EEG-Umlage für Eigenverbrauch von Kleinanlegern wäre Frontalangriff auf die Bürgerenergie

Kleine Windanlage von EasyWind / Foto HB
Kleine Windanlage von EasyWind / Foto HB

EEG-Umlage auch für Eigenverbrauch von Kleinanlegern wäre ein Frontalangriff auf die  Bürgerenergie

„Die Belastung des Eigenverbrauchs mit der EEG-Umlage auch auf Anlagen unter der 10-kw-Grenze wäre ein erneuter Frontalangriff auf die Bürgerenergie.

(WK-intern) – Wenn die Bundesregierung ihre Pläne, wie sie heute durchgesickert sind, nicht korrigiert, wäre das ein erheblicher Rückschlag für Bürgerenergie“, kritisiert Dr. René Mono, stellvertretender Vorstandsvorsitzender im Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn).

Offenbar sollen alle Selbsterzeuger von Ökostrom vom privaten bis zum industriellen Verbrauch mit einer einheitlichen Umlage von 40 Prozent belastet werden. Aktuell entspräche das 2,5 Cent pro Kilowattstunde; die Regelung soll für Neuanlagen gelten.  

Die bisherigen Pläne hatten Kleinerzeuger, also z. B. Hausbesitzer mit Photovoltaikanlage auf dem Dach, dann ausgenommen, wenn die Anlagenleistung unter 10 Kilowatt liegt und sie weniger als zehn Megawattstunden verbrauchen. „Der Eigenverbrauch entlastet die Netze und hat Bürger überhaupt erst dazu motiviert, in großem Stil in die Erneuerbaren Energie zu investieren. Immerhin kommt fast jede zweite Kilowattstunde des Erneuerbaren Stroms aus Bürgerhand“, so Mono.

Nutznießer der Eigenstrom-Belastung auch für Kleinerzeuger wären die großen Energiekonzerne, die durch die starke Bürgerbeteiligung weiter Marktanteile verlieren. Der Umbau des Energiesystems zu einer dezentralen Energieversorgung mit sauberem Ökostrom, einer am Bedarf orientierten und sozial gerechten Erzeugungs- und Versorgungsstruktur würde durch eine Belastung des Eigenstroms hingegen erheblich verzögert.

Der Vorstoß kommt auch deshalb überraschend, weil Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel noch in der vergangenen Woche an den Klimaschutz erinnert hat. Doch wer die Erneuerbaren immer noch mehr ausbremst, kann auch das Klima nicht schützen.

Das Bündnis Bürgerenergie (BBEn) e.V. ist Vordenker der dezentralen Energiewende in Bürgerhand und vertritt die Interessen der Bürgerenergie.

Das  BBEn setzt sich ein für

  • die ambitionierte Fortsetzung der dezentralen Energiewende, um den Klimawandel aufzuhalten,
  • den Erhalt der Bürgerenergie, denn sie gewährleistet den Erfolg und die Akzeptanz der Energiewende,
  • die verbrauchsnahe Erzeugung von Energie und
  • die Direktversorgung der Verbraucher durch Bürgerenergie.

Das Bündnis Bürgerenergie versteht sich als offene Plattform, in dem sich lokale, regionale und bundesweit agierende Netzwerke, Organisationen und Unternehmen zusammenschließen. Initiatoren des BBEn sind Netzkauf EWS eG, Stiftung Neue Energie, GLS Bank Stiftung, 100 prozent erneuerbar stiftung, Haleakala-Stiftung, BürgerEnergie Thüringen e.V., Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland-Pfalz, Netzwerk Energiewende Jetzt, Naturstrom AG, Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) und Agentur für Erneuerbare Energien.

PM: Bündnis Bürgerenergie e.V.

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