EBM: Das Segment Erneuerbare Energie zeigt eine stabile und nachhaltige Wirtschaftlichkeit

EBM: Behauptet sich in anspruchsvollem Umfeld

Die EBM ist zurück in den schwarzen Zahlen und weist einen Gewinn aus.

Die strategischen Massnahmen zur Konzentration auf das Kerngeschäft und zur Verschlankung der Organisation zeigen erste Früchte.

(WK-intern) – «Die EBM hat sich zur richtigen Zeit auf ihre Kernkompetenzen fokussiert», kommentiert CEO Dr. Conrad Ammann das Geschäftsergebnis 2013. Damit spricht er in erster Linie das energiewirtschaftlich anspruchsvolle Umfeld an.

Seit 2008 haben sich die Strompreise auf der Grosshandelsebene halbiert. Die Gewinne aus der günstigen Strombeschaffung der EBM sind weggeschmolzen und der Wechsel von Industriekunden aus der regulierten, preisgeschützten Grundversorgung in den Wettbewerb hat zu weiteren Margeneinbussen geführt.

Auf Kerngeschäft konzentrieren
Als Reaktion auf diese Situation beschloss die EBM im Jahr 2012, sich auf ihr Kerngeschäft mit den Geschäftsfeldern Netz, Energie, Wärme, Erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu konzentrieren. Im März 2013 wurden die EBM Telecom an die Besonet/Quickline-Gruppe und im April 2014 die Elektroinstallationsunternehmung Schwarz + Partner AG an die Alpiq Intec verkauft. Um die Finanzkraft zu stärken, hat die EBM im 2013 weitere Massnahmen zur Verbesserung des Betriebsergebnisses um 20 Mio. Franken jährlich getroffen, welche in Umsetzung sind. Einschneidend war, dass im September 2013 insgesamt 39 Mitarbeitenden die Kündigung ausgesprochen werden musste. Mit der Neuausrichtung wird sich die EBM in den kommenden Jahren kontinuierlich zu einem «modernen, kundenorientierten und kosteneffizienten Energieversorgungsunternehmen weiterentwickeln», so Ammann.

Die Margeneinbussen im Elektrizitätsgeschäft drückten deutlich auf das Ergebnis 2013. Der operative Gewinn (EBIT) reduzierte sich auf 13.3 (Vorjahr 20.5) Mio. Franken. Mit 13.6 Prozent ist die EBM am Kraftwerkspark der Alpiq beteiligt. Diese erarbeitete im Jahr 2013 nach zwei vorgängigen signifikanten Verlustjahren ein ausgeglichenes Ergebnis. Damit blieb der Jahresabschluss der EBM-Gruppe unbelastet von Drittergebnissen und erreichte 4.7 (-158.6) Mio. Franken. Dieses liegt um 17.4 Mio. Franken unter dem ordentlichen Ergebnis. Die Differenz ist mehrheitlich auf die per 1. Januar 2014 erfolgte Restrukturierung der EBM-Pensionskasse mit der Umstellung vom Leistungs- zum Beitragsprimat und der Senkung des technischen Zinssatzes zurückzuführen. Dadurch entstanden der EBM einmalige Kosten von 19.6 Mio. Franken.

0.9 % mehr elektrische Energie
Im Kerngeschäft konnte sich die EBM erfolgreich behaupten. Der konsolidierte Gesamtumsatz der EBM-Gruppe liegt im Berichtsjahr mit 398.1 Mio. Franken um 6.4 Prozent bzw. 23.8 Mio. Franken über dem Vorjahr. Die Kundinnen und Kunden im EBM-Netzgebiet benötigten 2013 insgesamt 0,9 Prozent mehr elektrische Energie. Für die Versorgungssicherheit der 230‘000 Personen investierte die EBM 27 Mio. Franken in den Ausbau, den Ersatz und die Instandhaltung des Stromnetzes.

Eine grosse Herausforderung im Netzbetrieb bildete das Einbinden der vielen dezentralen, neu gebauten Photovoltaikanlagen (PVA). Per Ende 2013 waren im schweizerischen Netzgebiet der EBM insgesamt 1’158 PVA mit einer installierten Leistung von 31’330 Kilowatt-Peak in Betrieb.

Ein Viertel mehr Elektroenergie
Das gesamte Elektrizitätsgeschäft ist inklusive Handel um 25 Prozent auf 2’526,5 Mio. Kilowattstunden (kWh) gewachsen. Im Jahr 2013 haben 6 Grosskunden mit einem Stromabsatz von 16 Mio. kWh in den freien Markt gewechselt. Im Gegenzug konnte die EBM ausserhalb ihres Netzgebietes 5 Grosskunden mit einem Strombedarf von total 253 Mio. kWh dazugewinnen.

Wärmegeschäft ausgebaut
Mit einem Umsatz von 44.8 (41.6) Mio. Franken wurde auch das Wärmegeschäft weiter ausgebaut. Die EBM betrieb im Jahr 2013 in der Schweiz sowie im elsässischen und süddeutschen Raum 167 Wärme-Anlagen im Contracting, welche insgesamt 310.2 Mio. kWh Wärme und 35.5 Mio. kWh Strom produzierten. Im Februar 2013 hat sich der Fonds UBS Clean Energy Infrastructure Switzerland mittels einer Kapitalerhöhung im Umfang von 40 Mio. Franken an der EBM Wärmeholding AG beteiligt. Damit wird sich die EBM Wärme-Gruppe weiter dynamisch entwickeln können.

Durch die Erweiterung des Kraftwerkparks der EBM stieg die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien auf 811 Mio. kWh. Das entspricht gegenüber Vorjahr einer Steigerung um 44 Prozent. Somit produzierte die EBM elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen in einem Umfang, der rein rechnerisch dem Verbrauch von 200’000 Haushalten entspricht. Mit einer EBIT-Marge von 22.9 (22.1) Prozent zeigt das Segment Erneuerbare Energie eine stabile und nachhaltige Wirtschaftlichkeit.

Nachhaltigkeits-Verpflichtung
Unverändert verpflichtet sich die EBM der Nachhaltigkeit und sucht langfristig ein gesundes Gleichgewicht zwischen den Anliegen der Wirtschaft, der Umwelt und der sozialen Anspruchsgruppen. Im Jahr 2050 sollen 80 Prozent der im Netzgebiet benötigten Energie aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Mit der Einführung des neuen grünen Stromprodukts «EBM STANDARD» für Privat- und KMU-Kunden seit Januar 2014 wird die Produktion von erneuerbarem Strom zusätzlich gefördert.

Kennzahlen EBM-Gruppe

2013

2012

Umsatz in Mio. CHF

398.1

374.3

EBIT in Mio. CHF

13.3

20.5

Bilanzsumme in Mio. CHF

1’980.2

1’953.9

Eigenkapital in % des Gesamtkapitals

76.1

75.9

Elektrizitätsgeschäft in Mio. kWh (inkl. Handel)

2’526.5

2’015.9

Durchleitung durchs Verteilnetz in Mio. kWh

1‘679.0

1‘653.7

Wärmeproduktion in Mio. kWh

310.2

297.5

Stromkunden (Bezugsstellen) Anzahl

131’114

130’356

Genossenschafter Anzahl

49’975

49’116

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollpensen)

557

575

– davon Lernende (Personen)

47

46

Kennzahlen EBM 2013 nach Segmenten (ohne Corporate und Dienstleistungen)

Umsatz

Mio. CHF

EBIT

Mio. CHF 

Elektrizitätsgeschäft

195.5

6.1

Netz

109.0

14.9

Wärme

49.5

4.7

Erneuerbare Energien

30.9

5.5

PM: EBM

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