Siemens bringt Smart-Grid-Fernwirkgerät für dezentrale Stromerzeuger auf den Markt

Smart-Grid-Fernwirkgerät Sicam SGU / Pressebild: Siemens
Smart-Grid-Fernwirkgerät Sicam SGU / Pressebild: Siemens

Die Siemens-Division Smart Grid hat mit Sicam SGU ein kommunikationsfähiges Feldgerät auf den Markt gebracht, mit dem sich verteilte Energieressourcen kommunikationstechnisch an ein Netzleitsystem oder Energiemanagementsystem anbinden lassen.

Eingesetzt als Ein-/Ausgangseinheit (E/A) können Stromversorger und Stadtwerke über das Smart-Grid-Fernwirkgerät dezentrale Stromerzeugungsanlagen und -verbraucher steuern und überwachen.

(WK-intern) – Einsetzbar ist Sicam SGU vor allem bei der Bündelung dezentraler Energiequellen zu einem virtuellen Kraftwerk, bei verteilten Stromerzeugungsanlagen, die über eine EEG-Box gesteuert werden, bei Demand-Response-Anwendungen sowie beim Aufbau von Microgrids.

Stromerzeugung und Stromverbrauch permanent auszubalancieren, ist in einem Smart Grid mit vielen regenerativen Energiequellen und steuerbaren Lasten eine größere Herausforderung an das Leitsystem als in einem herkömmlichen Netz. Dazu braucht das System kommunikationsfähige E/A-Einheiten wie Sicam SGU, um auch die Feldebene steuern und überwachen zu können. Zur Kommunikation mit einem Leitsystem wie Spectrum Power oder dem Energiemanagementsystem DEMS von Siemens nutzt das Feldgerät ein integriertes Mobilfunkmodul oder eine Ethernet-Verbindung. Damit können über die sechs E/A-Ports des Geräts dezentrale Stromerzeugungsanlagen oder -verbraucher gesteuert werden.

Die integrierte GPRS-Mobilfunkkarte ist zudem eine kostengünstige Alternative zu einer Lichtwellenleiterverbindung oder zu einem separaten externen Modem. Damit ausgerüstet, ist Sicam SGU für die Anbindung verteilter, regenerativer Energiequellen an Leit- und Energiemanagementsysteme aller Art geeignet. Zum Beispiel kann das Fernwirkgerät als DER Controller (Decentralized Energy Resources) bei virtuellen Kraftwerken zur Kommunikation mit dem Energiemanagementsystem eingesetzt werden. Auch für die Integration erneuerbarer Energiequellen in Microgrids ist Sicam SGU geeignet. Als kompaktes Fernwirkgerät ermöglicht Sicam SGU Applikationen für die Energieflusssteuerung oder die Datenerfassung in Orts- und Verteilnetzen. Dazu kann das Gerät als Steuergerät in einer EEG-Box genutzt werden, einem Schaltkasten mit intelligenter Fernwirktechnik zur Leistungsüberwachung regenerativer Stromerzeuger nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). In allen drei Fällen wird zur Kommunikation das Kommunikationsprotokoll IEC 60870-5-104 genutzt. Bei Sicam SGU als Feldgerät für Demand-Response-Managementsysteme kommt das interoperable und datengeschützte Kommunikationsprotokoll OpenADR (Automated Demand Response) zum Einsatz.

Siemens sorgt bei allen Anwendungen seines neuen Fernwirkgeräts für die nötige Datensicherheit. Eine Verbindung zu einem geschlossenen VPN-Rechnernetz (Virtual Private Network), basierend auf IPsec (Internet Protocol Security), ermöglicht eine verschlüsselte Datenübertragung. Beim Einsatz ohne Mobilfunkmodul stellt TLS, das integrierte Verschlüsselungsprotokoll zur sicheren Datenübertragung im Internet, End-to-End-Datensicherheit für die OpenADR-Kommunikation her.

Energieeffiziente und umweltgerechte Lösungen zum Aufbau intelligenter Stromversorgungsnetze (Smart Grids) und der dazugehörige Service sind Teil des Siemens-Umweltportfolios. Rund 43 Prozent des Konzernumsatzes entfallen auf grüne Produkte und Lösungen. Das macht Siemens zu einem der weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie.

Der Siemens-Sektor Infrastructure & Cities (München) mit rund 90.000 Mitarbeitern bietet nachhaltige und intelligente Infrastruktur-Technologien. Dazu gehören Produkte, Systeme und Lösungen für intelligentes Verkehrsmanagement, Schienenverkehr, Smart Grids, Energieverteilung, energieeffiziente Gebäude und Sicherheitslösungen. Der Sektor setzt sich aus den Divisionen Building Technologies, Low and Medium Voltage, Mobility and Logistics, Smart Grid und Rail Systems zusammen.

Die Siemens-Division Smart Grid (Nürnberg) bietet Energieversorgern, Netzbetreibern, Industrieunternehmen und Städten ein End-to-End-Portfolio an Produkten und Lösungen für den Aufbau intelligenter Energieversorgungsnetze. Smart Grids ermöglichen einen bidirektionalen Energie- und Informationsfluss. Damit sind sie Voraussetzung für die Einbindung von mehr erneuerbaren Energiequellen ins Netz. Mit den in Smart Grids anfallenden Daten können Energieversorger darüber hinaus ihre Anlagen kosteneffizienter betreiben. Software-Lösungen, die Daten aus Smart Grids analysieren, werden daher immer wichtiger. Dabei verwendet die Division Eigenentwicklungen, setzt aber auch auf ein System aus Software-Partnern.

PM Siemens

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