchte.

Die Mugen Shinden San von Honda
Auf der Tokyo Motor Show stellte Honda 2011 die RC-E vor. In Zusammenarbeit mit dem Mugen Shinden San-Team wurde das 240 Kilogramm schwere Superbike weiterentwickelt. Das Team nimmt damit an der berüchtigten Isle of Man TT teil.
Details:

  • PS: 134
  • Batterie: Laminate-type Li-ion
  • Reichweite: Keine Angaben
  • Gewicht: 240 Kilogramm
  • Preis: Keine Angaben

Das Unternehmen Mission Motors unterstützt das Mugen Shinden San bei der diesjährigen Isle of Man TT.

Die Rapitan von Bultaco
Das Unternehmen Bultaco wurde 1958 in Spanien gegründet und verschwand in den frühen achtziger Jahren wieder. Bultaco rutschte in die Pleite und wurde jüngst von LGN Tech Design übernommen. Der neue Eigentümer hat viel vor und möchte der Marke zu neuem Glanz verhelfen.

Details:

  • PS: 54
  • Höchstgeschwindigkeit: 144 Kilometer pro Stunde
  • Reichweite: 200 Kilometer in der Stadt und 110 Kilometer auf der Autobahn
  • Ladegeschwindigkeit: Keine Angaben
  • Gewicht: 189 Kilogramm
  • Preis: Keine Angaben

Neben der Rapitan soll es noch eine Sportvariante, die Rapitan Sport geben. Wie 1000ps.de berichtet, sollen beide Modelle Ende 2014/ Anfang 2015 auf den Markt kommen. Als erstes in Spanien und anschließend in Deutschland, Frankreich und den USA.

Die Energica EGO von der CRP Gruppe
Das formschöne Superbike wurde in Italien gefertigt und bringt es mit seinem Gewicht von 258 Kilogramm auf eine Höchstgeschwindigkeit von 240 Kilometer in der Stunde.

Details:

  • PS: 136
  • Höchstgeschwindigkeit: 240 Kilometer pro Stunde
  • Reichweite: Bei einer Geschwindigkeit von 80 Kilometer die Stunde reicht der Akku für eine Strecke von 150 Kilometern aus. Bei Geschwindigkeiten von mehr als 100 Km/h kommt der Fahrer fünfzig Kilometer weit.
  • Ladegeschwindigkeit: Keine Angaben
  • Gewicht: 258 Kilogramm
  • Preis: Keine Angaben

Der Preis wurde noch nicht festgesetzt. Höchstwahrscheinlich wird der Preis zwischen 22.000 Euro und 25.000 Euro liegen. Anfang 2015 soll das Superbike auf den Markt kommen.

Klarer Trend zum elektronischen Superbike erkennbar
Die Motorrad-Schmieden setzten auf grüne Technologien und erzielen bei der Reichweite und Geschwindigkeit sehr gute Werte. Das Fahrgefühl wird durch den E-Motor nicht beeinträchtigt. Die hier vorgestellten Modelle stammen aus der Superbike-Klasse. Andere Hersteller arbeiten ebenfalls an neuen Modellen. So kann zum Beispiel die ZERO S bereits für 13.250 Euro gekauft werden. Ob es bis 2020 auf deutschen Straßen mehr als eine Million E-Motorräder gibt, bleibt allerdings zu bezweifeln. Es sei denn, die Bundesregierung setzt dafür die nötigen Rahmenbedingungen.

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