Patrick Kron, Chairman und CEO von Alstom, will Energiegeschäft an GE verkaufen

Offshore wind turbine Haliade 150-6MW Alstom
Offshore wind turbine Haliade 150-6MW Alstom / Pressebild: Alstom

Alstom zieht vorgeschlagenen Erwerb seiner Energieaktivitäten durch GE in Betracht

Schaffung eines eigenständigen Marktführers in der Transportsparte

(WK-intern) – Der Verwaltungsrat von Alstom hat angekündigt, dass das Unternehmen ein verbindliches Angebot zum Erwerb seiner Aktivitäten im Bereich Energie von General Electric erhalten hat.

Der Umfang der Transaktion beinhaltet die Bereiche Thermal Power, Renewable Power und Grid, ebenso Einheiten von Corporate und Shared Services. Mit 65.000 Mitarbeitern, haben diese Bereiche 14,8 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2012/13 erwirtschaftet. Der vorgeschlagene Preis ist ein Fixpreis, der sich auf einen Eigenkapitalwert1  in Höhe von 12,35 Milliarden Euro beläuft und einem Unternehmenswert2  in Höhe von 11,4 Milliarden Euro, oder dem 12,2 fachen EBIT3 des Geschäftsjahres 2012/13, entspricht.

Sollte dieses Angebot angenommen und abgeschlossen werden, wird sich Alstom auf die Transportaktivitäten fokussieren, in denen das Unternehmen ein weltweiter Marktführer ist. Alstom würde die Erträge aus dem Verkauf nutzen, sein Transportgeschäft zu stärken und entsprechend weiterzuentwickeln, sowie Schulden und Kapital an seine Anteilseigner zurückzuzahlen.

Der Verwaltungsrat von Alstom erkennt einstimmig die strategischen und industriellen Vorteile des Angebots von GE an. Eine Kommission aus unabhängigen Managern, unter der Führung von Jean-Martin Folz, wird im Auftrag des Vorstandes von Alstom die vorgeschlagene Transaktion bis Ende Mai überprüfen und dabei alle Interessen der Anteilseigner sowie des französischen Staates berücksichtigen. Patrick Kron und die Kommission werden sich mit den Vertretern des französischen Staates abstimmen und ihre Belange berücksichtigen.

Sollte der Vorstand zu einem positive Beschluss kommen, werden die Arbeitnehmervertretungen von Alstom entsprechend informiert und konsultiert werden, bevor es zu einer finalen Übereinkunft kommt.

Der Abschluss der Transaktion würde Bestandteil der Kontrolle der Fusion sowie weiterer regulatorischer Genehmigungsverfahren sein. In Übereinstimmung mit dem AFEP-Medef Code4, wird die endgültige Genehmigung der Transaktion den Aktionären unterbreitet. Bouygues hält 29 Prozent der Aktien von Alstom und hat sich verpflichtet, die Anteile bis zu dieser Genehmigung nicht zu veräußern. Bouygues hat angedeutet, dass das Unternehmen die Empfehlung des Verwaltungsrates von Alstom unterstützen wird.

Im Zusammenhang dieses verbindlichen Angebots wird Alstom für die Übernahme des Energiegeschäfts oder Teilen davon, keine Angebote von Dritten einholen. Alstom behält sich das Recht vor, auf nicht angeforderte Angebote über das gesamte Energiegeschäft zu antworten und in Gespräche mit Bietern mit einem ernsthaften Interesse, die Alstom ein höheres Angebot unterbreiten könnten, Kontakt aufzunehmen. Falls sich der Verwaltungsrat nach der Befürwortung des Angebots von GE und deren Prüfung zu einer anderen Transaktion entscheiden sollte, würde Alstom GE eine Gebühr von 1,5 Prozent des Verkaufspreises für die Trennung schulden.

Der Rat hat außerdem die Interessenbekundung von Siemens geprüft, die eine alternative Transaktion betrifft. Siemens bekommt einen fairen Zugang zu Informationen, die das Unternehmen, wenn es sich dazu entscheiden sollte, benötigt, um ein verbindliches Angebot abzugeben. Diese Erklärung wird im Sinne des Unternehmensinteresse von Alstom sowie im Interesse aller Aktionäre und im Einklang mit den gemachten Verpflichtungen geprüft.

Patrick Kron, Chairman und CEO von Alstom, kommentiert: “Die Kombination der sehr komplementären Energiegeschäfte von Alstom und GE würden eine wettbewerbsfähigere Einheit schaffen, die den Kundenbedürfnissen besser dient. Die Mitarbeiter von Alstom würden einem der größten und gut bekannten Global Player beitreten, der die Mittel hat, um in die Menschen und in die Technologie zu investieren und die Kunden im Bereich der Energiewirtschaft weltweit und langfristig zu unterstützen. Die vorgeschlagene Transaktion würde es Alstom erlauben, das Geschäft mit der Bahntechnik als ein eigenständiges Unternehmen mit einer starken Bilanz zur Kapitalisierung von Möglichkeiten im dynamischen Markt des Schienenverkehrs zu entwickeln.“

GE hat gute Voraussetzungen, um Fähigkeiten und Wert der Mitarbeiter und der Technologie von Alstoms Energiegeschäft vollkommen auszuschöpfen

Die Produktpaletten von GE und Alstom Energy im Power und Grid Bereich ergänzen sich

  • Im Bereich Thermal Power ergänzt sich die Produktpalette von Alstom und GE bei Dampf-und Gasturbinen. Alstom wird im Bereich des Kraftwerksbaus sowie schlüsselfertiger Lösungen einen Ausgleich schaffen und so die Angebotspalette der zusammengeführten Einheit verstärken
  • Im Windenergiemarkt verfügt Alstom über ein überschaubares Angebot im Onshore Bereich während hier GEs Stärken liegen. Gleichzeitig hat Alstom ein starkes Segment im Bereich Offshore
  • Im Bereich Wasserkraft ist Alstom auf globaler Ebene vertreten während GE diesen Bereich nicht bedient
  • Im Servicebereich ergänzt das umfangreiche Produktportfolio von Alstom die weltweite Präsenz von GE ideal
  • Im Bereich der Energieübertragung verhalten sich das Angebot der Produkte und Lösungen sowie die geographischen Zielbereiche von Alstom und GE komplementär

Die Verbindung der Geschäftsaktivitäten von Alstom und GE im Energiebereich würde den Kunden die vollständigste und am weitesten entwickelte Angebotspalette zur Verfügung stellen. Gleichzeitig würde sie maßgebliche Synergien sowie deutlich verbesserte Investitionsmöglichkeiten im Technologiebereich schaffen.

Alstom würde ein börsennotiertes Unternehmen mit Schwerpunkt im Bereich Bahntechnik bleiben

Das Transportgeschäft mit Zentrale in St.Ouen ist mit seinen 27.000 Mitarbeitern, davon 9.000 in Frankreich,  in weltweit 60 Ländern aktiv und konnte im Geschäftsjahr 2012/ 2013 einen Umsatz in Höhe von 5,5 Milliarden Euro verzeichnen.

Alstom ist seit 100 Jahren stark im Transportgeschäft verwurzelt. Alstom Transport ist einer der Weltmarktführer im Bereich von Schienenfahrzeugen, Systemen, Service sowie Signaltechnik für alle Bereiche des Schienenverkehrs von innerstädtischen Lösungen über S-Bahnen und Regionalzüge bis hin zu Fern- und Frachtverkehr.

Mit der vorgeschlagenen Transaktion würde sich das an der Pariser Börse gelistete Unternehmen Alstom auf das Transportgeschäft konzentrieren. Somit würde Alstom Transport die finanzielle Schlagkraft bekommen um die Geschäftsentwicklung auf einem von Wirtschaftswachstum, voranschreitender Urbanisierung und zunehmender Berücksichtigung von Umweltfreundlichkeit geprägten Wachstumsmarkt zu beschleunigen. Damit würde für Alstom Transport unter der Führung des aktuellen Managements sowie mit Bouygues als langfristigem Anteilseigner die ideale Basis für weiteres Wachstum geschaffen.

„Dank unserer anerkannten Technologieführerschaft sowie unserer weltweiten industriellen Präsenz und unserer stabilen Bilanzen wäre Alstom ideal positioniert, um Wachstumsmöglichkeiten in diesem dynamischen Markt wahrzunehmen“ , erklärte Alstom Transport President Henri Poupart-Lafarge.

 

(1)     Engl.: Equity Value

(2)     Inklusive aller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Bezug auf das Energie-Geschäft, welche 1,9 Mrd€ Nettobestand an flüssigen Mitteln und 0,9 Mrd€ sonstige Nettoverbindlichkeiten (inkl. 1,2 Mrd€ Netto-Pensionsverpflichtungen) beinhalten.

(3)     Multiplikator basierend auf dem EBIT für die betrachteten Bereiche.

(4)     Corporate Governance Code of listed Corporations

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