EEG-Reform erhöht den Wettbewerbsdruck

Erneuerbare Energien / Fotos: HB
Erneuerbare Energien / Fotos: HB

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen befasst sich derzeit intensiv mit den Veränderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

„Die Wirtschaft trägt bereits einen wesentlichen Teil der Kosten für die Energiewende: Das Gros der Unternehmen zahlt die EEG-Zusatzkosten in vollem Umfang“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer.

Lediglich zwei Prozent der Industriebetriebe im Kammerbezirk Aachen waren bislang per Gesetz EEG-umlagebegünstigt: Dabei handelt es sich um im internationalen Wettbewerb stehende Unternehmen mit besonders hohem Energiebedarf aus den Branchen Glas-, Papier- und Metallerzeugung sowie Kunststoffverarbeitung.

(WK-intern) – Im IHK-Bezirk sind dort rund 7.500 Mitarbeiter beschäftigt; in der Wertschöpfungskette hängen davon bis zu 40.000 Arbeitsplätze bei Zulieferern, Dienstleistern und Handwerkern ab.

„Wir sind froh, dass die Politik unsere Hinweise auf kritische Zuspitzungen aufgegriffen und den hohen Wettbewerbsdruck unserer exportorientierten Branchen angemessen berücksichtigt hat“, sagt Bayer. Dennoch nehme die Kostenbelastung künftig zu: Im Laufe der nächsten vier Jahre soll die EEG-Umlage für eine Reihe der bislang begünstigten Betriebe auf den dann üblichen Satz steigen.

Mindestens acht der 52 Industriebetriebe, die im IHK-Bezirk Aachen derzeit verminderte Umlagesätze zahlen, sollen durch die EEG-Reform keine Umlagesenkung mehr beantragen können. Bei den übrigen Unternehmen sollen die Genehmigungsvoraussetzungen in zwei Schritten erhöht werden. Im kommenden Jahr soll die Schwelle bei der Stromkostenintensität um zwei Prozent, im darauffolgenden Jahr noch einmal um ein Prozent angehoben werden. Dann sind nur noch Betriebe antragsberechtigt, deren Stromkosten 17 Prozent oder sogar 20 Prozent der Bruttowertschöpfung übersteigen.

Im internationalen Wettbewerb werden sich daraus laut IHK für die Betriebe weitere Nachteile ergeben. „Deshalb bleibt es weiterhin Aufgabe der Kammer, sich für wettbewerbsfähige Preise und schwankungsfreie Versorgungssicherheit für die Wirtschaft einzusetzen“, sagt Anke Schweda, Leiterin der IHK-Abteilung Innovation, Umwelt und Industrie.

Bundesweit steuert die Wirtschaft rund zwölf Milliarden Euro zur Finanzierung der Energiewende bei. Das ist etwas mehr als die Hälfte der aktuell aufgelaufenen Jahreskosten in Höhe von 23,6 Milliarden Euro. Die andere Hälfte entfällt auf die Privathaushalte und die Schienenbahnen. Allein 30 Prozent zahlt die Industrie. Das entspricht dem von ihr verursachten Stromverbrauch. Durch die Die EEG-Reform werden die großen Stromverbraucher in den nächsten vier Jahren Schritt für Schritt stärker zur Kasse gebeten. Damit kann der Betrag der sogenannten Industrierabatte trotz zunehmender EEG-Kosten auf rund fünf Milliarden Euro begrenzt werden.

PM: IHK Aachen

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