Konverterplattform: TenneT hat das Herzstück des Projekts BorWin2 errichtet

Derzeit betreibt TenneT drei Anschlüsse von Windparks in der deutschen Nordsee und arbeitet an neun weiteren Anschlussprojekten. / Pressebild: TenneT
Derzeit betreibt TenneT drei Anschlüsse von Windparks in der deutschen Nordsee und arbeitet an neun weiteren Anschlussprojekten. / Pressebild: TenneT

TenneT installiert Konverterplattform für 800 MW starkes Netzanbindungsprojekt in der Nordsee

  • Großer Schritt nach vorn für Offshore-Ausbau
  • Über 6 Gigawatt Anschlusskapazität bis Ende 2017
  • Innovative und hochkomplexe Verfahren

Großer Meilenstein in einem ereignisreichen Offshore-Sommer: TenneT hat die erste von mehreren Offshore-Konverterplattformen – auch Umrichterplattformen genannt – in diesem Jahr erfolgreich installiert.

(WK-intern) – Nach den gelungenen Installationen der Umrichterplattformen für die Netzanbindungsprojekte vor Helgoland und vor Norderney im vergangenen Jahr hat TenneT nun das Herzstück des Projekts BorWin2 errichtet.

Die Errichtung auf See ist innovativ: Die in der Nordsee installierten HGÜ-Konverterplattformen von TenneT sind die ersten dieser Größenordnung, die weltweit installiert wurden. „Wir sind stolz darauf, diese hochkomplexen Aufgaben gemeistert zu haben“, sagte Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung von TenneT. „In den kommenden Monaten machen wir beim Offshore-Ausbau einen großen Schritt voran“, so Hartman weiter, „damit rücken die Offshore-Ausbauziele der Bundesregierung in greifbare Nähe“. Die Bundesregierung sieht bis 2020 eine Offshore-Windkapazität von 6,5 Gigawatt vor. Allein die drei Netzanbindungen, deren Herzstücke – die Konverterplattformen –  seit Herbst 2013 errichtet worden sind, werden ab 2015 rund 2,2 Gigawatt Offshore-Windenergie an Land transportieren können. Zusammen mit den bereits errichteten und den noch fertigzustellenden Netzanbindungen wird es bis 2017 rund 7,1 Gigawatt Anbindungskapazität für Nordsee-Windenergie geben. Eine weitere Anbindung mit 0,9 Gigawatt Kapazität hat TenneT bereits ausgeschrieben.

Die Errichtung der Offshore-Plattform für das Projekt BorWin2 wurde von Siemens nach dem gleichen Konzept umgesetzt wie die zur Netzanbindung HelWin1 gehörende: Der aus dem Wasser ragende Teil der Plattform, die sogenannte Topside, ist selbstschwimmend. Schleppboote zogen den 12.000 Tonnen schweren, 72 Meter langen, 54 Meter breiten und 25 Meter hohen Koloss an seinen Installationsort nordwestlich von Borkum, wo vorab bereits die Unterkonstruktion im Meeresboden verankert worden war. Während eines günstigen Wetterfensters von mehreren Tagen mit einem definiert niedrigen Wellengang wurde die Topside exakt über ihre Unterkonstruktion manövriert, sodass sich die Beine der Plattform genau über den jeweiligen Pfählen befanden. Dann wurden zunächst zwei, danach die restlichen vier Beine in die Pfähle heruntergezogen, um die Topside darin zu verankern. Schließlich wurde die Plattform mit Stahlseilen an ihren Beinen hochgezogen, bis sie ihre festgelegte Höhe ca. 20 Meter über der Wasseroberfläche erreichte.

Nun finden die Arbeiten zur Fertigstellung der Plattform statt. Zunächst wird der Seeverschluss zurückgebaut: Für den Transport zugeschweißte Türen werden wieder geöffnet und weitere Transportsicherungen werden entfernt. Die Außentreppen werden installiert und Klimaanlage und Wasseraufbereitung in Gang gesetzt.

Bei den Konverterplattformen auf See handelt es sich um wesentliche Elemente der Offshore-Netzanbindungsprojekte. Sie wandeln den von den Windenergieanlagen auf See produzierten Wechselstrom in Gleichstrom um. Über Hochspannungsgleichstromkabel fließt der Wechselstrom dann über See- und Landkabel zur entsprechenden Konverterstation an Land, wo der Gleichstrom wieder in Wechselstrom umgewandelt wird, um in das deutsche Übertragungsnetz eingespeist zu werden. Um die großen Offshore-Windparks an das Übertragungsnetz anzuschließen, werden Hochspannungsgleichstromübertragungssysteme (HGÜ) verwendet. Sie sind umweltschonend und effizient, da sie über lange Distanzen nur sehr geringe Verluste haben.

In dem Netzanbindungsprojekt BorWin2 realisiert TenneT eine 800 Megawatt starke und 200 Kilometer lange Gleichstromverbindung. Die Windparks, die über 100 Kilometer vor der Küste liegen, können hierüber zukünftig große Mengen Windstrom ins Stromnetz einspeisen. Die Landtrasse von Hilgenriedersiel nach Diele ist circa 75 Kilometer lang und wurde als Erdkabel parallel zur Trasse für das Projekt BorWin1 ausgeführt.

Derzeit betreibt TenneT drei Anschlüsse von Windparks in der deutschen Nordsee und arbeitet an neun weiteren Anschlussprojekten. Diese wichtigen Infrastrukturprojekte verfügen insgesamt über eine Übertragungskapazität von rund 7.100 Megawatt Strom aus erneuerbarer Energie. Mit dem Projekt BorWin4, das sich derzeit im Vergabeprozess befindet, wird die Übertragungsleistung der Offshore-Netzanschlüsse rund 8.000 Megawatt betragen. Damit trägt TenneT dazu bei, dass Offshore-Windenergie einen wichtigen Beitrag für die Energieversorgung der Zukunft leisten kann.

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