Bremer Ökostromanbieter und Energieversorgers hat Geschäftsjahr 2013 mit Gewinn abgeschlossen

128 Meter Höhe hat der Turm der Windkraftanlage, mit Blick, weit über Bremen hinaus. / Pressebild: SWB
128 Meter Höhe hat der Turm der Windkraftanlage, mit Blick, weit über Bremen hinaus. / Pressebild: SWB

swb hat sich in angespanntem Markt gut behauptet

Die swb AG, der Energieversorger im Land Bremen, hat das Geschäftsjahr 2013 mit Gewinn abgeschlossen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) entwickelte sich weiter positiv von 78,3 Mio. Euro auf 82,1 Mio. Euro.

(WK-intern) – Das ausschüttungsfähige Ergebnis nach HGB (Dividende) liegt bei 57,1 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss liegt mit 26,1 Mio. Euro aufgrund von Sondereffekten leicht unter dem des Vorjahres von 30,4 Mio. Das operative Geschäft verlief gemäß der prognostizierten Erwartungen mit leichten Einschränkungen: Bei leicht rückläufigen Absatzmengen erzielte das Unternehmen mit 1,59 Mrd. Euro (Vorjahr 1,62 Mrd. Euro) einen nahezu stabilen Umsatz.

„Das ist angesichts eines weiterhin sehr angespannten Marktumfelds ein ordentliches Ergebnis“, sagt Torsten Köhne, Vorstandsvorsitzender der swb AG und Vorstand Erzeugung. „Für 2014 gehen wir angesichts der im Keller befindlichen Großhandelspreise und der leicht sinkenden Absatzmengen im operativen Geschäft vorübergehend von rückläufigen Ergebnissen aus. In den Folgejahren möchten wir das jetzige Niveau mindestens wieder erreichen.“

Das Betriebsergebnis stieg um 4,9 Mio. Euro auf 77,9 Mio. Euro, was vor allem auf die eingeleiteten Umbau- und Effizienzmaßnahmen sowie den erfolgreichen Abschluss von Kundenprojekten im Bereich Erzeugung zurückzuführen ist. Um den negativen Marktentwicklungen weiter entgegenzutreten und die Wirtschaftlichkeit zu erhalten, wurden die im vergangenen Jahr begonnenen Effizienzmaßnahmen in Erzeugung und Verwaltung weitergeführt.

Der Stromabsatz ging bei einem Marktanteil von 83 Prozent (Vorjahr 84) von 14.517 Mio. Kilowattstunden (kWh) auf 13.626 Mio. kWh zurück. Der Erdgasabsatz sank bei einem 84-prozentigen Marktanteil (Vorjahr 88) von 6.809 Mio. kWh auf 6.307 Mio. kWh. Der Wettbewerb im Privatkundensegment hat sich sowohl im Strom- als auch im Erdgassegment weiter intensiviert. swb ist im Bereich Ökostrom in Bremen weiterhin Marktführer und konnte mit Festpreisprodukten, „swb Strom von hier“ und einem verbesserten Service die Marktanteile gegen den allgemeinen Bundestrend weitgehend verteidigen.

Die abgesetzte Wärmemenge sank von 1.272 Mio. kWh auf 1.119 Mio. kWh. Der Trinkwasserabsatz blieb mit 36,1 Mio. Kubikmetern (m3) im Vergleich zu 36,5 Mio. m3 im Vorjahr konstant, die Abwassermenge liegt unverändert bei 49 Mio. m3 und die Abfallverwertung erhöhte sich von 682.580 Megagramm auf 811.735 Megagramm.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien zeigt Wirkung – auf Kundenseite mit steigenden EEG-Umlagen, auf Seiten der konventionellen Erzeugung mit niedrigeren Preisen und reduzierten Betriebsstunden. Bei der Strompreisentwicklung nehmen Umlagen zur Finanzierung der Energiewende deutlichen Einfluss. Deshalb ist die Preisgestaltung insgesamt mehr und mehr durch unbeeinflussbare Kosten geprägt, weshalb sich zurzeit keine verlässliche Prognose zu eventuellen Energiepreisveränderungen zum 1. Januar 2015 abgeben lässt.

Für die Netzgesellschaften war 2013 ein entscheidendes Jahr. Die bislang von swb Netze gehaltenen Wegenutzungsverträge für Strom, Erdgas, Trinkwasser und Fernwärme im Land Bremen sind neu ausgeschrieben worden. swb strebt einen Neuabschluss an. Außerdem wollen sich die Städte Bremen und Bremerhaven an den swb-Netzgesellschaften mit 25,1 Prozent beteiligen. Beide Entscheidungen werden bis Sommer 2014 erwartet. Im zweiten Halbjahr 2013 hat swb Netze zudem ihren Außenauftritt umgestellt. Aufgrund von Regulierungsvorschriften der Bundesnetzagentur müssen sich Netzbetreiber im Außenauftritt deutlich von der Vertriebsgesellschaft unterscheiden, um Verwechslungen auszuschließen. Seit 1. März 2014 firmiert swb Netze deshalb als „wesernetz – Ein Unternehmen von swb“.

Weitere Flexibilisierung der Erzeugungsanlagen

Zunehmend wichtiger wird die Flexibilität von Anlagen im Zusammenspiel von erneuerbar und konventionell erzeugtem Strom. Im Jahr 2013 hat swb 48,3 Mio. Euro in die Modernisierung und Flexibilisierung seiner Anlagen investiert. swb beteiligt sich an der Gemeinschaftskraftwerk Bremen GmbH & Co. KG, die am Bremer Standort Mittelsbüren ein hocheffizientes und flexibles Gas- und Dampfturbinenkraftwerk baut.

Nach einer Investition von rund 80 Mio. Euro für den Umbau des Müllheizkraftwerks in Bremen-Findorff wird seit Mai 2013 aus der gleichen Menge Abfall die dreifache Menge Strom erzeugt.

Der Steinkohlekraftwerksblock 6 im Heizkraftwerk Hafen ist mit einer Investitionssumme von rund 50 Mio. Euro an die veränderten Bedingungen auf dem Strommarkt angepasst worden. Mit dieser Retrofit-Maßnahme ist das größte swb-Heizkraftwerk nun schwachlastfähiger, besitzt flexiblere An- und Abfahrzeiten und erzielt eine höhere Spitzenleistung (Leistungssteigerung um 2,5 Prozent auf 330 Megawatt und Lebenszeitverlängerung bis 2025).

Zwei Anlagen der konventionellen Erzeugung – Block 5 am Standort Hafen und Block 14 in Hastedt – sind in die Kaltreserve überführt worden.

Mit der eingeschlagenen Unternehmensstrategie, sich gemeinsam mit Partnern in strategischen Kooperationen für die Erfordernisse der Zukunft zu rüsten, gelingt es swb, erfolgreich zu agieren: Das gemeinsam mit Enercon errichtete Weserkraftwerk hat in seinem ersten regulären Betriebsjahr die vor Baubeginn prognostizierte Strommenge von 42 Mio. kWh produziert. Auch bei der Stromerzeugung aus Windkraft legt swb zu. Im November hat der Bau einer 3,4 Megawatt-Anlage im Bremer Industriegebiet Hüttenstraße am Standort Mittelsbüren begonnen. Das in enger Zusammenarbeit mit der Firma Nehlsen geplante Projekt soll im Sommer 2014 abgeschlossen werden.

Den weiteren Ausbau der regenerativen Erzeugung, insbesondere aus Onshore-Windenergie, treiben swb und EWE in enger Zusammenarbeit voran. 2014 sollen insgesamt 40 Millionen Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien investiert werden. Es bleibt strategisches Ziel, dieses Standbein deutlich zu stärken – mit regionalen und lokalen Kooperationspartnern.

 Kennzahlen in der Übersicht (nach IFRS)
 2012 2013
Umsatz (Mio. EUR) 1.625,4 1.592,6
EBIT (Mio. EUR) 78,2 82,1
Ausschüttungsfähiges Ergebnis nach HGB (Dividende) 50,9 57,1
Jahresüberschuss (Mio. EUR) 30,3 26,1
Stromabsatz (Mio.kWh/GWh) 14.516,8 13.625,9
Erdgasabsatz (Mio.kWh/GWh) 6.809,0 6.307,1
Wärmeabsatz (Mio.kWh/GWh) 1.272,3 1.118,6
Trinkwasserabsatz (Mio. m³) 36,5 36,1
Abfallverwertung (in Mg) 682.580,0 811.735,2
Mitarbeiter 2.448 2.418
Auszubildende 144 133

Mit 2.418 Mitarbeitern und 133 Auszubildenden ist swb nach wie vor einer der größten Arbeitgeber und Ausbilder im Land Bremen.

PM: SWB

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Schreibe einen Kommentar

Top