Die Ökoanbaufläche in Schleswig-Holstein ist deutlich gewachsen

Ökolandwirtschaft / Foto: HB
Ökolandwirtschaft / Foto: HB

„Der Ökolandbau ist wieder im Aufwind“ – Umweltminister Robert Habeck eröffnet den Gottorfer Landmarkt

KIEL/SCHLESWIG – Die Ökoanbaufläche in Schleswig-Holstein ist deutlich gewachsen. 2013 wurden rund 40 000 Hektar ökologisch bewirtschaftet.

(WK-intern) – Das sind rund 5000 Hektar oder 14 Prozent mehr als im Jahr davor.

„Das ist ein schöner Erfolg, umso mehr, als die Rahmenbedingungen für Biobauern extrem schwierig sind“, sagte Umweltminister Robert Habeck in Schleswig anlässlich der Eröffnung des Gottorfer Landmarkts, dem größten Ökomarkt Deutschlands. „Ich hoffe, wird haben endlich die Trendwende erreicht.“ Mit dem Anstieg aus dem Jahr 2013 werden fast vier Prozent der Fläche in Schleswig-Holstein ökologisch bewirtschaftet. 

Die Öko-Anbaufläche war in den Jahren 2010 und 2011 zurückgegangen, 2012 wuchs sie nur sehr gering. Nach Regierungswechsel im Jahr 2012 hatte die neue Landesregierung die Beibehaltungsförderung wieder eingeführt. 2013 erhöhte sie zudem die Fördersätze deutlich. Das Ministerium prüft derzeit eine weitere Erhöhung der Prämien. „Der Ökolandbau erfüllt wichtige Aufgaben für Natur, Umwelt und Gewässer. Er hilft der Artenvielfalt und wirtschaftet gewässerschonend.“ Dabei wirtschafteten die Ökobauern unter schwierigen Bedingungen: So lassen sich über konventionellen Anbau hohe Preise für Marktfrüchte erzielen, die Pachtpreise sind zudem stark gestiegen.

Damit das längerfristige Ziel, sieben Prozent der Landesfläche ökologisch zu bewirtschaften, erreicht wird, bedürfe es großer Anstrengungen, sagte Habeck weiter. So richtet das Land seine Förderpolitik für den ländlichen Raum neu aus: Bio-Betriebe sollen auch bei Investitionen wie Stallbauten oder zur Verarbeitung und Vermarktung, bei Bildung und Beratung und beim Wissenstransfer viele Fördermöglichkeiten haben. Seit vergangenem Jahr ist zudem ökologischer  Landbau in Schleswig-Holstein als fester Baustein in die landwirtschaftliche Ausbildung integriert.

„Aber allein die staatliche Unterstützung reicht nicht aus. Landwirte, Verarbeiter und Vermarkter müssen gemeinsam daran arbeiten, dass die schleswig-holsteinischen Bauern die Chancen, die die steigende Nachfrage nach Bioprodukten bietet, nutzen können. Wir unterstützen dafür den Aufbau eines Kompetenznetzwerks Ökolandbau. Zur Erarbeitung einer ganzheitlichen Strategie für den Ökolandbau ziehen wir über ein Gutachten auch externen Sachverstand zu Rate“, sagte Habeck.

Hintergrund:

Der ökologische Landbau leistet einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz. Ökologisch wirtschaftende Betriebe verzichten auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Stickstoffdünger. Sie haben im Durchschnitt deutlich geringere Stickstoff-Überschüsse als konventionelle Betriebe. Die hohen Stickstoffausträge aus der Landwirtschaft sind in Schleswig-Holstein ein gravierendes Problem im Gewässerschutz. Außerdem hat der Ökolandbau positive Effekte für die Artenvielfalt auf dem Acker und die Speicherung von Humus im Boden.

Da die Kostennachteile, die den Ökolandwirten durch die umweltfreundlichere Bewirtschaftung und artgerechtere Tierhaltung entstehen, am Markt nicht vollständig ausgeglichen werden, stellen EU, Bund und Länder Fördermittel zur Verfügung. Die Prämie wurde von 137 Euro je Hektar Acker und Grünland auf derzeit 180 Euro angehoben (ab dem 3. Jahr). In den ersten beiden Jahren der Betriebsumstellung beträgt die Prämie 280 Euro je Hektar. Die Ökolandbauförderung in Schleswig-Holstein wird zu 55 Prozent aus EU-Mitteln finanziert, 27 Prozent trägt der Bund bei, 18 Prozent das Land.

PM: Schleswig-Holstein

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