Das verschweigt -Brot für die Welt- bei Kritik an Biokraftstoffen lieber

Rapsfeld / Pressebild: Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie
Rapsfeld / Pressebild: Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie

„Brot für die Welt“ versteht Gesetze für Biokraftstoffe nicht

Die Entwicklungshilfeorganisation „Brot für die Welt“ versteht die seit dem Jahr 2011 gesetzlich geregelten Nachhaltigkeitsbestimmungen für Biodiesel und Bioethanol nicht.

(WK-intern) – Durch diese Regelungen dürfen Rohstoffe für Biodiesel wie zum Beispiel Palmöl nicht von ehemaligen Regenwaldflächen oder Torfböden stammen. Zertifizierer kontrollieren, ob die Nachhaltigkeitsregeln eingehalten werden.

Gleichwohl fordert „Brot für die Welt“ in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung zu einer Studie, dass diese Flächen von der Palmölproduktion ausgeschlossen werden, also das, was seit drei Jahren für Biokraftstoffe bereits gesetzlich geregelt ist. „„Brot für die Welt“ kennt die geltenden Gesetze für Biokraftstoffe nicht und erhebt Forderungen, die an der wirtschaftlichen Realität vorbeigehen. Wenn es der Entwicklungshilfeorganisation tatsächlich um Veränderungen in den Herkunftsländern ginge, sollte sie sich unserer Forderung anschließen und verlangen, dass auch für die Lebensmittel- und chemische Industrie die verbindlichen Regeln gelten, die für die Biokraftstoffindustrie längst eingeführt sind“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Von dem weltweit produzierten Palmöl werden rund 72 Prozent im Nahrungsmittelbereich genutzt, etwa 16 Prozent verbraucht die Industrie und rund 12 Prozent werden zu Kraftstoff verarbeitet.

Die von „Brot für die Welt“ geforderte Einbeziehung von indirekten Landnutzungsänderungen in Ländern wie Indonesien in die europäische Biokraftstoffgesetzgebung hätte lediglich zur Folge, dass die Biokraftstoffherstellung in Europa beendet wird. „Der Regenwald würde dadurch nicht vor Rodungen geschützt werden, aber die großen Nutzer von Palmöl, die Lebensmittelindustrie, könnte unbesorgt weiter roden“, sagte Baumann. Um Landnutzungsänderungen zu verhindern, müssten die geltenden Schutzgesetze der Länder in die Praxis umgesetzt werden, in denen Regenwald gerodet wird. „Wer gegen Biokraftstoffe ist, muss auch die Alternative benennen: Fossiles Erdöl aus der Arktis, aus Teersanden, dem Golf von Mexiko und dem ecuadorianischen Regenwald. Aber das verschweigt „Brot für die Welt“ lieber“, sagte Baumann.

Die Nachhaltigkeitsverordnung für Biokraftstoffe regelt neben dem Schutz von Regenwäldern und Torfmooren auch, dass Biokraftstoffe deutlich weniger Treibhausgase emittieren müssen als fossile Kraftstoffe. Berücksichtigt werden dabei zum Beispiel die Emissionen die auftreten bei der Düngung der Rohstoffe, der Produktion des Biokraftstoffs und des Transports. Biodiesel und Bioethanol emittieren derzeit nur 50 bis 60 Prozent der Treibhausgase von fossilen Kraftstoffen. Da der Prozess weiter verbessert wird und die Emissionen der fossilen Ölgewinnung steigen, werden Biokraftstoffe im Vergleich immer besser.

PM: Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie

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