Betriebe können die hohen Energiewende-Kosten nicht weitergeben, die Bahn schon

Aachen / Foto: HB
Aachen, die Schwachen schultern die Starken / Foto: HB

IHK-Umfrage: Betriebe können die hohen Energiewende-Kosten nicht weitergeben

Aachen – Die seit Jahren steigenden Energiekosten machen der Wirtschaft in der Region Aachen stark zu schaffen.

(WK-intern) – Mittelständische Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung ergreifen zwar Energiesparmaßnahmen, können aber die hohen Mehrkosten nur selten an ihre Kunden weitergeben und befürchten dazu noch einen weiteren Anstieg.

Das verringert die Margen, beeinträchtigt Investitionsvorhaben und geht zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit.

Das geht aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen zum “Standortfaktor Energie” hervor, an der sich rund 330 Betriebe aus verschiedenen Branchen vom Einzelunternehmer bis hin zum Konzern beteiligt hatten. Die Ergebnisse fließen in die derzeitige Erarbeitung der “Energiepolitischen Positionen” der IHK Aachen ein.

Bei einem Drittel der Industrieunternehmen liegen die Energiekosten bei mehr als fünf Prozent der Gesamtausgaben, bei jedem zehnten Betrieb machen sie sogar mehr als zehn Prozent aus. Das Gros der Industriebetriebe in der Region zahlt die EEG-Umlage in vollem Umfang und spürt die finanziellen Folgen der umstrukturierten Stromversorgung unmittelbar. Dadurch sieht sich vor allem die im IHK-Bezirk NRW-weit überdurchschnittlich vertretene exportstarke Industrie gegenüber ausländischen Mitbewerbern im Nachteil. Als negative Folgen der Energiewende nennt die Branche geringere Gewinnmargen (57 Prozent), Verschlechterungen im Wettbewerb (35 %) und Investitionsrisiken (28 %).

Einige Betriebe aus Handel und Dienstleistung verzeichnen positive Effekte der Energiewende: Ein Sechstel der Händler stellt eine gestiegene Nachfrage nach energieeffizienten Produkten fest – auch einige Dienstleister, vor allem Planer und Berater im Bereich der erneuerbaren Energien, berichten von einem verstärkten Zuspruch. Rund 40 Prozent der Befragten müssen allerdings auch hier mit geringeren Margen zurechtkommen. Lediglich 16 Prozent der Umfrageteilnehmer können die gestiegenen Energiekosten in den Produktpreisen weitergeben – die deutliche Mehrheit von 84 Prozent muss die Kosten in vollem Umfang selbst tragen.

Ausführliche Informationen und die grafische Darstellung der Ergebnisse sind auf der Internetseite der IHK Aachen unter www.aachen.ihk.de (Dok.-Nr.: 91243) zu finden.

PM: IHK Aachen

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