Ostwind: Bau des neuen Wald-Windparks schreitet voran

Von links: Johannes Fangauer von den Bayerischen Staatsforsten, Bürgermeister Karl-Willi Beck (Wunsiedel), stellvertretender Landrat Horst Weidner, der Leiter des Forstbetriebs Waldsassen, Gerhard Schneider, Thomas Engel von der Regierung von Oberfranken, ZEF-Geschäftsführer Marco Krasser, die Bürgermeister Stefan Göcking (Arzberg) und Thomas Schwarz (Kirchenlamitz) und der Geschäftsführer der OSTWIND-Gruppe, Dr. Rolf Bungart / Pressebild: Ostwind
Von links: Johannes Fangauer von den Bayerischen Staatsforsten, Bürgermeister Karl-Willi Beck (Wunsiedel), stellvertretender Landrat Horst Weidner, der Leiter des Forstbetriebs Waldsassen, Gerhard Schneider, Thomas Engel von der Regierung von Oberfranken, ZEF-Geschäftsführer Marco Krasser, die Bürgermeister Stefan Göcking (Arzberg) und Thomas Schwarz (Kirchenlamitz) und der Geschäftsführer der OSTWIND-Gruppe, Dr. Rolf Bungart / Pressebild: Ostwind

ZukunftsEnergie Fichtelgebirge GmbH lud zum Spatenstich für die drei Anlagen an der Blausäulenlinie in Arzberg

Die Rotoren drehen sich noch nicht, aber es tut sich was im Arzberger Forst: Am 30. Januar hatte die ZukunftsEnergie Fichtelgebirge GmbH (ZEF) zum Spatenstich für den Windpark Blausäulenanlage geladen.

(WK-intern) – In einem Waldabschnitt im Süden Arzbergs werden drei hochmoderne Windräder errichtet – und bereits im Herbst sollen sie Ökostrom ins lokale Stromnetz einspeisen.

„Wir sind froh, damit unserem großen Ziel einen weiteren Schritt näherzukommen“, so Marco Krasser. Der Geschäftsführer der ZEF meint eine Energieversorgung der Region, die überwiegend auf regenerativen regionalen Quellen beruht. „Der Weg ist immer noch lang, aber wir sind davon überzeugt, so viel Energie wie möglich hier vor Ort zu produzieren, wo diese letzlich auch gebraucht wird“, meint Krasser.

Entlang der Blausäulenlinie, an der früher einmal Blautannen in gerader Linie standen, errichtet die OSTWIND-Gruppe als von der ZEF beauftragter Generalunternehmer drei Windenergieanlagen. Sie werden eine Nabenhöhe von über 140 Metern und einen Rotordurchmesser von 117 Metern besitzen. Jedes Windrad verfügt über eine Leistung von 2,3 Megawatt und zusammen können sie rechnerisch etwa 6000 Haushalte mit Ökostrom versorgen. Damit lassen sich rund 14.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen.

„Wir setzen auf modernste Technologie“, betont Stefan Göcking, Bürgermeister von Arzberg. Der Fortschritt der Anlagentechnik sei gerade bei der Windenergie immens. „Schon im Vergleich zum ersten Windrad der ZEF in Braunersgrün ist die Entwicklung vorangeschritten.“ Noch deutlicher werde das, wenn man einen längeren Zeitraum betrachte. Für Göcking ist diese Innovationskraft dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu verdanken, das den Anreiz zur Investition in die regenerative Energieerzeugung stark erhöht habe. Mit dem Windpark in Arzberg werde man auch der Mitverantwortung für das Gelingen der Generationen übergreifenden Aufgabe der Energiewende gerecht. Die Gesamtkosten liegen bei rund 15 Millionen Euro.
Wertschöpfung vor Ort

Es sei wichtig, dieses Kapital vor Ort zu investieren und zwar in Projekte, welche die Wertschöpfung in der Region erhöhen, meint Thomas Schwarz, Aufsichtsratsvorsitzender der ZEF und Bürgermeister von Kirchenlamitz. Genau das sei beim neuen Windpark gegeben, denn sowohl die Erzeugung als auch die Verteilung und der Vertrieb des regenerativen Stroms werden von lokalen Unternehmen übernommen. Vor allem aber komme es in Sachen Energie aufs Handeln an. „Visionen auf dem Papier bringen wenig. Wie brauchen solche, die rasch zu konkreten Projekten werden“, sagt Schwarz. Die Energiewende vertrage keinerlei Aufschub, weil jede Verzögerung den kommenden Generationen eine zu große Last aufbürden würde.

Das sieht auch Karl-Willi Beck, Erster Bürgermeister von Wunsiedel, so: „Wir müssen jetzt agieren und zwar getreu dem Motto: So dezentral wie möglich und so zentral wie nötig.“ Das heiße zum Beispiel, bei der Windenergie nicht nur an die Küsten und das Meer zu denken, sondern ebenso an Anlagen an windreichen Standorten im Binnenland. „Einen solchen Standort haben wir hier in Arzberg“, ist Beck überzeugt, „was durch zwei unabhängige Gutachten nachgewiesen wurde.“ Beck appelliert an die verantwortlichen Politiker auf Bundesebene, eine Senkung der Einspeisevergütung für Windstrom zu überdenken. Projekte wie das an der Blausäulenlinie würden beweisen, „dass bei der Windkraft mit viel Augenmaß, scharfer Prüfung der Details und hundertprozentiger Transparenz vorgegangen wird“. So werde Ökologie mit Wirtschaftlichkeit und hoher Akzeptanz in der Bevölkerung verbunden.

Das sieht auch Dr. Rolf Bungart, Geschäftsführer der OSTWIND-Gruppe, so: “Dieses neue Energiewende-Projekt Blausäulenlinie zeigt, was vor Ort bewegt werden kann, wenn aus einer Vision und einer Überzeugung Realität wird. Und dafür stehen Sie, Herr Beck, Herr Göcking, Herr Schwarz, Herr Krasser. Das geht bei Ihnen wirklich Schlag auf Schlag mit einem leidenschaftlichen Engagement – kein Abwarten, bis die große Politik entscheidet, sondern die Dinge anpacken und zum Erfolg führen.” Das Projekt entspringe einer großen Koalition der Vernunft und einer kommunalen Politik, die die Chancen der Energiewende für die Region erkannt habe, so Dr. Bungart, “davon kann die schwarz-rote Große Koalition in Berlin nur lernen”.
Bürger können sich beteiligen

Zur Zustimmung der Menschen in der Region trage auch das Modell der Bürgerbeteiligung bei, glaubt Krasser. Dieses zentrale Detail des Windpark-Konzepts erlaubt es jedem Bürger, sich mit Summen ab 500 Euro an den drei Windenergieanlagen zu beteiligen. „Wer dies tut, unterstützt damit die Energiewende sowie die heimische Wirtschaft und erhält gleichzeitig eine Verzinsung, die weit über dem aktuellen Niveau der Zinsen für Spareinlagen liegt“, freut sich Krasser.

Zudem sei die Anlage sicher, denn man habe mit eher vorsichtigen Prognosen kalkuliert, statt nicht einhaltbare Renditen zu versprechen. Und wenn der Energieertrag höher ist als in der Kalkulation für den Basiszins? „Dann gibt es für den Anleger einen Zinsbonus.“

Die ZEF, der Bauherr des neuen Windparks, wurde von der SWW Wunsiedel sowie den Städten Wunsiedel, Arzberg und Kirchenlamitz gegründet. Mittlerweile gehören auch die Stadt Marktleuthen, die Gemeinden Nagel und Tröstau sowie die Kommunalunternehmen „Licht und Kraft“ (LuK) Helmbrechts und Marktredwitz (KUM) dazu. „Wir freuen uns schon auf weitere Mitglieder“, so Schwarz. „Die Energiewende stellt immer komplexere Aufgaben an Kommunen und Energieversorger. Da ist es gut, Knowhow und finanzielle Ressourcen zu bündeln.“

Zudem sei man bei der ZEF dankbar für die gute Zusammenarbeit mit weiteren Partnern wie den Bayerischen Staatsforsten oder der Sparkasse Wunsiedel, ergänzt Krasser. Und auch der Regionale Planungsverband Oberfranken-Ost habe seinen Anteil am Gelingen des Projekts, denn der habe mit viel Fingerspitzengefühl Vorranggebiete für die Nutzung der Windenergie ausgewiesen. Krasser: „In unserer Region ziehen so viele Beteiligte mit so viel Begeisterung an einem Strang, dass wir auch künftig die Energiewende vor Ort mit viel Elan vorantreiben werden.“
Windpark Blausäulenlinie im Kurzportrait

  • Bauherrin: ZukunftsEnergie Fichtelgebirge (ZEF) GmbH, Wunsiedel
  • Projektrealisierung: OSTWIND-Gruppe, Regensburg
  • Flächenbereitstellung: Bayerische Staatsforsten AöR, Regensburg
  • Technische Daten: 3 Nordex N117, Leistung pro Anlage 2,4 Megawatt
  • Nabenhöhe 141 Meter, Rotordurchmesser 117 Meter, Rotorfläche 10.715 Quadratmeter
  • Energie- und Umwelteffekte: Öko-Strom für 6.000 Haushalte
  • CO2-Einsparung 14.000 Tonnen pro Jahr

PM: Ostwind

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